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Hofheimer Land

Fest vor dem Dorfgemeinschaftshaus Kimmelsbach; Foto: Michael Halbig

Die Ausgangssituation

Die Gemeinde-Allianz Hofheimer Land befindet sich im nördlichen Teil des Landkreises Haßberge in Unterfranken und setzt sich aus sieben Kommunen zusammen: den vier Gemeinden Aidhausen, Bundorf, Ermershausen, Riedbach, Markt Burgpreppach und Markt Maroldsweisbach sowie der Stadt Hofheim. Die Region hat seit dem Jahr 2013 ein positives Wanderungssaldo. Dennoch wird ihre Bevölkerung in den kommenden Jahren aufgrund der hohen Zahl an Sterbefällen abnehmen: Nach aktuellen Prognosen soll der Landkreis bis 2034 rund 4,9 Prozent seiner Bevölkerung verlieren; gleichzeitig steigt der Anteil der über 65-Jährigen auf knapp 48 Prozent.

Aktion

Die Gemeinde-Allianz Hofheimer Land steht vor der Herausforderung, dem Bevölkerungsschwund und seinen Folgen in der Region entgegenzuwirken: Neben einer steigenden Zahl an Leerständen, insbesondere im Ortskern, sind dies eine Überalterung der Bevölkerung sowie das Schwinden privater Versorgungsstrukturen. Eine Möglichkeit, diesen Problem zu begegnen, sieht die Gemeinde-Allianz darin, die Attraktivität der Region für Einheimische, aber insbesondere für Zuwanderer zu erhöhen. Dazu gilt es, verschiedene Handlungsfelder wie Nahversorgung, Leerstand und Mobilität zu verknüpfen und dauerhaft als Aufgabe zu begreifen. Die Gemeinden haben erkannt, dass die Entwicklung der Region nur gemeinsam gelingen kann: Seit 2013 nimmt sich ein Allianzmanagement der Regionalentwicklung an.

Ergebnis

Der Kern der Arbeit der Hofheimer Allianz ist das sogenannte "Leerstandsmanagement": Leerstände werden systematisch erfasst, bewertet und die Eigentümer kontaktiert. Im nächsten Schritt werden die Eigentümer dabei unterstützt, die Immobilien zu vermarkten. Um Leerstände im Ortskern überhaupt marktfähig zu machen, haben einige Gemeinden Bauplätze zurückgenommen und so das Angebot an Siedlungsgebieten verknappt. Außerdem bietet die Allianz Kaufinteressen kostenlose Architekten- und Energieberatungen sowie ein kommunales Förderprogramm mit bis zu 10 000 Euro Förderung je Anwesen an. Bisher wurden mehr als 200 Leerstände wiederbelebt.

Um den Rückzug des privaten Lebensmitteleinzelhandels zu kompensieren, hat die Region drei Dorfläden; ein vierter ist in Planung. Sie dienen nicht nur der Versorgung, sondern auch als Treffpunkt vor allem für ältere Menschen und bieten mit EC-Terminals die Möglichkeit, Bargeld abzuheben. Daneben besteht die Möglichkeit, eine überschaubare Anzahl an Medien per Bestellung auszuleihen.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die Initiative "Bürgerservice Hofheimer Land": Sie soll Angebote der Nachbarschaftshilfe zentral bündeln und koordinieren. Zur Stärkung der Region als Wirtschaftsstandort wurde die "Existenzgründungs-Offensive Hofheimer Land" ins Leben gerufen: Neuunternehmer erhalten kostenlos juristische Beratungen; einige mittelständische Unternehmen haben sich inzwischen angesiedelt.

