Zum Inhalt

Marginal-Spalte (weiterführende Informationen zum Thema)

Hauptnavigation

Ein Webangebot der:

Europäischer Landwirtschaftsfonds
für die Entwicklung des
ländlichen Raums:
Hier investiert Europa in die
ländlichen Gebiete.

 

Inhalt

Tourismus & Freizeit

Wildnis entsteht im Kopf

Im Mai 2015 wurde der Nationalpark Hunsrück-Hochwald eröffnet – wie die Mehrheit der deutschen Nationalparke ein Waldnationalpark. Der Förster Claus-Andreas Lessander hat dessen Entstehung begleitet und seine Erfahrungen von der Idee über die Bürgerbeteiligung bis zur Konkretisierung des Konzepts in einem Buch zusammengefasst: sein "Statement zum Thema Nationalpark". Tatsächlich ist es ein humorvoller Erlebnisbericht mit thematischen Einschüben. Zu Beginn geht es um den Beteiligungsprozess in Rheinland-Pfalz, die Idee eines Nationalparks und seiner internationalen sowie nationalen Definition. In Deutschland ist das Bundesnaturschutzgesetz die rechtliche Grundlage und dessen unbestimmten Rechtsbegriffen widmet sich Lessander mit Amüsement: zum Beispiel dem Passus, der fordert, dass ein Nationalpark in einem überwiegenden Teil von Menschen nicht oder wenig beeinflusst sein soll. Aber: "In Deutschland kann man nur Kulturlandschaft unter Schutz stellen, weil es nichts anderes gibt", stellt er fest. Der Autor zeigt verschiedene Perspektiven. Selbst überzeugt von der Nationalparkidee, kann er nachvollziehen, dass ein Förster dadurch sein Lebenswerk eines nachhaltig bewirtschafteten Waldes zerstört sieht.

Insbesondere im zweiten Teil wirft er zudem grundlegende Fragen auf: Was ist Wildnis? Und ist der Mensch ein Teil der Natur? Dabei blickt er auf andere Länder und das Weltgeschehen, um stets zum Nationalpark Hunsrück-Hochwald zurückzukehren. Dort gibt es Wildnis – als Prozessschutzgebiet. Und die Bürger sind "lokale Gemeinschaften" – denn dann darf laut internationaler Richtlinie auch der Wunsch nach Brennholz im Nationalparkkonzept berücksichtigt werden. Wer dem Buch unvoreingenommen begegnet, dem ermöglicht es, unterschiedliche Standpunkte zum Thema kennenzulernen und die eigenen zu reflektieren. Dabei liest sich der Text sehr unterhaltsam: mit einer Fülle an Anekdoten und eingestreutem Fachwissen, das allgemeinverständlich formuliert ist.

Claus-Andreas Lessander: Der Ruf nach Wildnis – Die Geburtsstunde eines Nationalparks, 2016, 208 Seiten, oekom-Verlag, München, 19,95 Euro, ISBN 978-3-86581-787-7


Faszination Natur touristisch erlebbar machen

Reiseziele in deutschen Kulturlandschaften und Schutzgebieten bieten ein großes Potenzial an Erlebnismöglichkeiten in der Natur und können mit entsprechenden Angeboten für Besucher attraktiv werden. Insbesondere in Naturparken und Biosphärenreservaten ist es ein Entwicklungsziel, den Naturschutz mit Regionalentwicklung und nachhaltigen Einkommensquellen, wie dem sanften Tourismus, zu kombinieren. Der Verband Deutscher Naturparke (VDN) und Europarc Deutschland haben mit Unterstützung einer Unternehmensberatung einen Leitfaden entwickelt, der Regionen dabei unterstützt, ihr touristisches Naturerlebnisangebot auszubauen oder zu verbessern.

"Faszination Natur erlebbar machen" steht dem Leser dabei in zwei Versionen zu Verfügung: Der "Wegweiser" bietet eine umfangreiche Hilfestellung; der "Leitfaden" ist dessen komprimierte Fassung und als konkrete Arbeitshilfe konzipiert. Sie ermöglicht dem Leser einen schnellen Einstieg in das Thema, um auszuloten, ob und welche Naturerlebnisangebote in einer Region vielversprechend sein könnten. Die beiden Ratgeber bündeln wichtige Informationen und geben Empfehlungen mit deren Hilfe es schnell gelingen kann, aus einer Idee ein Angebot zu entwickeln, eine geeignete Zielgruppe auszuwählen, die richtigen Partner zu identifizieren und die nächsten Schritte zu planen. Die Arbeitshilfen zielen schwerpunktmäßig darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen touristischen Partnern und Schutzgebieten auszubauen. Dennoch kann der Leitfaden auch für Regionalmanagements oder LEADER-Gruppen eine nützliche Lektüre sein, um Potenziale für Naturtourismus zu identifizieren und Angebote zu entwickeln.

