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Schlechings gute Stube

Schulkinder bei einer Pflanzaktion; Foto: Peter Oster

Name der Leader- oder ILE-Gruppe:

ILE-Region Achental

Bundesland:

Bayern

Wettbewerbskategorie:

Dorfmitte mit Pfiff


Projektbeschreibung:

Mitte der 1990er Jahre setzte in Schleching ein Prozess der Bewusstseinsbildung für die besonderen Schätze (Natur, Landschafts- und Ortsbild, ökologische Landwirtschaft) ein. Die Vertreter der Gemeinde fragten sich unter intensiver Bürgerbeteiligung, wie sich diese Schätze in Wert setzen ließen. Auf der Suche nach Unterstützung ist u.a. die Start- und Konzeptphase der Dorferneuerung eingeleitet worden. Zahlreiche Projekte standen auf der Agenda. Ein Schwerpunkt war bzw. ist der Dorfplatz in Schleching mit seinen umliegenden öffentlichen Gebäuden (Schule, Bürgerhaus, Kindergarten, Rathaus, Musikpavillion, Dorfstadl) der bzw. die neu gestaltet wurde/n.

Die Umsetzungphase startete 2004 und läuft bis heute. Einst verlief über den von baulichen und gestalterischen Mängeln geprägten Dorfplatz eine Ortsstraße. Die umliegenden Gebäude waren sanierungsbedürftig und ihre Nutzung war teilweise unangepasst bzw. weggefallen (altes Feuerwehrhaus und Garagen). Ziel war und ist die Schaffung eines Raumes mit Gebäuden und Örtlichkeiten von hoher Aufenthaltsqualität und optimierter Nutzung für Einheimische und Touristen – kurz eine "gute Stube", die das Leben für Jung und Alt sowie die Vereine in Schleching attraktiver macht. Die neu geschaffene Situation ermöglicht zahlreiche Veranstaltungen der Vereine von Frühlingsmarkt, Flohmarkt, Dorf- und Vereinsfesten, Christkindlmarkt, Jahresabschluss über Heimatabende und Standkonzerte. Spiel- und Pausenfläche für Kindergarten, Schule und Mittagsbetreuung. Aufenthalts- und Kommunikationsraum für Einheimische und Touristen. Das Bürgerhaus dient zudem Trachtenverein und Musik als Probenraum. Die soziale Infrastruktur wurde erweitert durch die Ansiedlung des Kindergartens mit Mittagsbetreuung und des Jugendtreffs.

Mitdenken, Mitplanen und Mitgestalten der guten Stube durch die Bürger unter fachkundiger Begleitung sind Basis und das Besondere an diesem Projekt. Dabei ragt das hohe Engagement der Vereine und engagierter Bürger bei der Umsetzung der Maßnahmen sowie der nachhaltigen Sicherung des Geschaffenen durch Patenschaften heraus. Konkret heißt das: Sanierung des Musikpavillions durch den Musikverein, Neuerrichtung Dorfstadl durch Trachtenverein und Musikkapelle, Umgestaltung vom Haus des Gastes zum Bürgerhaus durch "Rentnerband", Abriss altes Feuerwehrhaus durch Feuerwehr, Sport- und Tennisclub, Rathaus- und Schulsanierung durch engagierte Bürger und Aussiedler, Umbau altes Bauernhaus zu Kindergarten, Mittagsbetreuung und Jugendtreff mit Unterstützung des Fördervereines für Kinder- und Jugendarbeit, Bepflanzung durch Gartenbauverein, Verkehrsverein, Schule und Kindergarten mit insgesamt mehr als 5.000 Stunden Eigenleistung.

Attraktivität des Dorfes:

Wie wird mit Hilfe des Projektes die Attraktivität des Dorfes gesteigert?

Die Neugestaltung und Belebung des Dorfkerns sind sowohl für das Ortsbild als auch die sozialen Aspekte der Gemeinde eine wesentliche Bereicherung. Die "gute Stube" ist Begegnungsstätte von Kindergarten- und Schulkindern über die zahlreichen Veranstaltungsbesucher der Vereine, der Touristen und Einheimischen bis hin zu Behinderten und Senioren dank der Barrierefreiheit der Einrichtungen. Die hohe Aufenthaltsqualität fördert die Kommunikationen im Dorf über die Generationen hinweg.

Aktive Dorfgemeinschaft:

Wurde bzw. wird das Gemeinschaftsgefühl gesteigert? Arbeiten für das Projekt verschiedene Akteursgruppen zusammen?

Im Projekt steht bzw. stand der engagierte Bürger im Mittelpunkt, die bestehenden Strukturen (Vereine und Rentnerband) wurden bzw. werden eingebunden und durch die Eigenleistung wird ein hoher Grad von Identifikation erreicht sowie die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls. So wurde die gute Stube als gemeinsame Heimat der Vereine von und durch alle gemeinsam gestaltet. Das Gemeinsame der Vereine spiegelt sich auch im Geist der einzelnen Bürger wieder nach dem Motto "was kann ich für die Dorfgemeinschaft tun".

Nachhaltiger Charakter:

Ist das Projekt so angelegt, dass es auch langfristig laufen und funktionieren wird? Könnte das Projekt auf andere Dörfer übertragen werden?

Die Nachhaltigkeit des Projekts wird gewährleistet durch Patenschaften von Vereinen, Kindergarten, Schule und engagierten Bürgern. Darüber hinaus ist durch die Ansiedlung der sozialen Infrastruktur (z.B. Kindergarten mit Mittagsbetreuung, Jugendtreff, Schule, Rathaus) die Belebung der "guten Stube" gesichert. Die strategischen Ansätze sind gut übertragbar, wobei die konkrete Umsetzung an die Gegebenheiten vor Ort anzupassen ist. Zwingende Erfolgsfaktoren sind die laufende Information der Bürger, die Wertschätzung der Eigenleistung (Anerkennungskultur) sowie ein Kümmerer z.B. in der Gemeindeverwaltung und ein Moderator von außerhalb.

Integrierte Ländliche Entwicklung:

Wie ist das Projekt bzw. sind die Projektträger in die Arbeit der ILE- oder Leader-Region eingebunden? Wie intensiv ist diese Zusammenarbeit?

Mitte der 90er Jahre hat in Schleching der Prozess der Bewusstseinsbildung für die besonderen Schätze wie Natur oder ökologische Landwirtschaft eingesetzt. Daraus entstanden sowohl die Start- und Konzeptphase der Dorferneuerung als auch das Ökomodell Schlechinger Tal. Schleching hat bald erkannt, dass es Verbündete braucht. Es schlossen sich sieben Gemeinden zum Ökomodell Achental zusammen. Aufgrund der positiven Erfahrungen im wurde dieser Ansatz auch auf die Region mit der Gründung des ILE Achental übertragen.

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