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Ländlicher Naturtourismus im Nordschwarzwald

Exkursion am 17. und 18. Oktober 2018

Unterwegs auf dem Lotharpfad

Das Erleben von Natur und Landschaft spielt bei der Wahl eines Urlaubsziels häufig eine wichtige Rolle. Davon können gerade ländliche Regionen profitieren, wenn sie ansprechende Angebote für Freizeit und Erholung schaffen und ihre Natur- und Kulturlandschaften als Marke etablieren.

Die Exkursion in den nördlichen Schwarzwald hat anhand vielfältiger Projekte aufgezeigt, wie Natur und Landschaft für eine touristische Nutzung in Wert gesetzt werden können. Die LEADER-Regionen Nordschwarzwald und Mittelbaden Schwarzwaldhochstraße sowie der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord haben Naturtourismus schon lange auf der Agenda und viele Projekte (mit-)entwickelt. Dabei wird großer Wert auf Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung gelegt – etwa durch Verwendung von heimischem Weißtannenholz bei Bauprojekten oder von regionalen Produkten in der Gastronomie.

Unterwegs auf der Schwarzwaldhochstraße

Mit dem Bus ging es am ersten Tag auf die rund 60 Kilometer lange Schwarzwaldhochstraße. Die in den 30er Jahren entstandene Panoramaroute wurde als Verbindung der eleganten heilklimatischen Höhenhotels aus dem 19. Jahrhundert geschaffen. In den 1960er und 70er Jahren erlebte die Straße einen touristischen Boom. Doch mit Ende der Förderung des Kurtourismus kam der Niedergang, viele Hotels stehen heute leer.

Das ehemalige Hotel am Hundseck

Mit dem Kooperationsprojekt „Masterplan Schwarzwaldhochstraße“ werden nun geeignete Maßnahmen entwickelt, um die Region wieder aufzuwerten. So soll zum Beispiel eine Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge aufgebaut und das ÖPNV-Angebot verbessert werden. Ziel ist es, den Individualverkehr zu verringern, der Anlieger und den Naturraum derzeit beeinträchtigt. Des Weiteren sind Infopunkte und neue Übernachtungsangebote geplant; eine Baufibel soll eine passende Architektur garantieren.

Weitere Informationen zum Masterplan Schwarzwaldhochstraße auf der Website der LEADER-Region.

Wildnis erleben im Nationalpark Nordschwarzwald

Im Anschluss ging es ins Infozentrum des 2014 gegründeten Nationalparks Nordschwarzwald. In dem Areal von rund 10.000 Hektar gilt das Motto „Natur Natur sein lassen“.

Martin Rimmler

 

 

Martin Rimmler vom Nationalpark erläuterte den Hintergrund: der Rückgang von Arten ist häufig auf den Verlust von Lebensraum zurückzuführen. Dadurch, dass die Natur wieder sich selbst überlassen ist, sollen Lebensräume zurückgewonnen werden.

Touristen sind im Nationalpark willkommen: ein Wegenetz ermöglicht es, das Gebiet zu durchwandern, Loipen und Schneeschuhpfade bieten Raum für Wintersport. Nur Skipisten wurden aus den Flächen des Nationalparks ausgespart, weil diese Nutzung kaum mit Naturschutz vereinbar ist.



Zum Vortrag "Naturtourismus und Zusammenarbeit mit Nationalpark Nordschwarzwald" (PDF, 3,4 MB)


Lilli Wahli

 

 

Ein entsprechendes neues Angebot stellte Lilli Wahli vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord vor: Beim Trekking ist es möglich von Mai bis Oktober, an sechs ausgewiesenen Stellen mitten in der Wildnis bis zu drei Zelte aufzuschlagen. Die Camps sind mit Feuerstelle und Toilettenhäuschen ausgestattet und nur zu Fuß erreichbar. Buchbar sind die Plätze über eine eigene Buchungswebsite. Aus forstrechtlichen Gründen ist das Übernachten im Wald normalerweise nicht gestattet, weshalb ein aufwendiges Planungs- und Genehmigungsverfahren nötig war. Doch der Aufwand hat sich gelohnt: die Nachfrage ist groß und die Plätze sind regelmäßig ausgebucht.

Zum Vortrag "Trekking Schwarzwald" (PDF, 6,3 MB)

Weitere Informationen zum Trekking auf der Website des Naturparks


Zum Konzept der neu entstehenden Wildnis gehört auch, dass Totholz liegen gelassen wird – denn es ist Lebensgrundlage für viele Insekten, Pilze und weitere Arten.

Totholz

Eindrücklich sichtbar war dies bei einem Spaziergang auf dem Lotharpfad. Er wurde 2003 eröffnet und nach dem Sturm benannt, der 1999 schwere Schäden im Schwarzwald anrichtete. Hier ist nun erlebbar, wie sich die Natur ohne menschliches Eingreifen entwickelt. Der Prozessschutz ist ein Grundprinzip des Nationalparks: Natürliche Prozesse wie Stürme oder Schädlingsbefall werden bewusst zugelassen.

