Projekte der ländlichen Entwicklung

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1. Pfälzerwald-Lamm-Initiative

Stand:

06.07.2012

Kontakt:

Naturpark Pfälzerwald e.V.
Franz-Hartmann-Straße 9
67466 Lambrecht/Pfalz
Helmut Schuler (Projektträger)
Telefon: 0 63 25 / 95 52 17
E-Mail: h.schuler@pfaelzerwald.de

ELER-Förderung:

ja

Finanzierung:

  • Gesamtkosten: 9.897 EUR
  • Leader-Förderung: 5.443 EUR

Laufzeit:

28.04.2010 bis 28.09.2011

Themen:

  • Bildung, Beratung und Information
    • Schulprojekte
  • Landschaft
  • Landwirtschaft und Natur
    • Öffentliche Güter
  • Landwirtschaftliche Produkte
    • Produkte im Lebensmittelbereich
  • Naturschutz
    • Artenschutz
  • Vermarktung
    • Marketing/Öffentlichkeitsarbeit

Förderperiode:

  • ELER 2007 - 2013

Beschreibung

Zusammenfassung:

Zur Verbesserung des Images der Schäfereibetriebe wurde erstmalig eine Kampagne im Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen durchgeführt. Dabei wurden Schäfer gefördert, die nachhaltig wirtschaften. Gleichzeitig diente dieses Vorhaben dem Artenschutz auf ökologisch wertvollen Grünlandstandorten sowie dem Erhalt einer vielfältigen Kulturlandschaft.

Das Projekt verfolgte einen integrativen Ansatz, indem es Aspekte des nachhaltigen Tourismus und der Bildung für nachhaltige Entwicklung berücksichtigt. Erstmalig wurde im Rahmen dieses Projektes ein Netzwerk und Austausch verschiedener Akteure (Betriebe, Verwaltungen, Gastronomen etc.) gefördert. Die dauerhafte Fortführung des Projektes wurde und wird durch den Projektträger Naturpark Pfälzerwald e.V. gewährleistet.

Ausgangssituation:

Die attraktive Erholungslandschaft im Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen stellt gerade unter dem Gesichtspunkt einer nachhaltigen touristischen Entwicklung das Hauptkapital für diese periphere und strukturschwache Region dar. Dabei spielen die Offenlandbereiche im walddominierten Pfälzerwald als wichtiger Baustein einer abwechslungsreichen Kulturlandschaft, aber auch aus Artenschutzgründen, eine wesentliche Rolle. Der Erhalt der Offenlandbereiche wird deshalb von den unterschiedlichsten Akteuren gefordert und stellt eines der prioritären Leitziele im Handlungsprogramm des Biosphärenreservates dar.

Zur Pflege der Offenlandbiotope sind Schäfereibetriebe und einige Ziegenhalter im Pfälzerwald und seinen angrenzenden Regionen unersetzliche Partner. Die heute beweideten Flächen würden bei einer Nutzungsaufgabe verbuschen und somit wieder bewalden. Damit würde die Arten- und Biotopvielfalt dieser offenen Kullturlandschaft verloren gehen. Die Schäfer erhalten eine jährliche Beweidungsprämie, wodurch sich ein ökologisch sinnvolles und kostengünstiges System der Biotoppflege im Pfälzerwald etabliert hat.

Dennoch sehen sich die Schäfereibetriebe in den letzten Jahren zunehmend mit Problemen verschiedenster Art konfrontiert: schlechtes Image, Preisverfall von Wolle und Fleisch durch Billigimporte, Absatzprobleme wegen fehlender Logistik, dramatischer Rückgang der Schlachtmöglichkeiten in der Region, Abriegelung der Triftwege oder auch Unsicherheit bezüglich der Betriebsprämie. Diese Probleme haben dazu geführt, dass viele Schäfer in ihrer Existenz bedroht sind und mittel- und langfristig keine Entwicklungsperspektive mehr sehen.

Inhalt:

Eine "Kulinarische Lammwoche", begleitet durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit, wurde bei den regionalen Gastronomen mit Lammfleisch aus dem Biosphärenreservat durchgeführt. Durch die Nachfragesteigerung über die Vermarktung des Fleisches als regionales Qualitätsprodukt mit Bezug zum Landschaftsbild wurde die Menge des vermarkteten Lammfleisches erhöht und ein besserer Preis erzielt.

Eine Wanderausstellung sowie ein erstmals durchgeführtes Schäferfest bewarb ein positives Image für den Berufsstand des Schäfers und seine Arbeit. Die Bedeutung des archaischen Berufs der Schäfer als Kulturlandschaftspfleger und Unterstützer für den Artenschutz wurde hervorgehoben. Bei dem Schäferfest wurden typische Lammprodukte und Gerichte angeboten, lebende Schafe und Ziegen präsentiert und die Verarbeitung von Fleisch und Wolle vorgestellt. Ebenso wurde das gesamte Projekt einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Verschiedene Projekte im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (Exkursionen, Vorträge, Kurse) etablierten die Thematik Schäferei, Artenschutz und Kulturlandschaftspflege bei verschiedenen Bildungseinrichtungen.

Ziele:

Hauptziel war die Entwicklung ländlicher Räume und die Sicherung bestehender Arbeitsplätze durch die extensive Beweidung der Flächen durch Herden von Schaf- und Ziegenhaltern.

Weitere Ziele waren die Nachfragesteigerung nach regionalem Lammfleisch, bessere Preise für Fleisch und Wolle sowie ein verbessertes Image für die Schäfer im Biosphärenreservat.

Für den Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung waren insbesondere Kinder und Jugendliche (Stichwort "Lernort Bauernhof"), die das Erlebte in die Familien tragen können, die Hauptzielgruppe. Für die Imagekampagne im Pfälzerwald sollten alle Besucher und Bewohner sowie Schulklassen der Region angesprochen werden.

Besonderheiten:

Erstmalig wurde im Rahmen des Projektes ein Netzwerk und der Austausch verschiedenster Akteure wie Betriebe, Verwaltungen, Bildungseinrichtungen, Gastronomen, Verbände etc. gefördert. Ebenso wurden auch die Einzelprojekte partizipativ mit all diesen Beteiligten geplant und durchgeführt.

Perspektiven:

Die Pfälzerwald-Lamm-Initiative wird seit 2010 regelmäßig vom Träger des Projektes, dem Naturpark Pfälzerwald e.V., durchgeführt und erfreut sich mit seinen verschiedenen Bestandteilen - insbesondere mit der "kulinarischen Lammwoche" und dem Schäferfest - großen Zuspruchs.

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete.

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