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Lebensqualität durch Nähe

Regionalentwicklung mit Spaß; Foto: Brigitte Roloff

Die Ausgangssituation

Der demografische Wandel, die Verlagerung von Arbeitsplätzen und der Rückgang der örtlichen Grund- und Nahversorgungsangebote beeinträchtigte die Lebensqualität in Baden-Württemberg. 15 Gemeinden aus vier LEADER-Regionen in Baden-Württemberg hatten daher den Wunsch, sich auf Gemeinde- sowie auf transnationaler Ebene – mit zehn Gemeinden aus Oberösterreich – auszutauschen.

Aktion

Unter dem Dach des Projekts "Lebensqualität durch Nähe (LQN)" arbeiten die Gemeinden seit 2009 zusammen. Die Bürger haben selbst entschieden, wofür sie sich engagieren: In jeder teilnehmenden Gemeinde wurde dazu ein strukturierter und moderierter Bottom-up-Prozess mit den Bestandteilen "Bewusstseinsbildung" und "Umsetzung von konkreten Projekten" gestartet.

Die Bürger aller Gemeinden – von den Kindergartenkindern bis zu den Hochaltrigen – wurden zunächst durch umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit sensibilisiert und mit zahlreichen Materialien zur Bewusstseinsbildung versorgt. Ziel war es, den Zusammenhang zwischen Lebensqualität und Nähe – wie etwa die Nahversorgung – zu vermitteln und damit zu zeigen, dass jeder Einzelne mit seinem Verhalten dazu beitragen kann, die Lebensqualität in der Region zu sichern. Zu den Materialien gehörten Malblätter für Kindergärten, Sammelmappen für Schulen, Bierdeckel für die Gastronomie, Broschüren für jeden Haushalt, Plakate, Aufkleber, Fahnen und Transparente, sowie Tipps und Anregungen für das Steuerungsteam, für die Öffentlichkeitsarbeit und für Schulen.

In jeder Gemeinde fand anschließend eine große Veranstaltung für alle Bürger, Dienstleister und Unternehmen statt. Danach bildeten sich themenspezifische Projektgruppen, die ihre jeweiligen Projekte selbstständig umsetzen. Die Projektgruppen arbeiten generationen-, branchen- und milieuübergreifend.
In jeder Gemeinde bildete sich ein Kernteam, in dem aus jeder Projektgruppe mindestens ein Mitglied vertreten ist, um den Austausch über die laufenden Projekte zu gewährleisten. Das Kernteam steuert den Gesamtprozess, bietet die Plattform für den Austausch zwischen den Projektgruppen sowie mit Bürgermeister und Gemeinderäten. Das Kernteam wurde in den ersten beiden Jahren der Projektlaufzeit von einem externen Projektbegleiter des Vereins SPES Zukunftsmodelle unterstützt, danach sollen die Projekte selbstständig weiterlaufen.

Ergebnis

Zwischen 2009 und 2012 wurden in den 15 baden-württembergischen Gemeinden insgesamt über 130 Einzelprojekte und Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, darunter die Gründung von Nachbarschaftshilfe-Vereinen mit familienfreundlichen Arbeitsmöglichkeiten und einer Bürgerenergie-Genossenschaft. Mittagstische für Senioren und ein Dorfladen wurden eingerichtet, außerdem ein Generationenbüro und offene Jugendtreffs. Darüber hinaus wurde ein Mobilitätskonzept mit dem ersten Elektro-Bürgerauto Deutschlands entwickelt. Um weitere innovative Projekte kennenzulernen, wurden mehrere Exkursionen zu den Partnerregionen in Oberösterreich durchgeführt.

Bewertungsfragen

1. Inwieweit wurde ein Mangel durch die gemeinschaftliche Aktion beseitigt?

  • Das Projekt verfolgt das Ziel, zahlreiche Mängel in den beteiligten Gemeinden zu beheben, deshalb wurden über 130 Einzelprojekte und Maßnahmen umgesetzt.

2. Inwieweit erhöht sich durch das Projekt die Lebensqualität vor Ort?

  • Insgesamt hat LQN durch die generationenübergreifende Zusammenarbeit in den Projekten für ein besseres Miteinander in den Gemeinden gesorgt, es entstand ein neues Wir-Gefühl.

3. Inwieweit fördert das Projekt die Gemeinschaft und vereinfacht die Teilhabe?

  • Zahlreiche Projekte richten sich an Kinder, Jugendliche und Senioren.
  • Generationenübergreifend wirken das Generationenbüro, Bürgerkontaktbüros und die Nachbarschaftshilfe.
  • Transnationaler Austausch mit oberösterreichischen Regionen war gegeben. 

4. Inwieweit führt das Projekt zu einer nachhaltigen Lösung?

  • Das Projekt ist thematisch nicht eingeschränkt und kann an die Bedürfnisse und Herausforderungen unterschiedlicher Region angepasst werden.
  • LQN wird mit Unterstützung durch ein Erasmus+-Projekt ab September 2016 weiterentwickelt und mit weiteren Modulen ergänzt, die Materialien zur Bewusstseinsbildung werden neu gestaltet, eine Recherche und Aufbereitung von Best-Practice-Beispielen aus Europa soll dazu beitragen, LQN ständig neu an die Themen und Herausforderungen im ländlichen Raum anzupassen und den künftigen LQN-Gemeinden die bestmögliche Unterstützung zur nachhaltigen Sicherung ihrer Lebensqualität zu bieten. 

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