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Dorferneuerung Ehenfeld

Spielplatz vor dem Gemeinschaftshaus; Foto: Karl Spindler und Michael Dittmann

Name der Leader- oder ILE-Gruppe:

ILE-Region Arbeitsgemeinschaft Obere Vils Ehenbach (AOVE)

Bundesland:

Bayern

Wettbewerbskategorie:

Starke Dorfgemeinschaft


Projektbeschreibung:

Die Flurneuordnung und Dorferneuerung in Ehenfeld ist ein einzigartiges Verfahren im Sinne der Agenda 21. Während sehr viele kommunalen Agenda 21-Prozesse im Sande verliefen, konnten hier die hochgesteckten, ehrgeizigen Ziele auch umgesetzt werden. Die Flurneuordnung und Dorferneuerung (Ehenfeld II) ist das erste ökologische Flurneuordnungsverfahren in der Oberpfalz. Von Beginn an war die ökologische Ausrichtung das wichtigste Ziel für alle Beteiligten, egal ob Landwirte, die Kommune oder das Amt für Ländliche Entwicklung.

Schnell wurde das größte und wichtigste Projekt - die Renaturierung des Ehenbaches - angepackt. In beispielloser Weise halfen alle Beteiligten gemeinsam, um den bestehenden geradlinigen Bachlauf ohne Bepflanzung ökologisch aufzuwerten. Ein äußerst positiver Nebeneffekt war die Steigerung der landschaftlichen Attraktivität. Mittlerweile hat sich das Ehenbachtal zu einem beliebten Freizeit- und Erholungsraum entwickelt, der von Jung und Alt angenommen wird. Nicht nur die Natur profitiert von der Renaturierung des Ehenbaches, sondern auch die betriebswirtschaftlichen Strukturen für die örtlichen Landwirtschaftsbetriebe haben sich verbessert.

Die Neugestaltung der Ortsstraßen ist das nächste Paradebeispiel. Ehenfeld war geprägt von schmalen Fahrbahnbändern aus Granit, eingefasst von Streifen aus Feldsteinpflaster. Sehr romantisch, aber leider auch sehr holprig, laut und unpraktisch. Das andere Extrem waren die breiten Asphaltfahrbahnen ohne Grünstreifen – ein wahrer Asphaltsee! Die Bürger von Ehenfeld waren sich schnell einig. Neue Straßen müssen her, die den wirtschaftlichen Aspekten der Landwirtschaft gerecht werden, den dörflichen Charakter erhalten und gleichzeitig eine zusätzliche Versiegelung vermeiden. Die Lösung war ein einspurig asphaltiertes Fahrbahnband mit beidseitig gepflasterten, wasserdurchlässigen teilweise historischen Mehrzweckstreifen. Die neuen Grünflächen und Randbereiche werden selbstverständlich von den Anliegern freiwillig gepflegt.

Ein Dorf ohne Gaststätte – für Ehenfeld ein Ding der Unmöglichkeit. Auch das örtliche Feuerwehrhaus war zu klein geworden. Die Bedürfnisse der Feuerwehr sowie der Bürger wurden abgestimmt und der bedarfsgerechte Neubau eines gemeinsamen Feuerwehr- und Gemeinschaftshauses beschlossen. Der zentrale Platz des alten Feuerwehrhauses passte perfekt. Es konnte sogar noch ein Spiel-, Bolz- und Festplatz mitten im Ort angelegt werden. Mittlerweile dient das Gemeinschaftshaus als zentraler Treffpunkt für Jung und Alt und für die zahlreichen Vereine.

Ganz selbstverständlich wurden neben den großen Projekten noch viele kleinere gemeinschaftliche Projekte wie örtliche Pflanzaktionen oder die Renovierung der Schmalzlkapelle erledigt. Für die Ehenfelder ist klar, dass gemeinsam angepackt wird, wenn es etwas zu tun gibt.

Attraktivität des Dorfes:

Wie wird mit Hilfe des Projektes die Attraktivität des Dorfes gesteigert?

Das Orts- und Straßenbild wurde erheblich verbessert. Private Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden und Hofraumgestaltungen wurden vom Amt für Ländliche Entwicklung finanziell unterstützt, so dass Ehenfeld eine zusätzliche Steigerung der Attraktivität erfuhr. Der wichtigste Punkt ist jedoch der Bau des Gemeinschaftshauses und die Gestaltung der Außenanlagen. Dabei ist das neue Wir-Gefühl und der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft ein wesentlicher Punkt. Ohne die Menschen vor Ort und die aktive Dorfgemeinschaft wäre Ehenfeld längst nicht so attraktiv.

Aktive Dorfgemeinschaft:

Wurde bzw. wird das Gemeinschaftsgefühl gesteigert? Arbeiten für das Projekt verschiedene Akteursgruppen zusammen?

Das bürgerschaftliche Engagement wurde durch das Dorferneuerungsverfahren Ehenfeld II gestärkt und aktiviert. In Arbeitskreisen wurden von den Bürgern die Ziele und Maßnahmen der Dorferneuerung erarbeitet. Auch bei der Umsetzung halfen viele tatkräftig mit und konnten durch den hohen Eigenleistungsanteil die Kosten der Maßnahmen stark reduzieren. Die Bürger wurden entsprechend dem Motto "Mitdenken, mitplanen, mitgestalten" in das Verfahren einbezogen. Betrieben wird das Gemeinschaftshaus vom Besitzer des Nachbaranwesens - mit tatkräftiger Unterstützung der Vereine.

Nachhaltiger Charakter:

Ist das Projekt so angelegt, dass es auch langfristig laufen und funktionieren wird? Könnte das Projekt auf andere Dörfer übertragen werden?

Der Dreiklang der Nachhaltigkeit, Ökonomie, Ökologie und Soziales wurde im Flurneuordnungs- und Dorferneuerungsverfahren Ehenfeld II sowohl bei der Planung als auch bei der Umsetzung berücksichtigt. Es wurden Maßnahmen angestoßen und realisiert, die langfristig für eine positive Entwicklung von Ehenfeld sorgen. Ein Beispiel dafür ist das Gemeinschaftshaus: Eigentümer ist die Stadt Hirschau, die es an die Dorfgemeinschaft e. V. verpachtet hat. Die Vereine haben sich in der Dorfgemeinschaft e. V. zusammengeschlossen, um das Haus gemeinsam zu betreiben. Die Bürger haben das Haus geplant und den Bau unterstützt.

Integrierte Ländliche Entwicklung:

Wie ist das Projekt bzw. sind die Projektträger in die Arbeit der ILE- oder Leader-Region eingebunden? Wie intensiv ist diese Zusammenarbeit?

Von Anfang an war Ehenfeld in die interkommunale Arbeitsgemeinschaft Obere Vils – Ehenbach einbezogen. Die Bürger von Ehenfeld identifizieren sich nicht nur mit Ehenfeld, sondern mit der ganzen Region. Ein besonderes anschauliches Beispiel ist die Ehenfelder Kirchweih. Es ist längst nicht mehr ein Fest der Ehenfelder als vielmehr ein Fest der ganzen AOVE-Region. Aus allen Kommunen kommen Besucher nach Ehenfeld und feiern ein traditionelles Kirchweihfest.

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