Zum Inhalt

Hauptnavigation

Ein Webangebot der:

Europäischer Landwirtschaftsfonds
für die Entwicklung des
ländlichen Raums:
Hier investiert Europa in die
ländlichen Gebiete.

 

Inhalt

Nachbarschaftsberatung Lippe-Issel-Niederrhein

Ehrenamtliche Berater und Koordinatoren der Nachbarschaftsberatung Lippe-Issel-Niederrhein; Foto: Gemeinde Schermbeck

Die Ausgangssituation

Aufgrund der demografischen Entwicklung in der Region gibt es ein überdurchschnittliches Anwachsen der älteren Bevölkerungsgruppe. So ist in der Altersstruktur eine deutliche Verschiebung erkennbar: Während 1993 die Altersgruppe der Kinder mehr als doppelt so groß war wie die der Rentner, sind die beiden Gruppen heute fast gleich stark. Bis 2030 wird die Zahl an Rentnern deutlich steigen. Damit ist auch ein erhöhter Unterstützungs- und Pflegebedarf dieser Gruppe verbunden. Viele ältere Menschen wissen zudem nicht, welche Angebote sie nutzen können, leben zurückgezogen und haben nachweislich Hemmschwellen gegenüber Behörden und Einrichtungen. Hier müssen tragfähige Hilfsangebote geschaffen werden, um ihren Wunsch nach Lebensqualität und Selbstbestimmung in den eigenen vier Wänden zu erfüllen. Des Weiteren steigen die jährlichen Ausgaben für die stationäre Heimpflege des Kreises Wesel. Eine präventive, strukturierte Seniorenarbeit kann dieser Entwicklung nachhaltig entgegenwirken.

Aktion

Das Projekt Nachbarschaftsberatung wurde als regionales LEADER-Projekt mit EU-Mitteln gefördert. Der Fördersatz betrug 55 Prozent, der Eigenanteil von 45 Prozent wurde als öffentliche Kofinanzierung von den Sparkassen bereitgestellt. Im Projektzeitraum 2012 bis 2015 wurde ein Netzwerk aus ehrenamtlichen Nachbarschaftsbetreuern aufgebaut. Diese besuchten hilfsbedürftige, ältere Menschen und standen ihnen als unbürokratische Ansprechpartner zur Verfügung. Ihre Hauptaufgabe war die Vermittlung von entsprechenden Beratungs- und Hilfsangeboten. Auch beim Erschließen von sozialen Leistungsansprüchen gegenüber Ämtern, Sozialkassen und Verbänden wirkten sie mit. Sie entlasteten so Angehörige und übernahmen eine ganz besondere Funktion: "Nah am Menschen sein und individuell auf Bedürfnisse eingehen." Übergeordnetes Ziel war die Stärkung der selbstständigen Lebensführung nach dem Motto "ambulant vor stationär". Die ehrenamtlichen Helfer wurden auf ihre Tätigkeit von sozial ausgebildeten Koordinatoren vorbereitet. Dies erfolgte durch Beratung, Koordination und Schulungen. Zudem wurde eine intensive Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Insgesamt konnten in dem Projektzeitraum rund 60 ehrenamtliche Nachbarschaftsberater zwischen 24 bis 78 Jahren gewonnen werden.

Ergebnis

Das Projekt "Nachbarschaftsberatung" zielte darauf ab, dass ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben und am Gemeindeleben teilnehmen können. Das höchste Gut, das die Ehrenamtlichen mitbrachten, war Zeit. Sie brachten Zeit mit für die Sorgen und Probleme der älteren Generation. Sie führten Gespräche mit ihnen, hörten ihnen zu, beantworteten Fragen zu Hilfsangeboten, berieten, vermittelten und begleiteten sie als Gesellschafter in allen Lebenslagen. Unterstützend wirkten hauptamtliche Koordinatoren mit, die Kontakte und konkrete Hilfsangebote bereitstellten oder selbst als Spezialisten in besonderen Fällen tätig wurden. Durch das Projekt wurden zusätzlich vielfältige Projekte zur Integration und Eingliederung älterer Menschen in die Gemeinschaft umgesetzt. Hierzu gehörten beispielsweise ein Demenz-Café, eine Demenz-Themenreihe und regelmäßige Ausflüge. Im Laufe der Umsetzung hat sich das Projekt zu einem Leuchtturmprojekt der Region Lippe-Issel-Niederrhein entwickelt. Aufgrund der positiven Entwicklung wurde beschlossen, das Projekt in der aktuellen LEADER-Förderperiode weiterzuentwickeln. Die Projektidee ist bereits Teil der "Lokalen Entwicklungsstrategie (LES)".

Bewertungsfragen

1. Inwieweit wurde ein Mangel durch die gemeinschaftliche Aktion beseitigt?

  • Der Mangel an Unterstützungs- und Pflegebedarf für ältere Menschen wird durch tragfähige Hilfsangebote für selbstbestimmtes Leben im Alter beseitigt.

2. Inwieweit erhöht sich durch das Projekt die Lebensqualität vor Ort?

  • Es wird mehr Zeit für Sorgen und Probleme älterer Menschen aufgebracht: Sie werden in allen Lebenslagen begleitet und umfassend zu Hilfsangeboten beraten, die sie vorher nicht kannten, sodass sich ihre Lebensqualität signifikant verbessert.

3. Inwieweit fördert das Projekt die Gemeinschaft und vereinfacht die Teilhabe?

  • Inklusion statt Isolation von alten Menschen in die Gemeinschaft durch Interaktion, Beratung, Pflege und gemeinsame Aktivitäten sowie die Schaffung völlig neuer Einrichtungen wie die des Demenz-Cafés.

4. Inwieweit führt das Projekt zu einer nachhaltigen Lösung?

  • Das Projekt kann als Prototyp zur Sicherung der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum gesehen werden und hat einen zukunftsweisenden Charakter. Es basiert auf dem Prinzip der Subsidiarität und des bürgerschaftlichen Engagements sowie der Über-nahme von Verantwortung für den Nachbarn.

    Hauptnavigation

    Service-Navigation

    ###ETRACKER###