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Netzwerktreffen Dorfereneuerung und-entwicklung

Workshop am 10. und 11. März 2015 in Gotha

Am 10. und 11. März 2015 trafen sich über 30 Vertreter aus Politk, Verwaltung, Wissenschaft und Praxis zum dritten Netzwerktreffen Dorferneuerung und -entwicklung in Gotha, um sich zu aktuellen Themen im Bereich der Dorfentwicklung auszutauschen.

Veranstaltungstag 1

Zum Auftakt berichteten Vertreter aus den Ländern über die  jeweilige strategische Ausrichtung der Dorfentwicklung in der aktuellen Förderphase sowie über wesentliche Neuerungen gegenüber dem vergangenen Förderzeitraum. Die einzelnen Länder verfolgen in der Dorfentwicklung dabei unterschiedliche Ansätze. So werden in Sachsen Maßnahmen der Dorfentwicklung über LEADER umgesetzt, während in Rheinland-Pfalz aufgrund bürokratischer Hürden in der Dorfentwicklung auf EU-Mittel verzichtet wird. Auch Landesmittel kommen sehr unterschiedlich zum Einsatz. Während Baden-Württemberg hauptsächlich auf Landesmittel setzt, verzichtet Nordrhein-Westfalen beispielsweise ganz auf den Einsatz eigener Haushaltsmittel.

Inhaltlich orientieren sich die Länder in der Dorfentwicklung an den Vorgaben der Gemeinschaftsaufgabe Agrar- und Küstenschutz (GAK). Gleichzeitig setzen sie aber auch eigene Schwerpunkte. So steht im Saarland die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements im Fokus und Hessen setzt auf die Innenentwicklung inklusive der Förderung von Rückbau. Insgesamt zeigte sich, dass vermehrt die Region und nicht das einzelne Dorf im Fokus der Dorfentwicklung steht. So werden zum Beispiel in Thüringen zukünftig verstärkt Dorfregionen anerkannt.

Weitere Informationen zum Thema Dorfentwicklung in den Ländern finden Sie hier

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung standen der demografiegerechte Dorfumbau sowie die Organisation von Wissenstransfer im Vordergrund. Zum Einstieg in das Thema Dorfumbau berichtete Herr Markus Thieme vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie über das Vorgehen und die Erfahrungen aus dem Dorfumbau im Freistaat Sachsen. Im Anschluss stellte Frau Jana Ahnert das Projekt „miteinandERleben – Generationenenbahnhof Erlau“ vor. Zur Frage, wie der Transfer von Wissen organisiert werden kann, lieferte Herr Thomas Becker von der Verbandsgemeinde Landstuhl in Rheinland-Pfalz mit den Erfahrungen aus dem Projekt der „Leerstandslotsen“ eine mögliche Antwort. Wesentlich für den Erfolg des Projektes ist die Kommunikation zwischen den verschiedenen Ebenen.

Die Vorträge zum Download als PDF

Dorfumbau in Sachsen - von Barrierefreidenkern und Bahnhofsverstehern
Markus Thieme; Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

miteinandERleben Generationenbahnhof Erlau - von Barrierefreidenkern und Bahnhofsverstehern
Jana Ahnert; Generationenbahnhof Erlau e.V.

"Leerstandslotsen" in der Verbandsgemeinde Landstuhl (Rheinland-Pfalz)
Thomas Becker; Verbandsgemeinde Landstuhl

Im Anschluss an die Vorträge verteilten sich die Teilnehmenden auf zwei parallele Workshops, um die Fragen in kleineren Gruppen intensiver zu diskutieren.

Dorfumbau in Zeiten knapper finanzieller Mittel

Als Start in die Diskussion suchten die Teilnehmenden zunächst Herausforderungen, die den Dorfumbau betreffen. Im Verlauf wurden zwei Themen herausgearbeitet, mit denen sich jeweils ein Teil der Workshopteilnehmer beschäftigte. Eine Gruppe setzte sich mit dem Ziel auseinander, wie Innenentwicklung gestärkt und Außenentwicklung verhindert werden könne. Dabei wurden zum Beispiel sowohl die Beratung als auch die Möglichkeit des Zwischenerwerbs leerstehender Immobilien durch die Kommune als sinnvolle Lösungsansätze angesehen. Auch der Abriss von Gebäuden wurde als Lösung diskutiert. Dieser sollte allerdings nur nach genauer Prüfung als Einzelfallentscheidung möglich sein. Wichtig, so war man sich einig, ist es, dieses Ziel weiterhin zum Thema zu machen.

Die zweite Gruppe stellte sich die Frage nach der Bindung von Jugendlichen. Ein wesentlicher Lösungsansatz war die Beteiligung der Jugendlichen an konkreten Projekten. Hier wurde zum Beispiel vorgeschlagen, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an kommunalen Entscheidungsprozessen rechtlich zu verankern. Gefordert ist hier natürlich die gesamte Bevölkerung und auch die Jugendlichen selbst. Insbesondere werden aber Bürgermeister, Gemeinderat und auch die Kirche als wesentliche verantwortliche Akteure genannt.

