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Zahnärztliche Versorgung von Bürgern mit eingeschränkter Mobilität im ländlichen Raum

Das Fahrzeug des mobilen Zahnärzlichen Dienstes; Foto: Dr. Kerstin Finger

Name der Leader- oder ILE-Gruppe:

Leader-Region Uckermark

Bundesland:

Brandenburg

Wettbewerbskategorie:

Gesund bleiben


Projektbeschreibung:

Die Menschen im ländlichen Raum Nordbrandenburgs werden immer älter und der Anteil derjenigen, die im Alter pflege- und hilfebedürftig werden, steigt stetig. In der Uckermark gibt es zudem eine zu geringe Ärztedichte, mangelnde Nachwuchskräfte und enorme Anfahrtswege. Der Zugang zu ambulanten Gesundheitsleistungen wurde zwar im ärztlichen und therapeutischen Bereich durch einen Hausbesuchsdienst ausgeglichen, im zahnärztlichen Bereich jedoch nicht. Die Gemeinden in der LAG Uckermark haben deshalb ressortübergreifend mit Ärzten, Betreuern und Angehörigen ein nachhaltiges zahnärztliches Versorgungskonzept aufgebaut. Unterstützt und wissenschaftlich begleitet werden sie hier durch die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder.

Eine mobile Zahnarztpraxis bietet seit Ende 2010 nun erstmalig für den ländlichen Raum nicht nur eine Notfall- und Akutschmerzversorgung, sondern ein integriertes Konzept aus Prophylaxe, Heilbehandlung und sozialer Integration. Bisher fährt die mobile Praxis wöchentlich einen Vormittag außerhalb der normalen Sprechzeiten raus und betreut so regelmäßig etwa 70 Patienten im Umkreis von 20 bis 30 Kilometern. Dabei besucht das Team sowohl Patienten in ihrer häuslichen Umgebung als auch in Gemeinschaftseinrichtungen. Zum Angebot gehört die komplette zahnärztliche Grundversorgung: Füllungen legen, Zahnstein entfernen, Zähne ziehen, Kronen präparieren und Prothesen anfertigen. Nur größere chirurgische Eingriffe und Röntgenleistungen sind vor Ort nicht möglich. Sind diese notwendig, ist das Auto aber so ausgestattet, dass die Patienten mit Rollstuhl und Begleitperson zur Weiterversorgung mitgenommen werden können, also kein neuer Transport bestellt werden muss. Das bedeutet Zeitgewinn, Geldersparnis und keine zusätzlichen Ansprechpartner für die hilfebedürftige Person.

Gerade durch die Zusammenarbeit mit der häuslichen Umgebung sowie den Angehörigen kommt es zu Entlastungen auf allen Seiten und damit einhergehend zu einer Verbesserung der Lebensqualität aller Beteiligten. Auch das bürgerschaftliche Engagement in den Gemeinden erfährt einen unheimlichen Auftrieb durch dieses Projekt.

Aktiver Umgang:

Wie werden mit Hilfe des Projekts die Folgen des demografischen Wandels  aktiv angegangen?

Die Uckermark in Nordbrandenburg altert zunehmend. Dieses Projekt gewährleistet die zahnärztliche Versorgung vor allem älterer Bürgerinnen und Bürger, die wenig mobil in ihrer Teilhabe am sozialen Leben eingeschränkt sind. Geschaffen wurde hier, unter Beachtung von Aspekten der sozialen Interaktion, ein neues Versorgungs- und Lebensmodell für den ländlichen Raum.

Neue Wege:

Welche neuen Wege wurden für das Projekt  - die Entwicklung oder die Umsetzung - gewählt? Inwieweit geht der Blick auch "über den Tellerrand hinaus"? (z. B. Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinweg, Zusammenarbeit verschiedener Akteursgruppen, generationsübergreifende Zusammenarbeit)

Für das Versorgungskonzept wird erstmalig direkt mit den Gemeinden und ressortübergreifend mit Ärzten, Pflegenden, Betreuern und Angehörigen zusammengearbeitet. Gerade bei der technischen Realisierung einer mobilen Zahnarztpraxis, welche den ökonomischen und hygienischen Anforderungen entspricht, wurde wahre Pionierarbeit geleistet. Ähnliche Projekte gibt es in Deutschland bisher nur in städtischen Räumen.

Nachhaltiger Charakter:

Ist das Projekt so angelegt, dass es auch langfristig laufen und funktionieren wird?

Das Projekt funktioniert bereits zum jetzigen Zeitpunkt voll: 70 Patienten nehmen das Angebot wahr – Tendenz steigend. Für die Zukunft soll die mobile Zahnarztpraxis weiterentwickelt werden, deswegen finden derzeit Gespräche mit gesetzlichen Entscheidungsträgern und den Krankenkassen statt. Auch die Europa-Universität Viadrina begleitet und unterstützt das Projekt wissenschaftlich weiter.

Einbindung des Projekts in die Arbeit der ILE- oder Leader-Region:

Wie ist das Projekt bzw. sind die Projektträger in die Arbeit der ILE- oder Leader-Region eingebunden? Wie intensiv ist diese Zusammenarbeit?

Die Projektträger sind Mitglieder einer regionalen Arbeitsgruppe der LAG Uckermark. Sie sind in die Entwicklung des ländlichen Raums aktiv eingebunden.

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