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LEADER

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LEADER 2014-2020

LEADER aus der Luft

LEADER besteht weiterhin als Teil des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und ist inhaltlich an die sechs Förderprioritäten gebunden, die im Artikel 5 der ELER-Verordnung aufgeführt sind. Die größte inhaltliche Überschneidung besteht mit der Priorität 6 (Förderung der sozialen Eingliederung, der wirtschaftlichen Entwicklung und der Bekämpfung der Armut in den ländlichen Gebieten).

In der laufenden Förderperiode ist die Zahl der LEADER-Regionen von 244 auf 321 gestiegen. Einige der neu dazugekommen LEADER-Regionen wurden in der Vergangenheit bereits national als ILE-Regionen über die Gemeinschaftsaufgabe Agrar- und Küstenschutz (GAK) gefördert. Deutschlandweit sind durchschnittlich 13 Prozent des ELER-Budgets für LEADER vorgesehen (insgesamt rund eine Milliarde Euro). Jedes Bundesland bestimmt selbst, wieviel Prozent es für LEADER einsetzen möchte. Während in Sachsen 40 Prozent aller ELER-Mittel in die LEADER-Regionen fließen, sind es in Thüringen und Bayern nur knapp sechs Prozent. Entsprechend sind die LAGs finanziell unterschiedlich stark aufgestellt. Die Mittelausstattung schwankt je nach Bundesland, Einwohnerzahl, Flächengröße und Qualität der Entwicklungsstrategie zwischen zwei und 33 Millionen.

Die Region entwickeln – Projekte mit Strategie umsetzen

Die Grundlage für die Anwendung von LEADER in Deutschland sind die Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum der Bundesländer, die sich aus den Verordnungen der EU-Kommission ergeben und in jedem Bundesland individuell angepasst werden. Im Vergleich zur vergangenen Förderperiode können die LAGs grundsätzlich ihre Themen wieder freier gestalten und sind nicht mehr an Maßnahmen gebunden. Dafür wird den Regionalen Entwicklungskonzepten (REK) ein höherer Stellenwert beigemessen. Sie haben mit den darin beschriebenen Zielen einen Richtliniencharakter erhalten und dienen den LAGs als Grundlage bei der Auswahl der Projekte. Damit einher gehen höhere Anforderungen an die Selbstevaluierung der erzielten Ergebnisse.
Die Europäische Kommission hat den LAGs nach Genehmigung der Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum zusätzliche und engere Vorgaben zur Auswahl von Projekten gemacht. Die Bundesländer waren aufgefordert, diese Vorgaben entsprechend umzusetzen. Dafür haben Bund und Länder Empfehlungen zur Projektauswahl durch die Lokalen Aktionsgruppen formuliert und im Mai 2015 in neuer Fassung veröffentlicht.

Gemeinsamer Strategischer Rahmen prägt LEADER

Die Europäische Kommission hat in dieser Förderphase erstmalig einen Gemeinsamen Strategischen Rahmen (GSR) für alle Strukturfonds entwickelt und damit den Versuch unternommen, die Fonds einander anzunähern. Mit der Einführung des GSR entfällt der nationale Strategieplan, der bisher den Rahmen von ELER – und damit auch LEADER – in Deutschland für die Bundesländer geregelt hat. LEADER ist nun im GSR geregelt. Der GSR gilt für

  • den Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)
  • den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
  • den Europäischen Sozialfonds (ESF)
  • den Kohäsionsfonds und den Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF)

und soll den großen EU-Fonds eine einheitliche Grundausrichtung geben. Er bildet zusammen mit den Partnerschaftsverträgen auf nationaler Ebene den Förderüberbau und soll die Koordination und Integration der EU-Politiken zur Umsetzung von Europa 2020 gewährleisten.

Die Idee eines Multifondsansatzes

Im Sinne des GSR wurde in der laufenden Programmperiode der Multifondsansatz eingeführt. Dieser sieht vor, dass lokale Entwicklungsstrategin der LEADER-Regionen über alle am GSR beteiligten Fonds umgesetzt werden können, nach dem Prinzip: ein Gebiet, eine Strategie, mehrere Finanzierungsquellen. Die Generaldirektionen AGRI, EMPL, MARE und REGIO der Europäischen Kommission haben für den Multifondsansatz eine Anleitung zur gemeinschaftsgeführten lokalen Entwicklung (PDF-Datei, 727 KB) verfasst.

Der LEADER-Ansatz wird unter dem weiter gefassten Namen Community-Led Local Development (CLLD, auf Deutsch: von der örtlichen Bevölkerung betriebene lokale Entwicklung) auf die drei weiteren EU-Fonds ausgeweitet. Ein Leitfaden für lokale Akteure zu Community-Led Local Development, CLLD (PDF-Datei, 2,5 MB) ergänzt die Vorgaben für LEADER-Akteure. Eine zwingende Verpflichtung zur Umsetzung lokaler Strategien mit dem CLLD beziehungsweise der LEADER-Methode gibt es nur im ELER mit dem bisherigen Mindestsatz von fünf Prozent.

Einzelmaßnahmen können mit dem Multifonds-Ansatz auch aus zwei oder mehr der vier EU-Fonds gleichzeitig gefördert werden. Der Multifonds-Ansatz wird in Grundzügen in Deutschland bisher nur in Sachsen-Anhalt umgesetzt. Lesen Sie dazu den Artikel "Sachsen-Anhalt fördert fondsübergreifend" (PDF, 148 KB) aus der LandInForm 2.2014.

Trotz der Verankerung im GSR bleibt LEADER im Rahmen des ELER Bestandteil der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Dies hat zur Folge, dass sich die administrative Abwicklung, Kontrolle und Sanktionierung weiterhin den Vorschriften der GAP unterwerfen muss. Die Umsetzung lokaler Ansätze im Rahmen des EFRE, des ESF oder des EMFF erfolgt nach deren Regeln.

Ein Schirm für LEADER

Neu in dieser Förderperiode ist auch der Ansatz, dass man mehrere kleine Projekte, die ein gemeinsames Ziel haben, zu einem Projekt zusammenfasst, das auch nur einen Förderantrag bedarf. Das Ziel dieser sogenannten Umbrella-Projekte besteht darin, vor allem Projekten mit kleinem Fördervolumen trotz der relativ hohen Verwaltungs- und Kontrollvorgaben einen Zugang zur LEADER-Förderung zu ermöglichen. Projektträger eines Umbrella-Projekts ist die LAG, die neben der Antragstellung auch eine Bringschuld für entsprechende Nachweise der Mittelverwendung hat. Der administrative Aufwand bleibt auch bei Umbrella-Projekten recht hoch, verteilt sich nur anders.

Bayern, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen haben den LAGs die Option eröffnet, Umbrella-Projekte umsetzen zu können.

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