Verband Deutscher Naturparke e. V. (VDN) und Europarc Deutschland e. V. (Hrsg.): Faszination Natur erlebbar machen. Wegweiser für die Konzeption und Umsetzung von Naturerlebnisangeboten in den Nationalen Naturlandschaften, 2016, 100 Seiten, Wegweiser und kurzer Leitfaden im Download verfügbar unter www.naturparke.de


Tourismus als Chance

Diese Publikation schließt eine Informationslücke: In 21 Artikeln behandeln 29 Autoren aus Wissenschaft, Beratungsunternehmen, Verbänden und Verwaltung umfassend das Thema Tourismus im ländlichen Raum. Neben Definitionen und Grundlagen werden Aspekte beleuchtet wie Ökonomie und Wertschöpfung, Angebot- und Nachfragepotenziale, Organisations- und Vermarktungsstrukturen, Kommunikation, Förderung, Schutzgebiete, Nachhaltigkeit und Klimawandel. Detaillierte Auswertungen von Forschungsvorhaben, Statistiken und Umfragen veranschaulichen das Thema praxisnah. Die Vorstellung ausgewählter Beispielregionen verdeutlicht die Thematik und die Realität in den Regionen.

So erfahren zum Beispiel Betreiber von Beherbergungsbetrieben, welche Wünsche ihre Zielgruppen bestimmen und Kommunalvertreter, welche Auswirkungen und Bedeutung Investitionen in den Tourismus in ihrer Gemeinde haben. Die Autoren vermitteln die Chance des Tourismus für viele ländliche Räume: Eine interessante und wertvolle Lektüre für Praxis, Wissenschaft und Politik vor Ort, die eine Fortsetzung finden sollte.

Hartmut Rein und Alexander Schuler (Hrsg.): Tourismus im ländlichen Raum, Verlag Springer Gabler, Wiesbaden 2012, 375 Seiten, ISBN 978-3-8349-3353-9


Jeder ist Bürgermeister ...

... zumindest für eine Spiellänge. Das Strategiespiel „Was braucht ma auf`m Dorf?“ vom Verein ProNah macht es möglich. Mit der Abwanderung von Menschen, schrumpfenden Dörfern oder solchen, die reine Schlaforte sind, müssen sich viele Kommunalpolitiker beschäftigen. Deshalb ist das Hauptziel des Spiels „Bewusstsein zu wecken, dass man auf dem Dorf nicht nur wohnt, sondern auch lebt“, so Paul Nagler, Bürgermeister der Gemeinde Holzgünz im Allgäu. Deshalb gehöre zum Leben der Tante-Emma-Laden ebenso wie ein funktionierendes Vereinsleben, Wirtshäuser und vieles mehr.

Und darum geht es im Spiel: Die Spieler sollen als Bürgermeister ihr Dorf lebenswert gestalten. Sie siedeln Bäckereien, Dorfläden, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe an und verbessern die gemeindlichen Einrichtungen. Gewonnen hat am Ende der Bürgermeister mit den meisten „Wohlfühlfaktoren“ und damit der höchsten Einwohnerzahl. Deren Berechnung hängt aber auch von der Bewertung der Lebensqualität des jeweiligen Dorfes durch die Mitspieler ab. Also: Kooperieren mit den Nachbarn lohnt sich!

Zusammen mit Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller und dem Landrat des Landkreises Unterallgäu Hans-Joachim Weirather wurde das durch Leader+ geförderte Spiel Anfang September der Öffentlichkeit präsentiert. Eine weitere Gelegenheit, das Spiel kennenzulernen, bietet sich Anfang Oktober. Dann wollen die Unterallgäuer Bürgermeister bei einem gemeinsamen Spielabend herausbekommen, wer bei „Was braucht ma auf`m Dorf?“ der cleverste Gemeindechef ist.

ProNah e.V. (2008): Was braucht ma auf`m Dorf?, Spiel für 4 - 6 Personen ab 12 Jahren. Preisempfehlung 19,00 € erhältlich ab Oktober im Handel und über:

www.pronah.de


Reittourismus in Deutschland – Wachstumsmarkt mit Zukunft

Im Juni 2009 ist die Marktanalyse „Tourismus rund ums Pferd“ erschienen. Basierend auf einer bundesweiten Befragung von 900 Personen (Reiter, Fahrer und Pferdeinteressierte), zusätzlichen Expertengesprächen und der Auswertung vorhandener Informationen wurden hier erstmalig differenzierte Erkenntnisse über den Reittourismus in Deutschland zusammengestellt.

Neben einer genauen Analyse der Angebotsseite wird auch die Nachfrageseite unter die Lupe genommen. Dabei werden neun Typen von Reittouristen klassifiziert, die sich in bestimmten demografischen Merkmalen, in unterschiedlichem Reit-, aber auch Urlaubsverhalten sowie in Motiven unterscheiden. Ein Blick in die Verteilung der einzelnen Marktsegmente wie Wander- oder Kinderreiten, die Darstellung der Zufriedenheit der Touristen mit dem erlebten Urlaub und die Potenziale dieser Urlaubsform runden die Marktanalyse ab. Im letzten Kapitel entwickeln die Herausgeber Handlungsempfehlungen und fordern beispielsweise eine geschlossene Vermarktung Deutschlands als Reiturlaubsland. Große Potenziale werden auch im Tagestourismus und bei der Gruppe der Pferdeinteressierten, die selbst nicht aktiv reiten, gesehen.

Zum Abschluss jedes Kapitels werden die wichtigsten Erkenntnisse noch einmal zusammengefasst. Zusätzliche Infos wie Ansprechpartner oder die rechtlichen Rahmenbedingungen sind im Anhang aufgeführt.

 

BTE Tourismusmanagement Regionalentwicklung in Kooperation mit der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (Hrsg.), 2009: Tourismus rund ums Pferd. Marktanalyse. FN-Verlag Warendorf, ca. 200 Seiten.    Bestellnummer: ISBN 978-3-88542-644-8


Hauptnavigation

Service-Navigation

###ETRACKER###