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Umsetzung Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) in den Niederlanden

Transferbesuch am 15. und 16. Mai 2018 in den Regionen Zwolle und Winterswijk

Kooperationsveranstaltung mit dem BMEL und Vereniging Agrarisch Landschap Achterhoek (VALA)

Eine Schnepfe sitzt in der ökologisch aufgewerteten Weidelandschaft.

Agrarumweltschutz kooperativ

Der Transferbesuch führte nach Zwolle und Winterswijk: Dort macht man erfolgreich Vieles anders als in Deutschland. Wie übertragbar ist das System?

Seit 2016 wickeln die Niederlande als einziges Land in der EU Agrarumweltmaßnahmen (AUKM) ausschließlich über regionale Zusammenschlüsse aus Landwirten und lokalen Naturschutzvereinen, den "Collectieve" (siehe dazu auch Beitrag in LIF 2.17), ab. Diese vereinbaren im Dialog mit den Provinzen – sie entsprechen den deutschen Bundesländern – regionalspezifische Ziele, die zur Erfüllung nationaler und europäischer Verpflichtungen beitragen. Die Collectieve informieren und beteiligen dann die Landwirte, wählen Maßnahmen und Flächen aus und stellen die Informationen für die Behörden bereit.

Referenten des Niederländischen Ministeriums für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität, der niederländischen ELER-Zahlstelle sowie Vertreter der Zusammenschlüsse und Landwirte erläuterten den rund 50 deutschen Gästen – insbesondere aus Landes- und Bundesverwaltungen, Forschung sowie Verbänden – das System, berichteten von der verwaltungstechnischen und praktischen Umsetzung auf den Betrieben. Wie die AUKM in der Praxis aussehen, zeigten Exkursionen zu Maßnahmenflächen in offenen Weide- und Wiesenbereichen sowie im Acker und Grünland einer kleinteiligen Heckenlandschaft.

Überzeugende Akteure

Inhaltlich fokussiert sich der niederländische Ansatz auf den Biodiversitätsschutz, der in Kulissen durchgeführt wird. Die Zusammenschlüsse begleiten die Maßnahmen und wickeln sie ab. Für die Verwaltung hat sich die Zahl der Ansprechpartner von rund 12.000 Einzelverträgen in der letzten Förderperiode auf etwa 40 verringert. Die im mehrjährigen Prozess qualifizierten, mit Personal ausgestatteten Zusammenschlüsse überzeugten mit ihrer Schlagkraft. Außerdem beeindruckte das Monitoring. Dieses gibt es zum einen von staatlicher Seite. Aber vielfach organisieren die Zusammenschlüsse auch eine hochwertige Selbstevaluierung, um die eigene Strategie jährlich nachzujustieren.

Landwirt Alfred Scholten stellt der Gruppe seinen Betrieb vor.

"Es scheint der richtige Ansatz, den Schutz der Biodiversität betriebsübergreifend zu organisieren", sagt eine Teilnehmerin. Ein einzelner Betrieb sei insbesondere im Hinblick auf die Fauna damit überfordert. "Bei der gemeinsamen Maßnahmenumsetzung profitieren die Landwirte auch von den gemeinsamen Erfahrungen und Erfolgen." Einen besonderen Mehrwert sahen viele Teilnehmer darin, dass regionale Institutionen gefördert werden, die schon gut mit Landwirtschaft und Naturschutz zusammengearbeitet haben. So können sie schnell eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Landwirten aufbauen. "Die in Deutschland viel diskutiere Biodiversitätsberatung für die Landwirtschaft wird über dieses System mit organisiert", sagt ein weiterer Teilnehmer.

Allerdings übersteigt in vielen Zusammenschlüssen die Nachfrage das Budget, so dass sie eine regionale Auswahl treffen müssen und nicht alle interessierten Landwirte teilnehmen können.

Bedingt übertragbar

Die Mehrheit der Teilnehmer erachtete eine Eins-zu-eins-Übernahme des Systems in Deutschland weder als gut machbar noch als sinnvoll. Mit einer stärkeren Regionalisierung sei zunächst ein erhöhter Aufwand verbunden. Zudem wenden die Niederländer zwischen 15 und 30 Prozent des AUKM-Budgets für die Arbeit der Zusammenschlüsse auf: Neben einer Geschäftsführung und Bürokräften sind Feldkoordinatoren zu bezahlen.

Um Naturschutzziele in der Agrarlandschaft umzusetzen, sei der Ansatz aber vielversprechend: Die Landwirte organisieren den Agrarnaturschutz in einer überschaubaren Region und übernehmen selbst die Verantwortung. Durch die Zusammenschlüsse können sie die Maßnahmen flexibler umsetzen, der Verwaltungsaufwand wird reduziert und das Risiko von Fehlern bei der Umsetzung gesenkt.

Bilder: DVS

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