Zum Inhalt

Hauptnavigation

Ein Webangebot der:

Europäischer Landwirtschaftsfonds
für die Entwicklung des
ländlichen Raums:
Hier investiert Europa in die
ländlichen Gebiete.

 

Inhalt

DER NEUE KONSUM Ballstädt

DER NEUE KONSUM Ballstädt; Foto: Horst Dünkel / Bürgergenossenschaft Konsum Ballstädt e.G.

Die Ausgangssituation

Am Ende des Jahres 2014 drohte Ballstädt ein ähnliches Schicksal wie vielen anderen ländlichen Gemeinden auch: Die einzige Gaststätte und die kleine Bäckerei-Verkaufsstelle stellten ihren Betrieb ein. Die 700 Einwohner des Dorfes standen vor dem Verlust der letzten Treffpunkte und Versorgungsmöglichkeiten im Ort. Einige Bürgerinnen und Bürger wollten sich damit nicht abfinden. Eine Bürgerversammlung wurde einberufen und man beschloss, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Aktion

Etwa 45 Einzelpersonen, fünf ortsansässige Unternehmen und die Gemeinde gründeten die Bürgergenossenschaft "Konsum Ballstädt e.G.". Ihr Ziel war es, einen Dorfladen in eigener Regie zu führen, um ein Versorgungsangebot im Ort zu erhalten und den Ortskern zu beleben.

Die Genossenschaftler standen nun vor vielen Herausforderungen. Es galt, sich zu organisieren, Formalitäten zu klären, Anträge zu stellen, die Verkaufsstelle zu modernisieren und als Dorfladen einzurichten. Ein Erfolgsfaktor des neuen Konsums war von Anfang an das große Engagement der Genossenschaftler und die breite Unterstützung durch örtliche Handwerker, die Gemeinde und vieler privater Helfer aus dem Dorf. Durch ihre finanziellen und ideellen Beiträge konnten Fußboden und Elektroinstallationen erneuert, Parkplätze geschaffen und die Einrichtung des Dorfladens hergestellt werden. 

Es dauerte weniger als ein Jahr, bis das Geschäft am 5. November 2015 eröffnete. Drei Verkäuferinnen wurden eingestellt. Gemeinsam mit den ehrenamtlichen Helfern bieten sie nun Lebensmittel und Getränke zum Verkauf. Daneben gibt es ein Kaffee- und Imbissangebot sowie eine Lottoannahme- und Poststelle. Im Geschäft wurde eine kleine Sitzecke eingerichtet, um auch einen sozialen Treffpunkt zu schaffen. Die Entwicklung ist aber keineswegs schon am Ende. Zu den nächsten Projekten der Genossenschaft zählen der barrierefreie Ausbau der Geschäftsräume und die Installation einer Photovoltaikanlage.

Ergebnis

Mittlerweile hat sich DER NEUE KONSUM zum Mittelpunkt des dörflichen Lebens entwickelt. Zwischen 70 und 110 Kunden werden täglich bedient, zu ihnen zählen junge und alte Bewohner des Dorfes und der Nachbardörfer. Dabei kommt dem Geschäft zugute, dass sich einerseits nebenan die Kita und eine Arztpraxis befinden. Auch die kleine Sitzecke im Laden erwies sich als Erfolg. Die Handwerker des Ortes und überregionale Firmen, die im Ort tätig sind, nutzen das Frühstücks- und Café-Angebot ebenso wie viele ältere Kunden.
 
Doch der neue Konsum ist nicht nur ein wirtschaftlicher Erfolg. Für viele ältere und nicht mehr berufstätige Einwohner ist er ein wichtiger Treffpunkt und ermöglicht es, nun selbst einkaufen zu gehen, anstatt sich von jüngeren Familienmitgliedern "beliefern" zu lassen. Zudem stellt der Genossenschaftler Horst Dünkel fest: "Es wächst wieder ein Gemeinschaftsgefühl zwischen den Generationen, die sich sonst gar nicht begegnen würden. So ist in Ballstädt eine neues Zusammengehörigkeitsgefühl untereinander und auch Stolz auf die neue Situation entstanden." Und vielleicht war das Engagement der Bürger auch ein Impuls für die Entwicklung Ballstädts insgesamt. So plant die Gemeinde nun den Umbau der ehemaligen Gaststätte zum Vereinstreff und Bürgerbüro. Möglicherweise bringt das auch neue Kundschaft für die Angebote des NEUEN KONSUMS.

Bewertungsfragen

1. Inwieweit wurde ein Mangel durch die gemeinschaftliche Aktion beseitigt?

  • Durch das Projekt bleibt eine Versorgungsmöglichkeit im Ort erhalten.

2. Inwieweit erhöht sich durch das Projekt die Lebensqualität vor Ort?

  • Erhalt einer Versorgungsmöglichkeit in fußläufiger Entfernung
  • Schaffung eines Treffpunktes im Ort und Belebung des Ortskerns
  • Kommunikation und Stolz auf die eigene Genossenschaft

3. Inwieweit fördert das Projekt die Gemeinschaft und vereinfacht die Teilhabe?

  • Ermöglicht alten Menschen eine eigenständige Versorgung im Ort
  • Kommunikationsort und Treffpunkt aller Dorfbewohner
  • Ein barrierefreier Ausbau der Geschäftsräume ist geplant.

4. Inwieweit führt das Projekt zu einer nachhaltigen Lösung?

  • Genossenschaftliche Lösung

Hauptnavigation

Service-Navigation

###ETRACKER###