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Ein Webangebot der:

Europäischer Landwirtschaftsfonds
für die Entwicklung des
ländlichen Raums:
Hier investiert Europa in die
ländlichen Gebiete.

 

Inhalt

Lebensqualität durch Nähe (LQN)

Stand:

01.01.2009

  • Kontakt:

Gemeinde Lenzkirch
Kirchplatz 1
79853 Lenzkirch
Reinhard Feser (Projektträger)
Telefon: 0 76 53 / 684 - 0
E-Mail: info@lenzkirch.de

Kooperationsprojekt

Art der Kooperation:

  • gebietsübergreifende Kooperation
  • transnationale Kooperation

Weitere Partner:

Österreich
Region: Leader Region Traun4tler Alpenvorland
Pfarrhofstraße 1
4594 Steinbach/Steyr
Telefon : +43 (0)7257 - 70331
Email: office@leader-alpenvorland.at

Österreich
Region: Leader-Region Nationalpark Kalkalpen
Pfarrhofstraße 1
4596 Steinbach/Steyr
Telefon: +43 (0)7257 - 20593
E-Mail: office@leader-kalkalpen.at

Österreich
Region: Mühlviertler ALM
Unterweißenbach 19
4273 Unterweißenbach
Telefon: +43 (0) 7956 - 7304
E-Mail: office@muehlviertleralm.at

Externe Projektbegleitung durch:
baden-württembergische Dienstleister-Arbeitsgemeinschaft (AG) für Entwicklungsprojekte im ländlichen Raum SPES-Zukunftsmodelle Freiburg e.V.

ELER-Förderung:

ja

Finanzierung:

55% EU-Mittel, 45% nationale öffentliche Mittel

Laufzeit:

01.04.2009 bis 01.04.2011

Themen:

  • Demografischer Wandel
    • Anpassung
  • Dorferneuerung und -entwicklung
    • Innenentwicklung
  • Gesellschaft und Soziales
    • Daseinsvorsorge
    • Bürgerbeteiligungsprozesse
  • Grundversorgung und Infrastruktur
    • medizinische Versorgung
    • Dienstleistungen
  • Förderperiode:
  • ELER 2007 - 2013

Beschreibung

Zusammenfassung:

Im Rahmen der geplanten Maßnahme wurden sowohl Lösungsansätze zur "Sicherung der Grund- und Nahversorgung" sowie für die "Herausforderungen durch den demografischen Wandel" entwickelt, da die Sicherung der örtlichen Grund- und Nahversorgungsstrukturen und der Erhalt ländlicher Strukturen, im Zeichen des demografischen Wandels, für die antragstellenden Kommunen enorm wichtig ist. Denn sowohl die Alterung der Gesellschaft als auch die schwindende Grund- und Nahversorgung im ländlichen Raum sind mittlerweile zu zentralen Zukunftsthemen avanciert. Trotz aller Notwendigkeit in Gemeinden und Ortsteilen kinder- und familienfreundliche Angebote zu schaffen, wurden im Rahmen der geplanten Maßnahme auch die Wissens- und Erfahrungspotenziale älterer Menschen genutzt. Die Chancen der zunehmenden Zahl älterer Menschen sollten stärker in das Bewusstsein gerückt werden, da diese wirtschaftlich und gesellschaftlich erfahrenen Menschen Impulse für Dienstleistungen für mehr Lebensqualität im Alter geben können.

Ausgangssituation:

Der demografische Wandel betrifft vor allem die ländlichen Gebiete in negativer Art. Beispielsweise nahm die Bevölkerungszahl im Südschwarzwald im Zeitraum 1995 bis 2005 in etwa der Hälfte der Gemeinden der Leader-Region ab. Eine – eher geringe – Zunahme (Faktor 1,05 oder größer) war im gleichen Zeitraum nur in etwa einem Viertel der Gemeinden zu beobachten; in einem weiteren Viertel stagnierte die Einwohnerzahl. Spätestens mit dem Einsetzen des Einwohnerrückgangs auf Landesebene, mit dem 2012 zu rechnen ist (Statistisches Landesamt Baden-Württemberg), wird sich die Situation im ländlichen Raum weiter verschärfen. Mit einem Rückgang der absoluten Einwohnerzahlen geht eine Verschiebung der Alterspyramide einher. Bereits heute leben im Leader-Gebiet Südschwarzwald überdurchschnittlich viele ältere Menschen. Diese Bevölkerungsentwicklung spiegelt sich aber nicht nur im Südschwarzwald wieder und stellt daher eine besondere Herausforderung an die Infrastrukturplanung der ländlichen Räume dar.

