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Tauschring – von Senioren für Senioren – Nachbarschaft der Zukunft

Beim Tauschring helfen sich die Kronacher gegenseitig, etwa bei der Gartenarbeit; Seniorengemeinschaft Kronach Stadt und Land e. V.

Die Ausgangssituation

Die junge Bevölkerung wandert ab und viele Ältere bleiben auf sich alleingestellt zurück. Diese Folge des demografischen Wandels zeigt sich im Landkreis Kronach, wie in anderen ländlichen Regionen auch. Gleichzeitig wünschen sich viele Senioren, so lange wie möglich in ihrer häuslichen Umgebung zu wohnen. Um ihren Alltag selbstbestimmt und aktiv gestalten zu können, benötigen sie dazu mitunter eine helfende Hand. Doch wie lassen sich Hilfen in Anspruch nehmen, die zu Marktpreisen für den Einzelnen unerschwinglich wären oder vom Markt aufgrund ihrer Geringfügigkeit gar nicht angeboten werden? Eine Antwort auf diese Frage entwickelte der Verein "Seniorengemeinschaft Kronach Stadt und Land e. V.".  

Aktion

Die Idee der Seniorengemeinschaft ist einfach: Die Mitglieder unterstützen sich in der Gestaltung und Bewältigung ihres Alltags durch gegenseitige Dienstleistungen, damit älteren Menschen ein würdevolles Leben im eigenen Zuhause möglich ist. Doch um zu funktionieren, muss diese Kooperation auch organisiert werden. Diese Aufgabe übernimmt der Verein, indem er die Leistungen zwischen den Mitgliedern vermittelt und verwaltet. 

Die Selbsthilfegemeinschaft ersetzt keine professionellen Pflegeangebote. Es geht vielmehr um Kleinhilfen zur Bewältigung des Alltags, beispielsweise die Begleitung zu Arzt- oder Behördenbesuchen, die Erledigung von Einkäufen oder die Erklärung technischer Gerätefunktionen. Die Leistungen werden nicht rein ehrenamtlich erbracht. Pro Stunde erhaltener Hilfeleistung zahlt jedes Mitglied acht Euro an den Verein. Der Helfende erhält sechs Euro, die er sich direkt auszahlen lassen oder auf einem Treuhandkonto des Vereins ansparen kann. Die Differenz von zwei Euro wird für die laufenden Unkosten des Vereins benötigt. Dieses Modell gilt als ein Erfolgsgarant des Projekts, denn so erfahren die Leistungsgeber eine regelmäßige finanzielle Anerkennung und Leistungsnehmer haben nicht das Gefühl in "permanenter Bittstellerfunktion" zu stehen. 

Ergebnis

Die Seniorengemeinschaft zählt mittlerweile 735 Mitglieder. Mehr als 15.000 Arbeitsstunden wurden geleistet - ein immenser Beitrag für die Lebensqualität der älteren Bevölkerung. Denn einerseits erhielten die Leistungsempfänger tatkräftige Unterstützung im Alltag, andererseits verdienten die Leistungserbringer ein kleines finanzielles Zubrot und das Gefühl, gebraucht zu werden. Daneben ist aber auch die soziale Komponente bedeutend: Durch den Austausch im Rahmen der Hilfeleistungen, bei Mitgliedertreffen oder gemeinsamen Vereinsausflügen wurden viele allein lebende Bürger Teil einer wertvollen Gemeinschaft.

Mit dem Projekt entstand bundesweit die erste Seniorengemeinschaft mit landkreisweiter Ausdehnung. Ihr Erfolg spricht sich herum: So nahm das Bayerische Sozialministerium das Kronacher Modell als Vorbild für die Erstellung eines Leitfadens zur Gründung von Seniorengemeinschaften. Mehrere Auszeichnungen, Vorträge beim Städte- und Gemeindetag in Berlin und unzählige Informations- und Beratungsgespräche mit anderen Gründungswilligen dokumentieren die Vorbildfunktion des Projekts. 

Bewertungsfragen

1. Inwieweit wurde ein Mangel durch die gemeinschaftliche Aktion beseitigt?

    • Ein Tauschring für dringend benötigte Kleinhilfen für Senioren im Alltag war bis dato nicht vorhanden. Das Projekt der Seniorengemeinschaft Kronach bietet diesen Tauschring nun an. 

2. Inwieweit erhöht sich durch das Projekt die Lebensqualität vor Ort?

    • Die Lebensqualität steigt für Leistungsempfänger aufgrund der Unterstützung im Alltag und für Leistungserbringer aufgrund eines kleinen finanziellen Zubrots und dem Gefühl, gebraucht zu werden. 
    • Angehörige von Senioren, die auswärts wohnen, wissen ihre Eltern nun besser ver- bzw. umsorgt.

3. Inwieweit fördert das Projekt die Gemeinschaft und vereinfacht die Teilhabe?

  • Die unkomplizierte Art, in die Seniorengemeinschaft aufgenommen und aktiv zu werden und darüber hinaus Kontakte im Rahmen von gemeinsamen Veranstaltungen zu knüpfen, macht eine Teilhabe aller Bürger ab dem Jugendlichenalter möglich. Die Tatsache, dass die neuesten Vereinsmitglieder zwei Jugendliche sind, zeigt, dass der Gedanke der Nachbarschaftshilfe und der Austausch zwischen den Generationen im Landkreis Kronach aktiv gelebt wird.

4. Inwieweit führt das Projekt zu einer nachhaltigen Lösung?

    • Die mittlerweile 735 Mitglieder der Seniorengemeinschaft Kronach unterstützen sich engagiert gegenseitig bei der Bewältigung von Alltagsproblemen in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld. 

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