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Nah und gut versorgt

Exkursion in den Dorfladen Otersen; Bild: DVS

Workshop am 11. und 12. Dezember 2012 in Verden

Die Dokumentation der Veranstaltung finden Sie hier.

Statt flächendeckend kleine Verkaufsmöglichkeiten zu erhalten, setzen die Lebensmittelhändler auf immer größer werdende Verkaufsstellen mit großen Produktpaletten an wenigen zentralen Orten. Die Folge: In vielen ländlichen Räumen bricht die Nahversorgung zusammen. Grund hierfür sind auch die Ansprüche der Konsumenten, die mit einer gestiegenen Mobilität einhergehen: mehr Auswahl für weniger Geld.

Doch es gibt durchaus noch andere Verbraucherbedürfnisse: nach persönlicher Ansprache im Geschäft, nach kurzen Wegen zu den Gütern des täglichen Bedarfs sowie zu angegliederten Dienstleistungen. Dies gilt gerade für ältere Menschen oder Bevölkerungsgruppen, die ungewollt oder gewollt weniger mobil sind. Auch die Identifikation mit dem Heimatort kann ein Grund sein, wieso manche Bürger Dorfläden bevorzugen, vor allem dann, wenn diese gleichzeitig – zum Beispiel in Kombination mit einem Café – einen Kommunikationsort bieten.

Workshop mit Theorie und Praxis

Um zu ergründen, wie mit dieser Situation umzugehen ist, fand vom 11. bis 12. Dezember in Verden der Workshop "Nah und gut versorgt" statt. Rund 80 Teilnehmer diskutierten hier Möglichkeiten, bestehende Versorgungslücken zu schließen.

Zu Beginn des Workshops wurde ein Überblick über die Dorfläden in Deutschland gegeben. Außerdem wurden die Perspektiven der Nahversorgung vorgestellt (siehe auch Informationskasten). Nach der kurzen Einführung ging es dann zur Besichtigung des Dorfladens in Otersen. Die Teilnehmer sollten vor Ort praktisch erfahren, wie ein Dorfladen entsteht, wie sich das Sortiment zusammensetzt, welche Bedeutung ein Dorfcafé hat und welche Rolle die Mitarbeiter spielen.

Nach dem gemeinsamen Ausflug in die Praxis kam anschließend die Theorie: Günter Lühning vom Dorfladennetzwerk stellte vor, wie aus einer Idee ein Konzept und daraus ein kleiner Lebensmittelmarkt wird. Mathias Fiedler vom Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften ging auf die Vor- und Nachteile verschiedener Rechtsformen ein. Um Finanzierungsfragen und -möglichkeiten drehte sich der letzte Vortrag und die abschließende Diskussion. Am zweiten Tag rotierten die Teilnehmer durch drei Workshops. An Fallbeispielen diskutierten sie Themen wie die Erstellung einer Machbarkeitsstudie, das Herausarbeiten von Alleinstellungsmerkmalen und die Förderung der lokalen Unterstützung.

Handlungsbedarf vorhanden

Die meisten Teilnehmer sind selber von einem mangelnden Versorgungsangebot in ihren Wohnorten betroffen, dementsprechend intensiv war die Kommunikation untereinander. Dies zeigt, dass es auch zukünftig noch viel Rede- und Austauschbedarf gibt – wie auch in den Bewertungsbögen gefordert. Mehr Informationen zu betriebswirtschaftlichen Fragen wie der optimalen Preisgestaltung oder intensive Gruppenarbeiten an einzelnen Fallstudien könnten Themen für weitere Veranstaltungen sein.


Frisch aus der Denkschmiede

Im Rahmen einer Studie, beauftragt vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Siedlungsentwicklung, hat das Thünen-Institut zusammen mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung das Thema Nahversorgung in ländlichen Räumen bearbeitet. Eine aktuelle Veröffentlichung fasst den Forschungsstand sowie bestehende Unterstützungsstrukturen zusammen und betrachtet einzelne Versorgungskonzepte. Eine Besonderheit ist die systematische Bestandsaufnahme von Nahversorgungspunkten, die über eine reine Beschreibung von Einzelbeispielen hinausgeht. Vier Fallstudien werden intensiver untersucht und gewonnene Erkenntnisse herausgearbeitet. Internationale Erfahrungen und Empfehlungen für die Raumentwicklungspolitik schließen die Veröffentlichung ab. Inhalte aus der Studie werden im LandInForm 2.2013 vorgestellt.

Die Publikation können Sie auf der Website des BBSR kostenlos herunterladen.

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