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Projektinfo

  • Niedersachsen
  • LEADER-Region Grafschaft Bentheim
  • Projekttitel: Reaktivierung historischer "Vechtezompen"
  • Projektträger: Samtgemeinde Emlichheim, Verein Vier an der Vechte, Mühlenverein Laar

 

 

 

 

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Reaktivierung historischer "Vechtezompen"

Die Vechtezompen im Einsatz
Foto: Samtgemeinde Emlichheim / Dieter Lindschulte

Im unwegsamen Grenzgebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden war der Fluss Vechte einst die wichtigste Verkehrsader. Bis etwa 1850 fuhren in der Grafschaft Bentheim jährlich über tausend Flachbodenschiffe, die sogenannten Vechtezompen, mit denen Bentheimer Sandstein nach Amsterdam und von dort in die Welt transportiert wurde. Mit dem Bau von Straßen, Schienen und Kanälen kam die Schifffahrt Ende des 19. Jahrhunderts zum Erliegen; die letzte Vechtezomp wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Historische Schiffe in Handarbeit nachgebaut

Die Samtgemeinde Emlichheim und die niederländische Nachbargemeinde Hardenberg entschieden sich 2013, die Vechteschifffahrt wiederzubeleben: Sie ließen in den folgenden Jahren zwei Schiffe in Handarbeit nachbauen, um sie als touristische Attraktion für Fahrten durch das landschaftlich reizvolle Flussgebiet einzusetzen. Das Projekt wurde mit Mitteln aus LEADER, durch Sponsoring und die Kommunen finanziert.

Monitoring zeigt: keine Nachteile für die Vechte

Die größte Hürde für das Projekt war es, eine Genehmigung für die Fahrten auf der Vechte zu erhalten, da die motorisierte Schifffahrt dort nicht erlaubt ist. Bedenken gab es vor allem von Seiten des Naturschutzes. Schließlich wurde eine Fahrgenehmigung mit zahlreichen Auflagen und einer strengen Kontingentierung erteilt. Mittlerweile hat man die Anzahl von 100 auf 400 Fahrten je Saison erhöht, da das Monitoring keine nachteiligen Auswirkungen ergeben hat.

Beide Schiffe werden mit einem klimafreundlichen leisen Elektromotor betrieben und sind barrierefrei zugänglich. Die touristische Vermarktung erfolgt auf der deutschen Seite über den Verein Vier an der Vechte. Er hat attraktive Gruppenarrangements entwickelt, die sowohl von Einheimischen als auch von auswärtigen Gästen sehr gut nachgefragt sind. Mit den Einnahmen konnte der Verein einen neuen Arbeitsplatz im Bereich Marketing und Vertrieb schaffen.

Über 60 Freiwillige aktiv

Die Vechtezompen haben heute eine starke Identifikationswirkung für die Region und machen die länderübergreifende Kulturgeschichte wieder erlebbar. Sie haben beiderseits der Grenze starke Impulse für die gastronomische und touristische Entwicklung, etwa für den Fahrradverleih oder Wohnmobilplätze, gegeben. 2017 startete zudem ein Umweltbildungsprojekt für Schulklassen auf den Zompen. Besonders stolz sind die Projektverantwortlichen aber auf das große freiwillige Engagement: Auf deutscher Seite kümmern sich rund 35 ehrenamtliche Skipper um die Gruppenfahrten und die Pflege des Schiffs. Mit den rund 30 Skippern der niederländischen Vechtezomp stehen sie in freundschaftlichem Austausch.

Herausragendes Kriterium

Das Projekt fördert die Vernetzung verschiedener Akteure (z. B. aus Bürgerschaft, Vereinen, Land- und Ernährungswirtschaft, Kommunen, Verbänden) und/oder an dem Projekt ist ein Bündnis verschiedener Akteure oder Regionen partnerschaftlich beteiligt und kooperiert.

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