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Umnutzung einer ehem. Gaststätte "Schenke" im Zentrum Neudorfs zum Seniorenzentrum mit Begegnungsstätte

Generationentreffen am Seniorenzentrum; Foto: Thomas Drexler

Name der Leader- oder ILE-Gruppe:

Leader-Region Nordharz

Bundesland:

Sachsen-Anhalt

Wettbewerbskategorie:

Alt und Jung


Projektbeschreibung:

Mitten im Herzen von Neudorf, einem Ortsteil der Stadt Harzgerode, befand sich die "Schenke", ein ehemals beliebter und bekannter Gasthof. Sein langer Leerstand hinterließ eine tiefe Lücke in der Dorfgemeinschaft und wurde von vielen als Schandfleck im Ortsbild wahrgenommen. Die Veränderung setzte ein, als die Familie Drexler 2006 eine am Ortsrand gelegene, leerstehende Gaststätte erwarb und zum Seniorenpark umbaute. Auch die ehemalige "Schenke" ersteigerte die Familie, um dort ihr Betreuungsangebot, das von der Tagespflege bis zur stationären Pflege reicht, zu erweitern.

Heute ist die alte "Schenke" mehr als nur ein Zentrum für Tagespflege. Vielmehr ist sie eine Begegnungsstätte für junge und ältere Einwohner: Morgens werden die Räume vom örtlichen Kindergarten genutzt, später kann hier jeder zu Mittag essen und nachmittags bei Kaffee und Kuchen Freunde treffen. In den Abendstunden wird das Begegnungszentrum den örtlichen Vereinen zur Verfügung gestellt. Auch für Familienfeiern gibt es hier ausreichend Platz. Im hinteren Teil des Gebäudes stehen der Gemeinschaft weitere Räume zur Verfügung. Schon jetzt bietet dort ein Frisör seine Leistungen an, künftig wird dort ein Arzt seine Sprechstunde abhalten. Mit der Wiedernutzung der "Schenke" als Pflege und Begegnungszentrum hat Neudorf seit dem 1. Juni 2011 wieder ein soziokulturelles, generationsübergreifendes Zentrum.

Die neue Nutzung der "Schenke" spiegelt damit die Fragen der Gegenwart wider, in dem sie allen Neudorfern den Ort der emotionalen Identifikation mit ihrem Dorf zurückgegeben hat. Dies drückt sich auch darin aus, dass sich sehr viele junge und ältere Neudorfer aktiv an den Baumaßnahmen beteiligt haben. Insgesamt hat der Umbau 608.000 Euro gekostet (davon 200.000 Euro Fördermittel) und es wurden 18 neue Arbeitsplätze, vor allem für Frauen, geschaffen. 

Aktiver Umgang:

Wie werden mit Hilfe des Projekts die Folgen des demografischen Wandels  aktiv angegangen?

Durch das Ziel, Tagespflege und altersgerechte Wohnungen anzubieten, können die älteren Einwohner Neudorfs in ihrer vertrauten Umgebung bleiben und müssen nicht in die Städte ziehen. Mit dem Begegnungszentrum konnte ein weiteres Ziel erreicht werden: Heute treffen sich Alt und Jung in der ehemaligen "Schenke". Neudorf hat nun wieder ein attraktives, funktionales Zentrum mit Kinderbetreuung, ärztlicher Versorgung, Friseur und Dorfladen. In fussläufiger Entfernung befindet sich außerdem eine Bushaltestelle. Davon profitieren alle Einwohner – egal welchen Alters.

Neue Wege:

Welche neuen Wege wurden für das Projekt  - die Entwicklung oder die Umsetzung - gewählt? Inwieweit geht der Blick auch "über den Tellerrand hinaus"? (z. B. Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinweg, Zusammenarbeit verschiedener Akteursgruppen, generationsübergreifende Zusammenarbeit)

Das Ehepaar Drexler hat sich in privater unternehmerischer Initiative und Verantwortung um die Dorfentwicklung von Neudorf bemüht. Es hat in wenigen Jahren zwei leerstehende Objekte in eine vielseitige Pflegeeinrichtung umgebaut und dabei von Anfang an die Dorfgemeinschaft mit einbezogen. Besonders beim Bau des Begegnungszentrums haben sich viele Neudorfer – junge und alte – aktiv beteiligt, denn hier ist für sie ein neues Dorfzentrum entstanden.

Nachhaltiger Charakter:

Ist das Projekt so angelegt, dass es auch langfristig laufen und funktionieren wird?

In seiner Komplexität geht das Projekt weit über das allgemein übliche Altenheimangebot hinaus. Die Familie Drexler entwickelte mit viel persönlichem Einsatz ein innovatives Angebot, das die individuelle Rundum-Betreuung alter und pflegebedürftiger Menschen mit dem Dorfleben und weiteren kommunalen Interessen generationsübergreifend vernetzt und zugleich für die Menschen in der Region bezahlbar bleibt.

Einbindung des Projekts in die Arbeit der ILE- oder Leader-Region:

Wie ist das Projekt bzw. sind die Projektträger in die Arbeit der ILE- oder Leader-Region eingebunden? Wie intensiv ist diese Zusammenarbeit?

Das Projekt wurde durch die Mitglieder der LAG Nordharz begleitet und stand 2010 auf Platz eins der Prioritätenliste. Es erfüllt die Leitthemen des Leader-Konzeptes in besonderer Weise. Außerdem liegt hier eine besondere Form von Public Private Partnership vor. Die LAG hat sich daher erfolgreich darum bemüht, zusätzliche Landesmittel zu erhalten. Das Vorhaben lässt sich zudem sehr gut aus den Leitthemen des ILEK Harz ableiten.

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