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Essbare Biosphärenstadt

Hängekästen als Duft- und Aromastraße; Foto: Andreas Ternes, Stadt Blieskastel

Die Ausgangssituation

Die Stadt Blieskastel liegt inmitten der ländlichen Bereiche des Biosphärenreservates Bliesgau. Die Auswirkungen des demografischen Wandels, wie die Überalterung der Gesellschaft und die Abwanderung junger Menschen, sind auch hier spürbar. Zudem kann in den vergangenen Jahren deutlich ein Prozess der Naturentfremdung in der Bevölkerung festgestellt werden. Besonders die Kinder und Jugendlichen haben aufgrund der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen kaum noch einen realistischen Blick für ihre natürlichen Lebensgrundlagen, sodass widersprüchliche Aspekte aus Naturverklärung und gedankenlosem Naturverbrauch aufeinandertreffen. Früher gerne von Kindern durchgeführte Spiele in und mit der Natur verlieren immer mehr an Akzeptanz. Zudem führt auch der steigende Medienkonsum zu einer geringeren Identifikation mit dem natürlichen Umfeld.

Aktion

Zur Projektfinanzierung der "Essbaren Biosphärenstadt" wurde in der Förderperiode 2014 bis 2020 ein LEADER-Antrag gestellt. Die Förderhöhe liegt je nach Zielbereich zwischen 75 und 85 Prozent. Durch die hohe Zahl an Eigenarbeitsleistungen der Stadt Blieskastel konnte der Eigenanteil der Kommune deutlich reduziert werden. Dies ermöglicht auch finanzschwachen Gemeinden die Umsetzung von Projekten. Weitere Fördermittel wurden nicht in Anspruch genommen. Ohne aufwendige Baumaßnahmen gelingt es der Stadt, eine deutliche Aufwertung des Platz- und Straßenraumes in der Innenstadt umzusetzen. Das Gartenkonzept ist dezentral aufgebaut: Mikrogarten-Flächen werden über den gesamten Innenstadtbereich angelegt und bewirtschaftet. So können mit einem Projekt viele unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden: Einwohner freuen sich über die Aufwertung ihres Wohnumfeldes, es werden neue Kontakte in der Nachbarschaft geknüpft, Migranten können sich in die Gestaltung ihrer neuen Heimat einbringen und Jugendliche die Gärten als außerschulische Lernorte nutzen.

Ergebnis

Ob Salate, Kräuter, Erdbeeren – das Ernten ist ausdrücklich erlaubt, jeder darf sich bedienen. Um den Paradeplatz in der Blieskasteler Altstadt wurden Hochbeete mit gesunden Nutzpflanzen und Kräutern aufgestellt und vor der Bliesgau-Festhalle wurde ein großes Beet mit Obst und Gemüsepflanzen angelegt. In der Kardinal-Wendel- und Poststraße säumt jeweils gleich eine Reihe von Hängekästen die Straße. Am Rathaus wurde ein Bauerngarten mit den dafür typischen Gewächsen wie Heide- und Gewürzpflanzen angelegt. Auch an diversen anderen Stellen im Stadtgebiet wurden bereits geeignete Flächen für Neupflanzungen lokalisiert. Nutzpflanzen werden am Standort der ehemaligen Stadtgärtnerei nahe des Klosters herangezogen, ehe sie später an geeigneten Grünflächen gepflanzt werden. Hier sind für die Zukunft auch eine Pflückstraße sowie Obst- und Esskastanienbäume angedacht. Der allmählich wachsende "Biosphärengarten" ist gleichzeitig Stadtverschönerung, Laborgarten, Freiluft-Klassenzimmer und Ort der nachbarschaftlichen Begegnung.

Bewertungsfragen

1. Inwieweit wurde ein Mangel durch die gemeinschaftliche Aktion beseitigt?

  • Verschönerung des öffentlichen Raums
  • Abbau von Naturentfremdung
  • Mehr Raum für zwischenmenschliche Begegnung

2. Inwieweit erhöht sich durch das Projekt die Lebensqualität vor Ort?

  • Gesteigerte Aufenthaltsqualität im innerstädtischen Bereich
  • Stärkere Identifikation der Anwohner mit Nachbarschaft und Region
  • Neue Zugänge zu einer bewussten, gesunden und regionalen Ernährung

3. Inwieweit fördert das Projekt die Gemeinschaft und vereinfacht die Teilhabe?

  • Kurze Wege – Senioren und Familien mit kleinen Kindern profitieren
  • Abbau von Vorurteilen   der Garten ist eine Brücke zu anderen Menschen
  • Förderung der Integration von Migranten

4. Inwieweit führt das Projekt zu einer nachhaltigen Lösung?

  • Einfache Mittel sorgen für einen großen Erfolg
  • Schaffung von Naturbewusstsein
  • Stärkung von Nachbarschaft, Integration und Region

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