Zum Inhalt

Hauptnavigation

Ein Webangebot der:

Europäischer Landwirtschaftsfonds
für die Entwicklung des
ländlichen Raums:
Hier investiert Europa in die
ländlichen Gebiete.

 

Inhalt

Dörfer im Wandel – auch in Zukunft gut versorgt?!

Workshop aus der Reihe "Wieder Einkaufen im Ortskern", 12. April 2018 im Kloster Gravenhorst, Hörstel

Gastgeber: Lokale Aktionsgruppen (LAG) Steinfurter Land und Tecklenburger Land

Wie kann Nahversorgung in Dörfern und kleinen Orten in ländlichen Räumen auch in Zukunft funktionieren? Rund 30 Teilnehmer aus Kommunen, Wirtschaftsinitiativen und Interessengemeinschaften in den zwei LEADER-Regionen Steinfurter Land und Tecklenburger Land diskutierten diese Frage intensiv auf einem Workshop im Kloster Gravenhorst. Grundsätzlich ist die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs in den Städten der Region (noch) kein Problem. In kleineren Ortschaften und Dörfern ist die Lage jedoch höchst unterschiedlich. Die Spannbreite geht von Dörfern mit funktionierenden Dorfläden, Wochenmärkten oder mobilen Angeboten bis hin zu solchen, in denen die Versorgung schwierig ist.

Bald alles online?

Fakt ist aber auch, dass es im Kreis Steinfurt nicht gelingt, die gesamte Kaufkraft in der Region zu halten. Und das, obwohl die Aufenthaltsqualität in den Ortskernen in den letzten Jahren durchaus besser geworden ist. Veränderte Lebensgewohnheiten jedoch, der Wunsch nach verstärktem Erlebnis beim Einkaufen, die zunehmende Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel und der Online-Handel, verändern die Nahversorgungslandschaft nachhaltig. Vor diesem Hintergrund erörterten die Teilnehmer des Workshops, angeregt durch ein Projektbeispiel, die Handlungsoptionen für die eigene Region, den eigenen Ort intensiv.

Ohne Bürgerengagement geht es nicht

Im Zentrum der Veranstaltung stand zunächst die Vorstellung des Lebensmittelmarktes MarktTreff Barkauer Land aus Schleswig-Holstein, der in Kirchbarkau von der Bürgergenossenschaft Barkauer Land betrieben wird. Mit Frank Jedicke und Franz Schwarten standen zwei kundige Vertreter aus dem Barkauer Land Rede und Antwort, Jedicke ist Vorstand der Bürgergenossenschaft und Schwarten Bürgermeister der Gemeinde Kirchbarkau.

Nicht so sehr das Geld, sondern das Engagement der Bürger sei entscheidend für eine funktionierende Nahversorgung in kleinen Orten, in denen es sich für die großen Ketten nicht lohnt, eigene Läden zu errichten, so Frank Jedicke. Natürlich reiche das alleine nicht aus, es müsste auch den politischen Willen und ausreichende wirtschaftliche Perspektiven für den Markt geben, eine anerkannte Betreiberpersönlichkeit sei ebenfalls wichtig. Aber das Engagement sei zentral, und zwar in unterschiedlicher Form, von der aktiven Kommunikation der Bedeutung lokaler Angebote über die Bereitschaft, vorhandene Angebote konkret zu nutzen, zur praktischen Unterstützung des Ladens, beispielsweise an Tagen, an denen das Personal nicht ausreicht.

Versorgung, Erlebnis, Sozialer Ort

Ziel der gastgebenden Regionen war die Stärkung der Nahversorgung in den dörflichen Ortsteilen. So ging es in der Arbeitsphase des Workshops in drei Gruppen um die Themen Ortskerne stärken, Dorfläden und die Beteiligung der Akteure.

Beim Thema „Ortskerne stärken“ war beispielsweise wichtig, wie man mit Leerständen umgeht. Aber auch wie inhabergeführten Läden besser unterstützt werden könnten, zum Beispiel durch eine bessere und gemeinsame Vermarktung der Angebote. Ebenfalls in der Diskussion: Wochenmärkte nachfragegerechter gestalten, beispielsweise indem sie nachmittags oder sogar nachts öffnen.

Bei den „Dorfläden“ war die Frage, unter welchen Bedingungen Läden in Zukunft funktionieren können. Gestärkt werden könnte die wirtschaftliche Basis beispielsweise durch die Koppelung von Verkauf von Waren mit zusätzliche angebotene (Liefer-) Dienstleistungen. Auch Anreize, die es Vereinen schmackhaft machen, ihren Bedarf im lokalen Einzelhandel zu decken, könnte zu dessen Stärkung beitragen. Ebenfalls unterstützend wäre es zudem, wenn die Kommune das Ladenlokal stellen oder bei den Investitionen unterstützen könnte.

Bei allen Themen ist die „Beteiligung aller Akteure“ zentral. Diese beginnt bei der Schärfung des Bewusstseins der Verbraucher und endet nicht beim Marketing für den lokalen Handel (beispielsweise mit Apps zur gemeinsamen Vermarktung der vorhandenen Angebote). Das Ziel ist, dass aus Betroffenen Akteure und Mitmacher werden, dass das Ehrenamt gestärkt wird, beispielsweise durch Entlastung der Vereine, denn häufig ist es ergänzend tätig, um Nahversorgungsangebote aufrecht zu erhalten. Hierbei ist es wichtig, dass aber bei aller Bedeutung ehrenamtlicher Tätigkeiten, das freiwillige Engagement nicht überfordert und der persönliche Nutzen, den einzelne durch die Arbeit haben, deutlich wird.

Programm und Dokumentation

Workshop-Reihe

Der Workshop war eine Veranstaltung in einer von der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS), dem Bundesverband der Landgesellschaften (BLG), dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) und dem Deutschen Landkreistag (DLT) konzipierten Reihe dezentraler Veranstaltungen zum Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels.

Hauptnavigation

Service-Navigation

###ETRACKER###