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Landwirtschaftliche Gewässerschutzmaßnahmen

Herausforderung Düngung

Die Verschmutzung von Grund- und Oberflächengewässern durch Nährstoffeinträge gefährdet empfindliche Ökosysteme, deren Artenvielfalt und stellt ein akutes Problem auf dem Weg zu guten Gewässerzuständen dar. Große Mengen an Stickstoff und Phosphor führen in Gewässern zu übermäßigem Pflanzenwachstum und Sauerstoffmangel. Rechtliche Maßnahme zur Minderung von Einträgen ist die Einhaltung der EU-Nitratrichtlinie. Umsetzungsinstrument in Deutschland ist dafür die Düngeverordnung.


Wegen unzureichender Umsetzung der EU-Richtlinie hat die Europäische Kommission im April 2016 ein Vertragsverletzungsverfahren  gegen Deutschland eingeleitet. Daraufhin wurde im Mai 2017 eine novellierte Fassung der DüV festgeschrieben, die verschärfte Regeln zugunsten des Gewässerschutzes enthält. Die DüV regelt bundesweit eine einheitlich „gute fachliche“ Praxis bei der Anwendung von Düngemitteln auf landwirtschaftlichen Flächen. Bei der Ausbringung müssen Standort- und Anbaubedingungen berücksichtigt werden. Der Düngebedarf muss bestimmt werden sowie Ausbringungszeitpunkte, Abstandsregelungen zu Gewässern und Ausbringungsgrenzen eingehalten werden. Verstöße führen zu Kürzungen der Direktzahlungen.

Die Nitratproblematik

Durch den Einsatz von Düngemitteln sollen ausreichend Nährstoffe bereitgestellt werden. Dabei wirkt sich insbesondere Stickstoff negativ auf die Qualität von Gewässern aus. Nicht von den Pflanzen aufgenommene Stickstoffüberschüsse werden im Laufe der Zeit durch Bodenorganismen zu Nitrat umgewandelt. Dieses kann schnell ausgewaschen werden und landet somit in großen Mengen im Grund- und Trinkwasser. Die Ergebnisse des Nitratberichts des BMUB von 2016 belegen, dass die Nitratkonzentrationen bei fast einem Drittel der Messstellen die Grenzwerte von 50 Milligramm je Liter überschritten haben. Stickstoffüberschüsse im Boden sollen deshalb auf Grundlage der Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes auf 70 Kilogramm pro Jahr und Hektar begrenzt werden, dieser Zielwert wird immer noch verfehlt. In der neuen DüV ist eine Ausbringungsobergrenze von 170 Kilogramm Gesamtstickstoff je Hektar festgelegt.

Gewässerschutzmaßnahmen

An zwei Dritteln der Gewässer sind im Rahmen der WRRL Maßnahmen zur Senkung der Belastung durch die Landwirtschaft geplant. Für die Umsetzung sind die Landwirte verantwortlich. Zum Teil sind Maßnahmen verpflichtend, um Direktzahlungen der ersten Säule zu erhalten. Andere können freiwillig umgesetzt werden. Dafür erhält der Landwirt EU-Fördergelder, die durch das jeweilige Bundesland kofinanziert werden.
Um Nährstoffeinträge zu reduzieren, werden Bewirtschaftungsanpassungen angestrebt:

  • Veränderte Ausbringungstechniken und optimierte Düngebedarfsermittlung
  • Gewässerschutzstreifen
  • Ausbringungseinschränkungen oder -verbote
  • Erosionsschutz, Mulcheinsaat, Untersaatenanbau, Zwischenfrüchte
  • Umstellung auf ökologischen Landbau

Konzeptionelle Maßnahmen wie Beratungs- und Schulungsangebote zur gewässerschonenden Bewirtschaftung und effizientem Düngemitteleinsatz sowie Förderung von Kooperationen zwischen Landwirten und Wasserversorgern.

Praxisbeispiele

Nährstoffüberschüsse senken

  • Das Bundesprogramm Ökologischer Landbau hat einen Leitfaden zum Wasserschutz im Ökolandbau erarbeitet.
  • Im Kooperationsprojekt GROWA+ werden in Nordrhein-Westfalen Stickstoffeinträge aus landwirtschaftlichen Böden in das Grundwasser regional auflösend berechnet.
  • Das Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat umfangreiche Studien zur Umstellung auf Ökolandbau betrieben.
  • Gewässerschonende Landwirtschaft wird in den Wasserschutzgebieten um Leipzig betrieben. Die Nitratkonzentrationen konnte auf 20 Milligramm je Hektar gesenkt werden.
  • In Baden-Württemberg läuft seit 2014 ein Projekt zum "Konservierenden Ackerbau" mit minimaler Bodenbearbeitung und optimiertem Zwischenfruchtanbau.
  • Die Universität Kiel hat einen Praxisleitfaden für Maßnahmen zur Reduzierung von Nährstoffausträgen entwickelt.

Gewässerrandstreifen

  • In Bayern werden durch das Kulturlandschaftsprogramm 10 bis 30 Meter breite Uferstreifen mit bis zu 920 € je Hektar finanziert.
  • In Baden-Württemberg sind Gewässerrandstreifen seit 2015 verpflichend einzuhalten. Extensive Nutzung ist zugelassen. Ab 2019 ist der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln unzulässig.
  • Der Zweckverband natura "Ill-Theel" im Saarland setzt Projekte zur Gewässerentwicklung um und setzt mit dem 'Gewässerrandstreifenprojekt Ill' hohe Gewässergüte, Durchgängigkeit und Dynamik entalng der Ill um.

Beratung

  • In Niedersachsen wird seit 2010 ein kooperativen Ansatz verfolgt, durch dem Landwirte eine Gewässerschutzberatung ermöglicht wird.
  • Im Rahmen des thüringer  Landesprogramms "Aktion Fluss" unterstützen Gewässerberater die Maßnahmenträger beim Gewässerschutz.

 Kooperation

 Modellbetriebe

  • In Bayern gibt es ein landesweites Netzwerk von Demonstrationsbetrieben mit gewässerschonenden Bewirtschaftungsweisen, das dem Erfahrungsaustausch dient.

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