Die Ergebnisse des Workshops zum Download als PDF

Themensammlung

Innenentwicklung stärken, Außenentwicklung verhindern

Bindung von Jugendlichen

Wie kann Wissenstransfer unterstützt/organisiert werden?

Die allgemeine Annäherung an das Thema erwies sich als schwierig und die Herausforderungen für den Transfer von Wissen als komplex. Dabei müssen zunächst einige Fragen geklärt werden: Wer ist die Zielgruppe und welches Medium sollte in Bezug auf die Zielgruppe verwendet werden? Welche Informationen sind relevant und wer entscheidet dies bzw. bündelt diese? Hinzu kommen Herausforderungen wie beispielsweise weite Wege zwischen Bürgern und Verwaltung und knappe, sowohl personelle als auch finanzielle, Ressourcen. Wichtig ist in jedem Falle, eine gemeinsame Sprache zu finden.

Die Ergebnisse des Workshops zum Download als PDF

Veranstaltungstag 2

Der zweite Veranstaltungstag widmete sich den Fragen, wie die Daseinsvorsorge in der Region abgestimmt und organisiert werden kann und welche Chancen Zuwanderung für schrumpfende Regionen bietet und sich diese Potenziale nutzen lassen. Zum Einstieg in das Thema Organisation von Daseinsvorsorge stellte Herr Torsten Sommer von der Akademie für ländliche Räume Schleswig-Holstein e.V. die Ergebnisse einer Studie über die Zukunftsfähigkeit der Grundschulen in den ländlichen Räumen Schleswig-Holsteins vor. Den Impuls zum Thema Zuwanderung gab Frau Dagmar Kirchhoff von der Schader-Stiftung unter der These "Integration ist ein Zukunftsthema für ländliche Räume".

Die Vorträge zum Download als PDF

Die Zukunftsfähigkeit der Grundschulen in den ländlichen Räumen Schleswig-Holsteins
Torsten Sommer; Akademie für die ländlichen Räume Schleswig-Holstein e.V.

Integration ist ein Zukunftsthema für ländliche Räume
Gudrun Kirchhoff; Schader Stiftung

Im Anschluss verteilten sich die Teilnehmenden wie am Vortag auf zwei parallele Workshops, um die Fragen in kleineren Gruppen intensiver zu diskutieren.

Wie kann man Daseinsvorsorge in der Region abstimmen und organisieren?

Ziel muss es aus Sicht der Diskutanten sein, ein Problembewusstsein sowohl in der Bevölkerung, als auch in der Lokalpolitik zu schaffen. Die wesentliche Herausforderung bei der Organisation von Daseinsvorsorge in der Region ist es, das Kirchturmdenken zu überwinden. Als mögliche Lösungsansätze wurden beispielsweise ein Masterplan Daseinsvorsorge genannt oder der Landkreis als Regionalentwickler vorgeschlagen. In diesem Zusammenhang wurde auch die Definition der Kommunalen Pflichtaufgaben diskutiert mit dem Hinweis, die Kommunalpolitik an ihre Pflichten zu erinnern. Auch in diesem Bereich ist wieder die Bevölkerung, aber insbesondere auch Politik und Verwaltung gefragt.

Die Ergebnisse des Workshops zum Download als PDF

Zuwanderung als Chance für schrumpfende Regionen – wie lassen sich Potenziale nutzen?

Im Bereich der Zuwanderung muss auf die verschiedenen Gruppen von Zuwanderern geachtet werden, da hier unterschiedliche Voraussetzungen bestehen. Einig war man sich unter den Workshopteilnehmern, dass die Zuwanderung zahlreiche Potenziale, von neuen Impulsen über die Stärkung der Gemeinschaft bis hin zum Zuzug von Fachkräften, bietet. Unabhängig der Herkunft und der Art der Zuwanderer ist es wichtig eine Willkommensstruktur zu schaffen. Es muss die Frage im Vordergrund stehen, was der Ort, die Region tun kann, um für Zuwanderer attraktiv zu sein. Die Dorfgemeinschaften müssen für dieses Thema sensibilisiert werden. Ein möglicher Lösungsansatz ist zum Beispiel aus Sicht der Diskutanten die Erarbeitung eines regionalen Zuwanderungskonzepts. Gefordert ist das gesamte Dorf, aber auch Kirchen, Presse sowie die Landkreise. Zu Beginn ist insbesondere die Aufklärung, die Veröffentlichung guter Beispiele und die Information über Aktivitäten und Partner wichtig.

Die Ergebnisse des Workshops zum Download als PDF

Potenziale durch Zuwanderung

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