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Schüler gestalten Zukunft

Workshop-Phase zu Demokratie und Beteiligung, Vorstellung einer Schülersprecherdirektwahl; Foto: RAG – Saale-Holzland

Name der Leader- oder ILE-Gruppe:

LAG Saale-Holzland

Bundesland:

Thüringen

Wettbewerbskategorie:

Mehr wissen und lernen


Projektbeschreibung:

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wurde im Thüringer Saale-Holzland-Kreis Ende 2011 ein Entwicklungsprozess zum Thema Daseinsvorsorge inklusive Leitbildentwicklung begonnen. Wichtig war neben der Einbeziehung unterschiedlicher Personengruppen die Einbindung junger Menschen. Ziel war es, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen durch geeignete Strukturen zu gewährleisten. Sie sollen sich aktiv in gesellschaftliche Prozesse einbringen können, um ihre Zukunft mitzugestalten, sich mit ihrer Region zu identifizieren und den Demokratiegedanken zu stärken. Hierfür wurde das Konzept der ersten Schülerwerkstatt der Region "Zukunftsideen für unseren Landkreis" entwickelt. An den bisherigen Werkstätten (03.12.2012 und 26./27.06.2013) nahmen jeweils zwischen 40 und 60 Schüler und Schülerinnen der Klassenstufen 5 bis 12 aller Schulformen teil. Die Jugendlichen arbeiteten zu den Themen Ausbildung, Freizeit, Mobilität und Energie. Aus zwei Werkstätten ist ein eigenes Kinder- und Jugendleitbild entstanden. Mit kreativen Methoden wurden Projektideen entwickelt, um dieses mit Leben zu füllen und zudem der Kinder- und Jugendwettbewerb "Wir mischen mit" ausgerufen.

Ein Jugendreporterteam begleitete den gesamten Prozess, führte Interviews und erstellte eigene Audio- und Filmbeiträge, die im Internet veröffentlicht sind. Mit dem Projekt sind wichtige Schritte zur dauerhaften Etablierung innovativer Jugendbeteiligungsformen gemacht worden. Demokratische Entscheidungsprozesse und -formen wurden vorgestellt und angewandt. Außerdem ist ein Organisationsteam für zukünftige Schülerwerkstätten entstanden, das den Landkreis bei der jährlichen Umsetzung unterstützen wird.

Ideengeber

Hatten Jugendliche die Idee für das Projekt? Waren Jugendliche an der Entwicklung der Projektidee beteiligt?

Die Idee für das Projekt entstand während des MORO-Prozesses. Uns war es sehr wichtig, die jungen Menschen mit einzubinden, wenn es um die Gestaltung des Landkreises bzw. der Region für die nächsten 20 Jahre gehen soll. Schon in der Antragstellung für das Modellprojekt war die Etablierung einer Jugendbeteiligung geplant. In diesem Rahmen wurde eine Schülerbefragung durchgeführt, durch die der Bedarf und das Interesse fürs Beteiligen, Mitmachen und Mitentscheiden von Kindern und Jugendlichen festgestellt wurden. Zwei Drittel der Befragten würde demnach gerne mehr Vorschläge unterbreiten und Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung in der Region nehmen. Auch Workshops und Diskussionsrunden bestätigten diese Erkenntnisse. Daraufhin haben sich die mit Jugendarbeit betrauten Partner in der Region zusammengesetzt und Ideen entwickelt, wie wir dem Rechnung tragen könnten. Aus den vielen Diskussionen ist die Idee mit den Schülerwerkstätten entstanden. Bei der Weiterentwicklung der ersten Schülerwerkstatt und vor allem der daraus entstandenen Projektideen, waren die Jugendlichen aktiv eingebunden.

Beteiligungsgrad

Werden bei dem Projekt junge Menschen wirklich beteiligt oder sind junge Menschen einfach nur Zielgruppe?

Im Projekt Schülerwerkstatt sind die jungen Menschen die Hauptakteure. Es wurde mit den Schülern, häufig durch die Schülersprecher gearbeitet und nicht mit den erwachsenen Funktionsvertretern wie Jugendpfleger, Leiter von Jugendeinrichtungen etc. Die Erwachsenen organisierten das Umfeld und die Rahmenbedingungen. Die jungen Menschen nutzen die Zeit, sich zu Themen wie Beteiligungs- und Partizipationsmöglichkeiten zu qualifizieren und ihre unterschiedlichen Erfahrungen auszutauschen, entwickeln in der Projekt-Werkstatt ihre eigenen praktischen Umsetzungsideen und haben ihr eigenes Kinder- und Jugendleitbild für den Landkreis entwickelt, eine Petition an das Thüringer Kultusministerium verfasst und dem Landrat übergeben, mit dem klaren Auftrag, sich für die Umsetzung der Petition einzusetzen. Das zeigt deutlich den Einsatz und das Engagement der Kinder und Jugendlichen.

Nachhaltiger Charakter

Findet/fand das Projekt einmalig statt? Ist das Projekt so angelegt, dass es auch langfristig laufen und funktionieren wird – mit der Beteiligung von jungen Menschen?

Die erste Schülerwerkstatt fand im Dezember 2012 statt. Äußerst positiv überrascht über Resonanz, Engagement, Arbeits- und Sichtweise der Schüler und natürlich über die Ergebnisse hat der Landrat spontan die Fortführung zugesagt. Aus der Gruppe der Jugendlichen hat sich ein kleines Organisationsteam gefunden, dass in Vorbereitung der zweiten Werkstatt (26. und 27.06.2013) Unterstützung zugesagt hatte. Es gab also schon eine zweite Veranstaltung und die dauerhafte Fortführung und Unterstützung durch den Landkreis wurde zugesagt. Das Konzept Schülerwerkstatt basiert auf der Beteiligung der Schülersprecher der weiterführenden Schulen (Regel-, Förderschulen und Gymnasien) und dem Landkreis.

Parallel dazu hat sich in einer Stadt ein Jugendrat gegründet, ein weiterer Ort hat Unterstützungsbedarf für dieses Ansinnen signalisiert. Durch den Landkreis ist außerdem ein Wettbewerb "Wir mischen mit - Zukunftsideen für unseren Landkreis - Der Kinder- und Jugendwettbewerb im Saale-Holzland-Kreis" ausgerufen worden, ein Wettbewerb, der Beteiligungsprojekte und die kreative Auseinandersetzung von Kindern und Jugendlichen mit den Zukunftsthemen Freizeit, Mobilität, Ausbildung und Energie fördern will.

Integrierte Ländliche Entwicklung

Wie ist das Projekt bzw. sind die Projektträger in die Arbeit der  ILE- oder Leader-Region eingebunden? Wie intensiv ist diese Zusammenarbeit?

Die Initiative zum Projekt kommt in Abstimmung mit dem Landrat aus dem Leader-Management. In das Projekt und die Umsetzung des Projekts wurden viele Träger der offenen Jugendarbeit, der Lokale Aktionsplan "Vielfalt tut gut", das Jugend- und Sozialamt eingebunden. Die Idee und das konkrete Konzept wurden zusammen entwickelt und mit den Schulen umgesetzt. Hier findet eine sehr intensive Zusammenarbeit statt. Als neuer Partner für die nächste Werkstatt sollen die Unternehmen ins Boot geholt werden. Das Projekt orientiert sich inhaltlich an den Zielen der Regionalstrategie und verstärkt durch die Partizipationsmöglichkeit die Identifikation und Bindekraft an die Region für die jungen Leute, außerdem hilft es, neue zukunftsweisende Themen zu identifizieren und aufzugreifen.

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