Mit einer zunehmenden Reduzierung beispielsweise von Einrichtungen der Grund- und Nahversorgung, von Arztpraxen, Post- und Bankstellen oder Bildungseinrichtungen besteht die Gefahr, dass zum einen die Attraktivität der Regionen für wirtschaftlich aktive Bevölkerungsteile sinkt und zum anderen verstärkt zum Fortzug führt. Für weniger mobile Bevölkerungsfraktionen hingegen, insbesondere ältere Menschen, wird das tägliche Leben erschwert. Die Attraktivität der Regionen für den Tourismus als wichtigstem Wirtschaftszweig leidet ebenso.

Angesichts dieses drohenden Szenarios wird es für die Leader-Regionen von entscheidender Wichtigkeit sein, inwieweit in den Gemeinden durch angepasste Entwicklungsstrategien eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale frühzeitig verhindert werden kann. Dabei sind neuartige Ansätze zu konzipieren und anzuwenden. Das Projekt "Lebensqualität durch Nähe" dient dazu, solche innovativen Ansätze mit einer breiten Beteiligung in den Gemeinden zu entwickeln und deren Umsetzung vorzubereiten.

Inhalt:

Im Rahmen des Projektes "Lebensqualität durch Nähe" wurden sowohl Lösungsansätze zur "Sicherung der Grund- und Nahversorgung" sowie für die "Herausforderungen durch den demografischen Wandel" entwickelt. Die Ausarbeitung dieser beiden Schwerpunktthemen erforderte eine zielorientierte Vorgehensweise bei der konzeptionellen Entwicklung umsetzbarer Vorhaben. Dies erfordert eine disziplinierte Arbeitsweise und eine objektive Sichtweise, die von den Akteuren vor Ort nicht immer gewährleistet werden kann. Aus diesem Grund haben die kooperierenden Leader-Aktionsgruppen die baden-württembergische Dienstleister-Arbeitsgemeinschaft (AG) für Entwicklungsprojekte im ländlichen Raum SPES-Zukunftsmodelle Freiburg e.V., als externe Projektbegleitung beauftragt. Die beiden Schwerpunkte wurden im Rahmen des Projektes "Lebensqualität durch Nähe" in Leader auf (A) Gemeindeebene, (B) gebietsübergreifender Ebene und (C) transnationaler Ebene erarbeitet und sollen auch zukünftig so umgesetzt werden. Manche LAGs setzen das Vorhaben auch nur auf zwei der drei Ebenen um.

Auf Gemeindeebene stützte sich der LQN-Ansatz auf eine bereits systematisch erarbeitete Prozessstruktur. Diese Prozessstruktur ermöglichte es den Bürgern, die aktuelle Situation in ihrer Gemeinde zu analysieren und zu entwickeln.

Mit Bezug auf die von den Gemeinden angemeldeten thematischen Schwerpunkte, sollten folgende Lösungsansätze zur Verbesserung der örtlichen Lebensqualität eruiert und bei Bedarf den Gegebenheiten vor Ort angepasst werden.

Lösungsansätze für Herausforderungen durch den demografischen Wandel
Die Einrichtung eines "Begegnungszentrums im Dorf mit Servicestelle für alle Generationen" ist dabei von besonderem Interesse. Die Aufgabe dieser Servicestelle ist die Organisation und Koordination verschiedener Dienstleistungen für alle Generationen in der jeweiligen Gemeinde.

Sicherung der Grund- und Nahversorgung
Durch die Schaffung, Erhaltung bzw. Umstrukturierung von innerörtlichen Versorgungseinrichtungen soll längerfristig ein lebendiges und attraktives Wohn- und Lebensumfeld in den Gemeinden gesichert werden. Praktisches Beispiel dafür ist der sogenannte "LebensMittelPunkt" der auf den drei Säulen (Kerngeschäft mit den Gütern des täglichen Bedarfs, Vermittlung von öffentlichen, halböffentlichen, privaten und sozialen Dienstleistungen und sozialer Treffpunkt) basiert.

Neben der Gemeindeebene als wesentliche Handlungsebene sind gebietsübergreifende Kooperationen von essentieller Bedeutung für Gemeinden. Auf gebietsübergreifender Ebene fand ein Erfahrungsaustausch unter allen beteiligten Gemeinden und Regionen u.a. bei LQN-Foren statt. Des weiteren wurden Informations- und Impulsveranstaltungen (Herbst 2009 / Januar bzw. Februar 2010) zu dem Projekt "Lebensqualität durch Nähe" organisiert sowie Informationsmanagement mit Hilfe von Newslettern und einer gemeinsamen Website und Projektdatenbank für alle Regionen/ teilnehmenden Gemeinden betrieben.

