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Sachsen stellt sich dem Wandel

Der Freistaat betreibt bereits seit einigen Jahren eine aktive Demografiepolitik. Zentral ist dabei, Akteure vor Ort zu unterstützen, mit Informationen, aber auch mit einem eigenen Förderprogramm.

Von Heike Zettwitz. Donnerstagnachmittag – die ehrenamtliche Busfahrerin im Vogtland muss sich beeilen und gleichzeitig im Straßenverkehr gut aufpassen, wenn die Kinder noch rechtzeitig zum Fußballtraining in Markneukirchen ankommen wollen. Kaum sind die Kinder zum Training ausgestiegen, fährt sie weiter zur nächsten Haltestelle: dort warten schon die älteren Damen und Herren und wollen mit dem Bürgerbus von ihrer Einkaufs- und Ärztetour wieder zurück nach Erlbach gebracht werden. Ein fiktives Beispiel? Nein, der Bürgerbus von Erlbach ist eines von vielen Projekten, die über das Landesprogramm Demografie vor allem im ländlichen Raum unterstützt werden. Seit 2007 gibt es dieses Förderprogramm in Sachsen und es war damals einmalig in Deutschland. Bis heute wurden fast 70 Projekte mit insgesamt rund 3,5 Millionen Euro unterstützt.

Eigenverantwortung stärken

Der demografische Wandel ist in vielen Regionen Sachsens Realität: die Bevölkerungszahl sinkt und das Durchschnittsalter steigt. Die Ursachen und Auswirkungen wurden innerhalb der Landesregierung und bei den Kommunen schon frühzeitig in den 1990er-Jahren analysiert und diskutiert. Seit 1999 erstellt das Statistische Landesamt beispielsweise regelmäßig regionale Bevölkerungsprognosen. Diese helfen, kleinräumig die Veränderungsprozesse zu erkennen und nach möglichen Handlungsansätzen zu suchen. Aber nicht jeder ist ein Freund dieser Zahlen. Können doch gerade "schlechte" Prognosen das negative und unbehagliche Empfinden gegenüber diesem gesellschaftlichen Megathema noch verstärken. Der Ruf nach der Politik, die es richten soll, wird schnell laut. Aber reicht das aus? Bin ich nicht selbst auch in der Verantwortung etwas zu unternehmen – zum Beispiel als Vereinsvorsitzender oder Unternehmer oder Bürgermeister einer ländlich geprägten Gemeinde?

Die Botschaft lautet: nicht abwarten bis die Prognosen eintreffen, sondern selbst aktiv werden, damit meine Gemeinde oder meine Region lebenswert und wettbewerbsfähig bleiben. Nüchtern analysieren, nachdenken, viele Akteure zusammenholen, miteinander über Zukunft reden, Ziele überlegen und dann handeln: Das sind die Bausteine einer erfolgreichen Demografiepolitik. Wie dies gelingen kann, zeigen viele gute Beispiele im Handbuch "Den demografischen Wandel gestalten", das die Sächsische Staatsregierung Ende 2010 herausgab. Die erste Auflage ist fast vergriffen.

Umfassende Strategie …

Die Staatsregierung konzentriert sich gegenwärtig auf vier Bereiche innerhalb der Demografiepolitik: Information, Strategieentwicklung, Unterstützungsleistung und Zusammenarbeit. Für die Information stehen vielfältige Instrumente zur Verfügung: ein Internetauftritt, der Newsletter Demografie und ganz aktuell der Demografiemonitor speziell für Gemeinden. Die strategische Grundlage bildet das Handlungskonzept Demografie vom 27. April 2010. Damit ist es gelungen, innerhalb der Staatsregierung sich auf wesentliche Ziele und landespolitische Aufgaben zu verständigen.

… und konkrete Projekte vor Ort

Gegenwärtig wird die Strategie umgesetzt. Mit der Förderrichtlinie Demografie werden aus Landesmitteln ganz unterschiedliche Projekte der strategischen Kommunikation, wie Zukunftswerkstätten, des Ehrenamts oder des generationenübergreifenden Miteinanders, unterstützt. Auf dem Feld der Zusammenarbeit bestehen beispielsweise Partnerschaften zwischen Hessen und Sachsen sowie mit den beiden anderen mitteldeutschen Ländern Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Dass das Thema nicht nur von negativen Schlagzeilen beherrscht wird, liegt an uns selbst. Zum Schluss noch ein kleiner Lichtblick: mit rund 1,5 Geburten pro Frau war Sachsen 2010 der Spitzenreiter in Deutschland.

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