Nach dem Leitsatz, dass die lokale Bevölkerung ihre eigene Region insbesondere durch gemeinschaftliches Engagement zu schätzen weiß, wurden insgesamt zwölf Dorfgemeinschaftshäuser geschaffen. Sie stehen allen offen, ein besonderes Augenmerk wurde auf Barrierefreiheit gelegt. Die teilweise sehr teure Sanierung wurde auch von Dorfgemeinschaften finanziell mitgetragen: In Rügheim (Stadt Hofheim) steuerten die Vereine 100.000 Euro bei. Eine Schwierigkeit, insbesondere bei teuren Projekten, war, dass die teils angespannte finanzielle Situation der Mitgliedsgemeinden den kommunalen Eigenanteil schwer aufbringen konnten. Bisher konnte fast immer eine Lösung durch verschiedene Fördermittelgeber gefunden werden.

Seit 2015 beschäftigt die Region zudem vermehrt das Thema "Flüchtlinge", anfangs mit der Erstaufnahme und – versorgung, inzwischen mit der Integration neuer Bürger. Dafür stellt die Gemeinde-Allianz Hofheimer Land einen sogenannten Asylkoordinator. Er fungiert als Schnittstelle zwischen Asylbewerbern, anerkannten Flüchtlingen, ehrenamtlichen Helfern und Verwaltung. Der Freundeskreis Asyl Hofheim e. V. organisiert in Zusammenarbeit mit der Gemeinde-Allianz regelmäßige Veranstaltungen von und für Asylsuchende und Einheimische.

Bewertungsfragen

1. Inwieweit wurde ein Mangel durch die gemeinschaftliche Aktion beseitigt?

  • Insbesondere durch das gemeinsame Leerstandmanagement wurde einer negativen Entwicklung Einhalt geboten.
  • Durch die Sanierung und den Bau der Dorfgemeinschaftshäuser gibt es zudem wieder einen Raum für Gemeinschaft vor Ort, der mit dem Schließen der letzten Gastwirtschaft verloren gegangen war.

2. Inwieweit erhöht sich durch das Projekt die Lebensqualität vor Ort?

  • Durch die Dorfläden wird die Möglichkeit erhalten, sich mit Dingen des täglichen Bedarfs zu versorgen. Dorfgemeinschaftshäuser bieten der Bevölkerung Raum für gemeinschaftliches Engagement und stärken den Zusammenhalt im Dorf. Das Leerstandmanagement trägt dazu bei, dass die Ortskerne attraktiv bleiben und den individuellen Charakter des Ortes wiederspiegeln. Durch Angebote wie den Bürgerservice erhöht sich die Lebensqualität vor allem von älteren und in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkten Personen.

3. Inwieweit fördert das Projekt die Gemeinschaft und vereinfacht die Teilhabe?

    • Durch die Dorfläden wird die Möglichkeit erhalten, sich mit Dingen des täglichen Bedarfs zu versorgen. Dorfgemeinschaftshäuser bieten der Bevölkerung Raum für gemeinschaftliches Engagement und stärken den Zusammenhalt im Dorf. Das Leerstandmanagement trägt dazu bei, dass die Ortskerne attraktiv bleiben und den individuellen Charakter des Ortes wiederspiegeln. Durch Angebote wie den Bürgerservice erhöht sich die Lebensqualität vor allem von älteren und in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkten Personen.

    4. Inwieweit führt das Projekt zu einer nachhaltigen Lösung?

    • Die Mitglieder der Gemeinde-Allianz Hofheimer Land haben erkannt, dass die Entwicklung der Region nur gemeinsam gelingen kann. Sie haben sich das Ziel gesetzt, die Lebensqualität in der Region aufrecht zu erhalten oder zu erhöhen. Neben harten Standortfaktoren wie dem Breitbandinternet und der Verkehrsanbindung, zählen weiche Faktoren wie das Vorhandensein von Dorfgemeinschaftshäusern und nachbarschaftliche Hilfsangebote. Die meisten Handlungsfelder der Gemeinde-Allianz sind niemals gänzlich abgeschlossen. Es gilt, die Arbeit auf unbestimmte Zeit fortzuführen und stets zu optimieren.

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