Um in den LQN-Gemeinden sich selbsttragende Prozesse auszulösen, müssen die Fachleute von SPES-Zukunftsmodelle Freiburg e.V. durch Bürger aus der Gemeinde unterstützt werden. Dazu werden die Bürgerinnen und Bürger in insgesamt drei gebietsübergreifenden Workshops für ihre Arbeit qualifiziert.

Diese Qualifizierung versetzt die Akteure vor Ort in die Lage, den Prozess selbst in die Hand zu nehmen und auch über Jahre zu begleiten und voran zu bringen.

Die Kooperation mit der SPES Akademie in Schlierbach besteht wesentlich darin, dass die SPES Akademie die Organisation ist, die den Kontakt zu den drei Leader-Regionen in Oberösterreich hergestellt hat und dort die Regionen vernetzt. Die Konzeption für den transnationalen know-how-transfer wird von SPES Zukunftsmodelle in Baden-Württemberg gemeinsam mit der SPES Akademie in Schlierbach entwickelt. Das heißt, dass in Oberösterreich und in Baden-Württemberg jeweils die gleichen Module durchgeführt werden – davon 4 Module parallel, jeweils in Oberösterreich und Deutschland, zwei Module finden für alle Regionen gemeinsam statt – einmal in Deutschland, einmal in Österreich.

Ziele:

  • Sicherung und Steigerung der Lebensqualität im ländlichen Raum
  • Stärkung der Eigenverantwortung jedes Einzelnen in der Gemeinde und Motivation zur Eigeninitiative
  • Aktivierung von bürgerschaftlichem Engagement
  • Sensibilisierung der Bürger für die Ressourcen der Gemeinden
  • Schaffung einer Atmosphäre, die den Zusammenhalt und eine persönliche Bindung zum Lebens- und Wohnraum (der Gemeinde) fördert
  • Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen

Spezielle Ziele:

Schwerpunkt 1: Demographischer Wandel

  • Lösungswege aufzeigen, um die Wünsche und Bedürfnisse der verschiedenen Generationen in Einklang bringen zu können
  • Konzeption von Unterstützungssystemen, damit ältere Menschen so lange und so selbständig wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können

Schwerpunkt 2: Grund- und Nahversorgung

  • Sensibilisierung der Bürger für den Zusammenhang zw. Lebensqualität und Nahversorgung
  • Entwicklung konkreter Projekte, die die Strukturen im Ort erhalten und damit langfristig zur Sicherung der Lebensqualität der gesamten Gemeinde beitragen
  • Schaffung eines attraktiven (Wohn-) Umfeldes für Familien mit Kindern und Jugendlichen

Besonderheiten:

Hintergrund der transnationalen Projektebene ist, dass jede Region und jedes Land gute und innovative Projekte und (Lösungs-) Ansätze zu den Themen "Grund- und Nahversorgung" und "Herausforderungen durch den demografischen Wandel" besitzt. Von diesen sogenannten best practice-Beispielen können andere wiederum profitieren. Mit dem Ziel, die Lebensqualität im ländlichen Raum zu steigern, besteht für die LQN-Gemeinden in diesem Projektbaustein die Möglichkeit, bereits durchgeführte Projekte kennen zu lernen, die in anderen LQN-Gemeinden bereits funktionieren.

Der Mehrwert für die LQN-Gemeinden beispielsweise im Aktionsgebiet Limesregion entsteht vor allem darin, dass interessante Modelle aus Oberösterreich auch in den LQN-Gemeinden implementiert werden könnten. Die LQN-Gemeinden in Oberösterreich haben schon vor längerer Zeit das Grundprojekt "Lebensqualität durch Nähe" durchgeführt und schon innovative Projekte daraus entwickelt, die für die baden-württembergischen Gemeinden höchst interessant sind. Doch nicht nur die Endergebnisse/die fertigen Projekte sind für die deutschen Gemeinden interessant, sondern vor allem auch der Weg dahin: von LQN zu diesen konkreten Projekten. Andererseits sind u.a. die Modelle "LebensMittelPunkt" sowie die organisierte Nachbarschaftshilfe und die Gründung von Pflegewohngruppen, die dann im Rahmen der "Begegnungszentren mit Servicestellen für alle Generationen" koordiniert werden sollen, auch für die österreichischen Gemeinden von großem Interesse, da es diese Modelle bislang in ihren Regionen noch nicht gibt.

Perspektiven:

Im Rahmen des vorliegenden Antrags sollen mögliche investive Maßnahmen als Folgeprojekte von "Lebensqualität durch Nähe im Rahmen von Leader" entwickelt werden, die in den teilnehmenden Gemeinden und Ortsteilen dann umgesetzt werden können. Das Projekt LQN umfasst die beiden thematischen Schwerpunkte: "Sicherung der Grundversorgung" und "Lösungsansätze für die Herausforderungen durch den demografischen Wandel".

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