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Ziele, Zuhören und Zeit

Mitmachen als Prinzip? Bürger_innenbeteiligung in Dorf- und Regionalentwicklung, 21. Januar 2015 in Berlin

Auf der Veranstaltung im Rahmen des Zukunftsforum Ländliche Entwicklung diskutierten rund 85 Teilnehmer_innen lebhaft über die Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern in regionalen und lokalen Entwicklungsprozessen. Aufgelockert durch „Einsprüche“ eines Improvisations-Theaters, nutzten alle Beteiligten die Möglichkeit zu intensiven Gesprächen an den sechs Tischen im „Dorf-Café“. Die Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS) hatte gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der LEADER-Aktionsgruppen (BAGLAG)und der Agrarsozialen Gesellschaft e.V. (ASG) zur Veranstaltung eingeladen.

Diskussionen am Café-Tisch, Zukunftsforum 2015

In den Gesprächen an den Tischen im Dorf Café wurde schnell klar, dass Bürgerbeteiligung mehr ist als das, was formal in vielen (Förder-) Programmen vorausgesetzt wird. Aber wenn Beteiligung ernst genommen wird, sind klare Ziele wichtig – ohne bereits die Ergebnisse zu kennen. Außerdem: Transparenz über die Möglichkeiten und den Prozess, das Aushalten auch von unbequemen Ergebnissen und – immer – genügend Zeit.

Betrachtet man das Thema näher, ergeben sich jedoch viele Fragen, auf die sechs erfahrene Regionalmanager_innen mit ihren Impulse zu Beginn der Veranstaltung eingingen: Warum sollen Menschen sich überhaupt beteiligen? Was ist ihre Motivation? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Wie die richtige Dauer? Was unterscheidet „echte“ von Schein-Beteiligung? Wer legitimiert wen? Wo liegen die Grenzen der Beteiligung? Was ist die gemeinsame „Sprache“? Was unterscheidet Menschen, die einfach nur gegen etwas aktiv werden, von denen, die etwas aufbauen wollen? Wie und wann werden Betroffene zu Beteiligten? Ist eine breite Beteiligung bei organisatorisch und technisch komplexen Projekten möglich? Und nicht zuletzt: Was heißt Beteiligung überhaupt?

Impulsvorträge zum Download (PDF-Datei, 812 KB)

Audio-Dateien zu Nachhören


Intensive Diskussionen und Ergebnisse zum Mitnehmen

Diskussionen im Dorf Café, Zukunftsforum 2015

Das Dorf Café

Die Impulse waren die Grundlage für intensive Diskussionen im „Dorf Café“, bei der alle Teilnehmer_innen in zwei Runden mit den Impulsgeber_innen diskutierten.

Die im Folgenden zusammengefassten Ergebnisse der Diskussionen an den Tischen wurden noch auf der Veranstaltung zusammengefasst und an die Teilnehmer_innen verteilt.


Was ist Bürgerbeteiligung? (Tisch 1)

Impuls: Meike Lücke (LEADER-Region Wesermarsch in Bewegung)
Gastgeber: Stefan Kämper (DVS)

  • Bürgerbeteiligung ist prozesshaft und kann unbequem sein,
  • Bürgerbeteiligung braucht Zeit,
  • eine Zielsetzung ist wichtig, sie muss jedoch ergebnisoffen formuliert sein,
  • wen will man/frau beteiligen? Darf oder soll im Vorfeld eine Auswahl der Beteiligten stattfinden?
  • sollte der Begriff Bürgerbeteiligung besser durch Bürgermitwirkung ersetzt werden?

    Was bringt Bürgerbeteiligung? (Tisch 2)

    Impuls: Dr. Hartmut Berndt (LEADER-Region Göttinger Land & BAGLAG)
    Gastgeber: Dr. Jan Swoboda (DVS)

    Bürgerbeteiligung:

    • bringt Transparenz und ist kein Selbstzweck,
    • kann Engagement und Eigenverantwortung stärken,
    • steigert Identität der Bürger durch Einfluss auf Entwicklung,
    • kann sachgerechte Entscheidungen voranbringen, regionales Wissen bündeln und bringt so mehr Klarheit in die Thematik,
    • hilft Positionen der Anderen zu verstehen und verringert Diskrepanz zwischen Entscheidern und Bürgern,
    • vor dem offiziellen Prozess beschleunigt diesen und kann Rechtfertigungsdruck aufbauen

      Wer lässt sich beteiligen? (Tisch 3)

      Impuls: Olaf Pommeranz (LEADER-Region Ostsee-DBR & BAGLAG)
      Gastgeberin: Anke Wehmeyer (DVS)

      • zielgruppenspezifische Ansprache und Motivation ist wichtig,
      • Ziele müssen deutlich formuliert sein, Thema muss klar sein,
      • Eigeninteresse deutlich machen,
      • Schlüsselakteure ansprechen und einbinden,
      • Erfolgreiche Bürgerbeteiligung kommunizieren

      Wann macht Bürgerbeteiligung Sinn? (Tisch 4)

      Impuls: Thomas Disser (LEADER-Region Odenwald & BAGLAG)
      Gastgeber: Michael Busch (ASG)

      • das Ziel der Bürgerbeteiligung muss klar sein, der Prozess ergebnisoffen

      Bürgerbeteiligung:

      • braucht Mandat, aber woher kommt dieses Mandat?
      • braucht Perspektive!
      • macht nur Sinn, wenn der Prozess transparent gestaltet ist, Ergebnisse festhalten!
      • muss zielgruppenspezifisch sein!
      • braucht professionelle Begleitung

      Wie organisiert man Bürgerbeteiligung? (Tisch 5)

      Impuls: Ina John (LEADER-Region Saale-Holzland)
      Gastgeberin: Ines Fahning (ASG)

      • Art der Bürgerbeteiligung vom Thema abhängig,
      • Transparenz muss vorhanden sein,
      • es muss formuliert werden, welches Ziel erreicht werden kann, man muss einen Plan haben,
      • muss gut vorbereitet werden, Moderation unbedingt notwendig,
      • abhängig von Ziel(-gruppen) große Veranstaltungsform oder Arbeitsgruppen wählen; wichtig ist, am Ende einer solchen Veranstaltung die Ergebnisse rückzukoppeln und zusammenzuführen

        Was kann Bürgerbeteiligung nicht? (Tisch 6)

        Impuls: Ines Kinsky (LEADER-Region Saalfeld-Rudolstadt & BAGLAG) | Gastgeber: Moritz Kirchesch (DVS)

        • Bürgerbeteiligung kann es nicht allen Recht machen,
          aber: sie kann mehr, als mensch denkt!
        • Thesen (des Impulses) wurden weitgehend bestätigt,
        • gesetzlicher Rahmen und richtiger Zeitpunkt wichtig

        Wie im „wahren Leben“: Theater-Gruppe provoziert

        Impro-Theater: Comedy Company in Aktion

        Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung bot die Veranstaltung den Teilnehmer_innen aber auch die Möglichkeit, sich in die Situation von Beteiligten zu versetzen. Die Comedy Company schaffte es mit ihrem Improvisations-Theater durch kreative Impulse der Veranstaltung eine „authentische Atmosphäre“ zu geben. Ins Programm eingestreut forderten die aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft entlehnten, forsch auftretenden Charaktere der Comedy Company die Teilnehmer_innen heraus. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden durch diese theatralischen Interventionen nach einem kurzen Moment der Verwirrung dazu angeregt, mitzudiskutieren und sich intensiv einzubringen.


        Veranstaltungen mit DVS-Beteiligung auf dem Zukunftsforum

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