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Dorftreff Sirzenich

Dorftreff und "Neue Kirche" Sirzenich; Foto: Dorfgemeinschaft Sirzenich e. V.

Die Ausgangssituation

Für viele Sirzenicher war es ein Schock, als Pfarrer Hermann Zangerle während des Kirmeshochamts den geplanten Abriss der "Neuen Kirche" bekanntgab. Einerseits stand der Kirchenstandort Sirzenich auf dem Spiel. Andererseits drohte ein wichtiges Gebäude zu verschwinden, mit dem viele Dorfbewohner sehr persönliche Erinnerungen verbinden. Doch die 1973 eingeweihte Kirche war marode und eine Sanierung kam für das Bistum aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Frage.

Zur gleichen Zeit war die 3.800 Einwohner zählende Gemeinde im Dorferneuerungsprogramm des Kreises Trier-Saarburg. Im Rahmen dieses Programms brachte eine Dorfmoderation zu Tage, dass den Sirzenichern ein Treffpunkt fehlte und das Dorfzentrum einer Erneuerung bedurfte. Der Bereich des Brunnenplatzes, bisher kaum genutzt, sollte zu einem Ort werden, an dem man sich gerne trifft und feiert.

Aktion

Fast zeitgleich wollten nun ganz verschiedene Akteure im Zentrum des Dorfes aktiv werden: Bistum und Kirchgemeinde planten den Abriss der Neuen Kirche. Die Gemeinde beabsichtigte den Umbau des Brunnenplatzes. Zudem sollte ein ungenutztes Haus neben der mittelalterlichen Kirche zum Dorfcafé ausgebaut werden. Der Verein Dorfgemeinschaft Sirzenich e. V. entwickelte ein Nutzungskonzept für das zukünftige Dorfcafé. Zudem entschied sich die Kirchgemeinde, die alte mittelalterliche Kirche des Ortes in Wert zu setzen, um den Kirchenstandort Sirzenich zu erhalten.

Schnell erkannte man die großen Chancen, die sich aus einer Abstimmung all dieser Planungen ergaben und entwickelte ein gemeinsames Konzept, um die verschiedenen Projekte möglichst gewinnbringend zu verzahnen. Beispielsweise einigten sich die Kirch- und Dorfgemeinde darauf, die beiden benachbarten Gebäude, alte Kirche und zukünftiger Dorftreff, durch ein Foyergebäude miteinander zu verbinden, so dass eine gemeinschaftliche Nutzung des Foyers, als Erweiterung von Kirche oder Dorftreff möglich wurde. Die Kirche erhielt zudem eine Sakristei. Toiletten und Heizungsraum konnten beiderseitig genutzt werden. Eingebunden wurden ebenso die Pläne der Gemeinde, den Dorfplatz neu zu gestalten.

Insgesamt beinhaltete das Konzept Investitionen in Höhe von etwa 800.000 Euro. Gemeinsam ließ sich diese riesige Summe jedoch aufbringen: Mittel der Dorferneuerung flossen in das Dorfcafé und den neuen Anbau, zu dem auch das Bistum Gelder beisteuerte. Für die Inwertsetzung und Reaktivierung der alten Kirche konnten Mittel aus dem LEADER-Programm eingesetzt werden. Nicht zuletzt brachten sich auch die Bewohner ein, beispielsweise durch Eigenleistungen beim Abriss der neuen Kirche und durch ihr Engagement im Verein der Dorfgemeinschaft.

Ergebnis

Heute sind die Bauarbeiten abgeschlossen, die alte Kirche erhielt eine neue Weihe und in Sirzenich finden nach wie vor regelmäßig Gottesdienste statt. Das Dorfzentrum, die alte Kirche und der Dorftreff sind barrierefrei ausgebaut und stehen allen Bürgern offen. Im neuen Dorfcafé kommen die Sirzenicher gern zusammen, ob nun zu Bürgertreffs bei Kaffee und Kuchen, Spieleabenden, Mundartstammtischen oder auch zum Konzert und Flohmarkt. Aber auch Flüchtlinge aus der Gemeinde kommen auf Initiative des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe gerne und regelmäßig in den neuen Dorftreff, so dass ein ungezwungener Kontakt mit den Einheimischen hier gelingt. 

Das Gesamtprojekt zeigt, wie sich zukunftsfähige Dorfstrukturen erfolgreich gestalten lassen, wenn Bürger, Kirchen- und Ortsgemeinde gemeinschaftlich vorangehen. Dies wurde bei der Einweihung in Anwesenheit der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, und des Trierer Bischofs Stephan Ackermann für die vielen Gäste deutlich.

Bewertungsfragen

1. Inwieweit wurde ein Mangel durch die gemeinschaftliche Aktion beseitigt?

  • Die älteren Dorfbewohner haben nun eine altersgerechte Möglichkeit, Sport zu treiben und werden dabei angeleitet.
  • Durch das Projekt wurde der Abriss der Kirche kompensiert und Ersatz geschaffen durch Inwertsetzung alter Bausubstanz.
  • Das Dorfcafé beseitigt den Mangel an Treffpunkten im Dorf.
  • Die Neugestaltung der Ortsmitte steigert die Attraktivität des Ortes.

2. Inwieweit erhöht sich durch das Projekt die Lebensqualität vor Ort?

  • Erhalt des Kirchenstandortes Sirzenich
  • Etablierung eines Dorfcafés
  • barrierefreier Ausbau des Ortszentrums
  • Die gemeinsame Nutzung der Räumlichkeiten spart Kosten.

3. Inwieweit fördert das Projekt die Gemeinschaft und vereinfacht die Teilhabe?

  • zeigt, dass man gemeinsam viel mehr erreichen kann
  • die barrierefreie Gestaltung ermöglicht benachteiligten Gruppen die Teilhabe
  • Flüchtlinge können ungezwungen mit Einheimischen in Kontakt kommen, werden auch aktiv durch einen Arbeitskreis betreut und unterstützt, so dass ein wichtiger Beitrag zur Integration geleistet wird

4. Inwieweit führt das Projekt zu einer nachhaltigen Lösung?

  • Kombination von Fördergeldern bringt Synergieeffekte
  • Gerade für kleine Gemeinden mit abnehmender Bevölkerung kann die gemeinsame Nutzung von kirchlichen und gemeindlich/dörflichen Gemeinschaftsräumen eine zukunftsfähige Lösung sein und somit der demographischen Entwicklung geantwortet werden.
  • Ganz wichtig ist, miteinander zu reden und engagierte Menschen finden, die ein gemeinsames Ziel auf die Beine stellen wollen.

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