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Heimat für alle, Oberallgäu

Familien aus dem Irak und junge Menschen aus Eritrea gärtnern beim beim Projekt "Heimat für alle" gemeinsam; Foto: Ralf Lienert

Die Ausgangssituation

Die Themen Partizipation und Inklusion haben durch die UN-Behindertenrechts-Konvention an Schubkraft gewonnen. Sie konkretisiert die allgemeinen Menschenrechte aus Sicht der Menschen mit Behinderung. Das Ziel des internationalen Abkommens ist es, ihre gleichberechtigte Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen zu ermöglichen.

Mit seiner Initiative erweitert der Caritasverband Kempten/Oberallgäu den Inklusionsgedanken auf alle Personen in ihrer jeweiligen Gemeinde bzw. deren Sozialraum.

Als 2013 im Oberallgäu in vielen Gemeinden gleichzeitig Flüchtlinge ankamen – eine völlig neue Situation für diese Region, wurde der Bedarf nach diesem Inklusionskonzept für das Zusammenleben deutlich. Ein zweiter Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Inklusion von Menschen mit demenziellen Veränderungen: Sie sollen die Möglichkeit haben, weiterhin in ihrem vertrauten Heimatort zu leben.

Aktion

Das Projekt "Meine Gemeinde – Heimat für alle" hat sich zum Ziel gesetzt, durch Vernetzung verschiedener Institutionen, Schulungen und Kommunikation den Gedanken der Inklusion in den Gemeinden im Oberallgäu zu verankern – insbesondere durch den Austausch von guten Beispielen aus der Praxis.

Im Bereich Demenz kooperiert der Caritasverband Kempten-Oberallgäu als Träger mit mehreren Verbänden und Organisationen. Neben der pflegerischen Optimierung zielt der Ansatz auf eine Vernetzung aller beteiligten Dienste, Ämter und Organisationen. Die Aufklärung, das gemeinsame Finden geeigneter Lösungen und die Sensibilisierung für die Schwachen in der Region stehen dabei im Vordergrund.

Ergebnis

Das LEADER-Projekt setzt auf zwei Maßnahmen. Zum einen werden soziale Knotenpunkte gebildet: Dabei handelt es sich um Arbeitskreise mit verschiedenen Multiplikatoren, die ihr Wissen, das sie bei Schulungen erhalten, an andere Mitbürger weitergeben. Zum anderen wurde der "Inklusionsmelder" eingerichtet – ein Online-Angebot auf der Website www.heimatfueralle.de, das Informationen über Angebote und Praxisbeispiele bündelt. Nutzer können Inhalte zu den Rubriken "Arbeit", "Barrierefrei", "Bildung", "Freizeit", "Kultur", "Mobilität", "Versorgung" und "Wohnen" eintragen. So kann etwa eine Jugendblaskapelle melden, dass bei ihren Konzerten Menschen mit körperlichem Handicap mitspielen können oder eine türkische Familie beschreiben, von wem ihre Kinder Hausaufgaben-Hilfe bekommen. Eine Online-Redaktion schaltet die von ihr geprüften Einträge zeitnah frei.

Mit der steigenden Zahl an Flüchtlingen im Oberallgäu und deren Unterstützerkreisen wurde zusätzlich die Themenseite "Asyl" eingerichtet. Sie informiert über Termine, Kontaktpersonen und Wissenswertes, vermittelt Schulungen und empfiehlt Handbücher. Anfangs stammten die Informationen des "Inklusionsmelders" vornehmlich von den Mitgliedern des Initiativkreises, inzwischen beteiligen sich zunehmend andere Institutionen und auch Bürger. Als Anschubfinanzierung erhielt das Projekt für etwa zwei Jahre, von 2013 bis 2015, eine LEADER-Förderung. Seitdem führt der Träger das Vorhaben eigenständig weiter.

"Unsere Initiative 'Meine Gemeinde – Heimat für alle' will aufzeigen, dass eine Gemeinschaft von vielen unterschiedlichen und vielfältigen Menschen profitieren kann", so Dr. Armin Ruf vom Caritasverband Kempten-Oberallgäu. "Gelingt es einer Gemeinschaft, die in ihr vorhandenen Formen von Vielfalt zu erkennen, wertzuschätzen und zu nutzen, wird sie erfahrener und kompetenter. Sicherheit und Lebensqualität werden erhöht, weil inklusive Kulturen Bedrohungen und Ausgrenzungen abbauen."

Bewertungsfragen

1. Inwieweit wurde ein Mangel durch die gemeinschaftliche Aktion beseitigt?

  • Für viele Oberallgäuer Gemeinden war 2013 die Aufnahme von Flüchtlingen eine völlig neue Situation, mit der sie keinerlei Erfahrungen hatten. Das Projekt hat hier Abhilfe geschaffen.
  • Inklusion war zuvor von vielen politisch Verantwortlichen auf eine (kostspielige) Betreuungsart an Schulen reduziert worden, wurde aber nicht als (gesamt-)gesellschaftlicher Ansatz gesehen. Das hat sich mit dem Projekt geändert.
  • Professionelle Betreuung Ehrenamtlicher ist gewährleistet.

2. Inwieweit erhöht sich durch das Projekt die Lebensqualität vor Ort?

  • Allen Menschen wird eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben ermöglicht, darunter Menschen mit geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen, Bürgern mit Migrationshintergrund und Asylsuchenden, Alleinstehenden, Senioren, Jugendlichen und Familien.

3. Inwieweit fördert das Projekt die Gemeinschaft und vereinfacht die Teilhabe?

  • Durch die professionelle Unterstützung ist die Hürde für das Engagement Ehrenamtlicher in der Region geringer geworden.
  • Generationsübergreifend: Ältere Freiwillige unterstützen Flüchtlingskinder bei den Hausaufgaben.
  • Barrierefrei: im "Inklusionsmelder" können Beispiele für Barrierefreiheit gemeldet werden – ebenso Beispiele für Barrieren.

4. Inwieweit führt das Projekt zu einer nachhaltigen Lösung?

  • Im "Inklusionsmelder" werden Beispiele gemeldet, die andernorts als Vorbild dienen oder zum Nachmachen motivieren können.
  • Die Projektträger informieren aktiv über das Projekt (z. B. LandInForm 4.2015, Fotoausstellung und Broschüre Europäisches Netzwerk für Ländliche Entwicklung)

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