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Dorfladen Habach

Der Dorfladen im Rohbau, Bild: Stephan Schlauf

Name der Leader- oder ILE-Gruppe:

Leader-Region Auerbergland Pfaffenwinkel

Bundesland:

Bayern

Wettbewerbskategorie:

Starke Dorfgemeinschaft


Projektbeschreibung:

2001 schloss der letzte Lebensmittelladen in Habach (Landkreis Weilheim-Schongau). Seitdem war die Grundversorgung der Bevölkerung vor Ort nicht mehr möglich, ein Umstand den die meisten Bürger sehr bedauerten. Deshalb bildete sich 2009 eine Bürgerinitiative, um einen Dorfladen mit Bürgerbeteiligung zu gründen.

Unterstützung erfuhr die Initiative bei diesem Vorhaben von Bürgermeister Michael Strobl und der Gemeinde. Unter anderem wurde einen Fragebogen entwickelt, um grundlegende Probleme frühzeitig zu erkennen. Die Gemeinde Habach finanzierte eine Machbarkeitsstudie, es bildeten sich Arbeitskreise, die sich bis heute wöchentlich treffen, um anfallende Aufgaben zu lösen. Bemerkenswert ist die von Anfang an über einen langen Zeitraum bestehende sehr hohe Bürgerbeteiligung. Innovativ war die Wahl der Rechtsform. Die Unternehmergesellschaft (UG) - eine sogenannte Mini-GmbH - ist eine noch sehr junge Unternehmensform, die erst 2008 geschaffen wurde. Der wichtigste Vorteil dieser Rechtsform liegt in der Haftungsbeschränkung und dem im Vergleich zu anderen Unternehmensformen nur geringem Stammkapital. Sobald dieses eingezahlt ist, erfolgt eine Eintragung in das Handelsregister. Mit Hilfe von Anteilsscheinen, werden die Bürger von Habach Teilhaber am Dorfladen.

Der Dorfladen wurde zentral im Ort, unterhalb der Kirche im verkehrsberuhigten Bereich mit vielen Parkmöglichkeiten und Freiflächen errichtet. Das ehemalige, baufällige Schlachthaus musste dafür einem Neubau weichen. Eigentümer des Grundstückes ist die Gemeinde, die es der Dorfladen-Gesellschaft auf Erbpacht-Basis zur Verfügung stellt. Baubeginn war im September 2011. Der Dorfladen ist seit seiner Eröffnung ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt geworden. Das Anliegen, den Dorfladen für alle Bürger attraktiv zu gestalten ("von Kinderwagen bis Rollator") hat sich verwirklicht. Neben Einkaufsmöglichkeiten für Dinge des täglichen Bedarfs bieten eine Kaffee-Ecke und Außensitzplätze die Möglichkeit der sozialen Zusammenkunft.

Zielgruppen des Dorfladens ist die Bevölkerung in Habach und Umgebung und hier vor allem die älteren Einwohner, die Familien und die Kinder. Hierbei sollte nicht nur die Nahversorgung gesichert und die Vermarktung regionaler Produkte gefördert werden, sondern auch Gemeinschaftsflächen (Stehcafé) geschaffen und die Selbstständigkeit bei der Versorgung vor allem von Senioren und Haushalten ohne Auto zu gewährleistet werden. Weiteres Ziel war auch die Schaffung eines Arbeitsplatzangebotes am Ort.

Attraktivität des Dorfes:

Wie wird mit Hilfe des Projektes die Attraktivität des Dorfes gesteigert?

Der Dorfladen dient als sozialer Treffpunkt, an dem auch Veranstaltungen angeboten werden wie Kasperltheater oder Weihnachtsmarkt. Es ist heute in Habach wieder möglich, ohne PKW einzukaufen. Kinder lernen den Umgang mit Geld. Außerdem herrscht wieder ein reger Austausch zwischen den Bürgern, dank einer Anschlagstafel.

Aktive Dorfgemeinschaft:

Wurde bzw. wird das Gemeinschaftsgefühl gesteigert? Arbeiten für das Projekt verschiedene Akteursgruppen zusammen?

Durch die genossenschaftsähnliche Struktur brachten sich sehr viele Bürger als stille Gesellschafter mit ein. Während der Bauphase half das ganze Dorf mit. Alle freuen sich, an dem gemeinsamen Projekt Dorfladen beteiligt gewesen zu sein.

Nachhaltiger Charakter:

Ist das Projekt so angelegt, dass es auch langfristig laufen und funktionieren wird? Könnte das Projekt auf andere Dörfer übertragen werden?

Im gesamten Landkreis gibt es keine vergleichbare Initiative. Es handelt sich um ein pilothaftes Modell, das auch anderen Gemeinden in einer ähnlichen Lage als Vorbild dienen kann. Habach hat gezeigt, was man erreichen kann, wenn Hand in Hand nach Lösungen gesucht wird. Die Ausgangssituation ist in vielen Gemeinden ähnlich, wenn die Grundversorgung weg bricht. Große Einkaufszentren am Ortsrand sind für ein intaktes Dorfleben keine Lösung.

Integrierte Ländliche Entwicklung:

Wie ist das Projekt bzw. sind die Projektträger in die Arbeit der ILE- oder Leader-Region eingebunden? Wie intensiv ist diese Zusammenarbeit?

Das Projekt dient den im REK der LAG Auerbergland-Pfaffenwinkel verankerten querschnittsorientierten Zielen und ist dem Handlungsfeld 4.4.5 "Sozial- und Bürgerkultur - Sicherung der Nahversorgung" eindeutig zuzordnen. Durch seine vorbildhafte Bürgerbeteiligung und den so umgesetzten Bottom-up Ansatz wird das Projekt gerne beispielhaft vorgestellt. Vor Kurzem besuchte über die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) z.B. eine 30-köpfige Gruppe mit Regierungs- und Verwaltungvertretern aus Kambodscha den Dorfladen, um sich über die Mechanismen von Bürgerbeteiligung und Regionalentwicklung zu informieren.

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