Weitere Informationen zum Lotharpfad auf der Website des Nationalparks

Wegweiser zum Lotharpfad

Erlebnisgastronomie "Schwanenwirts Kuhstall"

Als letzte Station des Tages stand ein Besuch der „Erlebnisgastronomie Schwanenwirts Kuhstall“ auf dem Programm. Das LEADER-geförderte Restaurant gewährt den Gästen über große Panoramafenster Einblick in den Freilauf-Stall mit Mutterkuhhaltung.

Panoramafenster zum Stall in "Schwanenwirts Kuhstall"

Familie Ziefle, Eigentümer der Gastronomie und Landwirtschaft, möchte ihren Besuchern auf diese Weise zeigen, wie das Fleisch auf dem Teller herkommt. Sie schlachtet ihre Tiere zudem in der Region und verwertet sie im eigenen Hotel- und Restaurantbetrieb – ein Paradebeispiel kurze und nachhaltige Wertschöpfungskreisläufe.

Projektinfo zu "Schwanenwirts Kuhstall" auf der Website der LEADER-Region

Zur Website von "Schwanenwirts Kuhstall"

Besucher im Kuhstall

Das Infozentrum Kaltenbronn

Am Morgen des zweiten Tages ging es ins Infozentrum Kaltenbronn. Hier liegt eines der letzten intakten Hochmoorgebiete Mitteleuropas.

Die Teilnehmer vor dem Infozentrum Kaltenbronn

Mit dem Umbau eines historischen Gebäudes zum Infozentrum wurde vor über zehn Jahren eines der ersten LEADER-Projekte in der Region umgesetzt und stetig weiterentwickelt –  Gesamtinvestition bisher: rund 1,2 Millionen Euro. Dajana Greger von der LAG Nordschwarzwald betonte, dass mit dem Infozentrum der Grundstein für eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Naturpark, den Landkreisen und Kommunen gelegt wurde.

Dajana Greger und Kristina Schreier

Kristina Schreier, Leiterin des Infozentrums, führte die Gruppe durch die Dauer- und Sonderausstellung. Das Haus bietet rund 200 Veranstaltungen in seinem Jahresprogramm an und führt etwa 100 gebuchte Veranstaltungen wie Fortbildungen und Exkursionen durch.

Jana Bode

 

 

Jana Bode von der LAG Mittelbaden Schwarzwaldhochstraße brachte die schwierige Verkehrssituation in der Umgebung des Infozentrums zu Sprache: jährlich rund 300.000 Besucher reisen aufgrund des unzureichenden ÖPNV-Angebotes mit dem eigenen Auto an, das führt zu Parkplatzmangel und Überlastung. Ein aktuelles Projekt hat das Ziel, die Situation zu verbessern und das Angebot auszuweiten, etwa auch Busse mit Fahrradanhängern einzusetzen und ein Parkleitsystem einzurichten.


Informationen zum Infozentrum Kaltenbronn auf der Website der LEADER-Region

Zur Website des Infozentrums Kaltenbronn

Baumwipfelpfad in Bad Wildbad

Die letzte Station der Exkursion war der Sommerberg in Bad Wildbad: hier sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Naturerlebnis-Attraktionen entstanden.

Auf dem Baumwipfelpfad in Bad Wildbad

Klaus Mack, Bürgermeister von Bad Wildbad, Yvonne Flesch vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und René Skiba von der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald berichteten über die gut vernetzte Zusammenarbeit in diesem Feld.

Tino Klein vom Baumwipfelpfad Schwarzwald, Klaus Mack, Yvonne Flesch und René Skiba

Auf dem Baumwipfelpfad in Bad Wildbad

 

 

Bad Wildbad suchte lange nach Ergänzungen zum klassischen Wander-Angebot, um bessere touristische Anreize zu bieten. Durch die Renovierung der Bergbahn war der Sommerberg wieder gut an den Ort angebunden – die Voraussetzung für einen Investor, um dort einen Baumwipfelpfad zu errichten. Für die Kommune ist dies ein Glücksfall: sie ist Flächenverpächter, trägt aber kein Risiko für die Investition. Die 2014 eröffnete Konstruktion haben inzwischen über eine Millionen Menschen besucht.

Zur Website des Baumwipfelpfads Schwarzwald


Seit 2017 gibt es außerdem einen vom Naturpark geförderten Märchenpfad und seit 2018 eine 300 Meter lange Hängeseilbrücke. Derzeit ist außerdem ein Abenteuerspielplatz in Planung. Eine weitere Idee ist ein Übernachtungskonzept im Baumhaus.

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