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Transparenz schaffen - von der Ladentheke bis zum Erzeuger

Stand:

09.07.2019

  • Kontakt:

Bildungs- und Tagungszentrum Ostheide Heimvolkshochschule Barendorf e. V.
Lüneburger Straße 12
21397 Barendorf
E-Mail: transparenz@bto-barendorf.de

ELER-Förderung:

ja

Finanzierung:

Dieses Projekt wird mit EU-Mitteln aus dem ELER und Landesmitteln im Verhältnis 80/20 finanziert.

Laufzeit:

1. Januar 2016 bis 30. Juni 2021

Themen:

  • Bildung, Beratung und Information
    • Schulprojekte
  • Gesellschaft und Soziales
    • Jugendprojekte
  • Landwirtschaftliche Produkte
  • Förderperiode:
  • ELER 2014 - 2020
  • ELER 2007 - 2013

Beschreibung

Zusammenfassung:

Die Maßnahme "Transparenz schaffen – vom Erzeuger bis zur Ladentheke" fördert regionale Bildungsträger, die in Zusammenarbeit mit land- oder ernährungswirtschaftlichen Betrieben, Veranstaltungen zum Thema "Umwelt, Landwirtschaft und Ernährung" für Kinder und Jugendliche anbieten. Hierbei stellen regionale Wirtschaftsakteure ihren Betrieb als "Lernort" zur Verfügung. Beispielsweise können Schulklassen einen Bauernhof oder einen Betrieb der Ernährungswirtschaft besuchen und so den Anbau und die Verarbeitung von Lebensmitteln direkt vor Ort erkunden.

Durch die direkte Arbeit mit den jungen Konsumenten lernen die Wirtschaftsakteure deren Verbrauchererwartungen kennen und diese erfahren im Gegenzug einen ersten Zugang zu möglichen Berufsfelden. Außerdem unterstützt das Projekt die Diversifizierung der landwirtschaftlichen Tätigkeiten und schafft so Perspektiven für ein außerlandwirtschaftliches Zusatzeinkommen.  

Ausgangssituation:

Bei der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung des ländlichen Raumes ist verbreitet ein fehlendes Wissen über regionale Wirtschaftsstrukturen und eine mangelnde Einbindung in das regionale Wirtschaftsgeschehen festzustellen. Dies erschwert die regionale Identifikation, hemmt das ökonomische und soziokulturelle Engagement sowie das Interesse an einer positiven Entwicklung der eigenen Region. Auch Entscheidungsprozesse zur Berufsausbildung bei Jugendlichen werden hiervon beeinflusst.

Gerade der mangelnde unmittelbare Bezug der regionalen Verbraucher zur regionsprägenden Land- und Lebensmittelwirtschaft, auch in "typisch agrarisch" geprägten Regionen Niedersachsens festzustellen, behindert die verantwortliche Einbindung vor allem junger Menschen in regionale Wirtschaftsabläufe.

Hinzu kommt, dass die Vorstellungsbilder von heutiger Landwirtschaft kaum noch von unmittelbarer Anschauung herrühren und daher meist zwischen einer positiv konnotierten ländlichen Idylle und modernen, gewinnorientierten Agrarfabriken oszillieren. Solche idyllisierenden wie auch die negativen Bilder von Landwirtschaft werden aus Berichten der Medien und über die Bildsprache der Lebensmittelwerbung genährt, wodurch die reale, also die moderne und technisierte Landwirtschaft, schnell ein negatives Image erhält.

Gelegenheiten, dieses Bild durch unmittelbares Erleben von Landwirtschaft und von Herstellungsprozessen zu korrigieren, fehlen weitgehend nicht nur bei der städtischen, sondern zunehmend auch bei der ländlichen Bevölkerung. Dieses Defizit schafft Vorurteile und behindert den Konsum von landwirtschaftlichen wie nichtlandwirtschaftlichen Produkten. Unklare Vorstellungen zur Bedeutung der Landwirtschaft im ländlichen Raum und über den Arbeitsalltag von Landwirten/innen blockieren zudem die Akzeptanz von notwendigen Transferleistungen an den Agrarsektor.

Landwirte, Handwerksbetriebe der Lebensmittelverarbeitung und auch Akteure im Bildungsbereich benötigen Unterstützung, wenn sie mit den Konsumenten von landwirtschaftlichen Produkten in Kommunikation treten wollen, und z. B. handlungsorientiertes Lernen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb gestalten möchten. Der Aufbau von Dialogstrukturen, eine damit verbundene vor- und nachbearbeitende Koordination von Bildungsaktivitäten, gezielte Schulungen und koordinierte Angebote könnten das Bild der Landwirtschaft und damit die Stellung der Betriebe im ländlichen Raum verbessern. Auf diese Weise ließe sich zugleich der aktive Konsumentenkontakt als eine Quelle von nichtlandwirtschaftlichem Zusatzeinkommen entwickeln.

Mit geeigneten Bildungsveranstaltungen wäre es zugleich möglich, die häufig gerade bei jungen Konsumenten/innen nur geringen Kenntnisse über Produkte der heimischen Land- und Lebensmittelwirtschaft und die Fertigkeiten ihrer Verwendung fortzuentwickeln. Die Thematisierung von Aspekten gesunder Ernährung und eines nachhaltigen Konsumstils sollten weitere Aufgaben einer koordinierten und fachkundig begleiteten Kommunikation zwischen regionalen Erzeugern und Verbrauchern sein.

Inhalt:

Die Maßnahme "Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger" entwickelt Kommunikation zwischen jungen Lebensmittelkonsumenten und regionalen Wirtschaftsakteuren des Lebensmittelsektors. Erkundungen von landwirtschaftlichen Betrieben und Besuche bei Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft vor Ort sind ein wesentlicher Bestandteil der Bildungsveranstaltungen und Informationsangebote.

Derzeit 41 Institutionen aus Landwirtschaft und Umweltbildung ("Regionale Bildungsträger") koordinieren und organisieren die Bildungsangebote. Sie haben jeweils eigene Netzwerke aus landwirtschaftlichen Partnerbetrieben und anderen Lernorten zur Verfügung, in denen die Veranstaltungen stattfinden. Gerade diese Netzwerkstrukturen haben es ermöglicht, bei den oft recht unterschiedlichen regionalen Akteuren eine Akzeptanz der gemeinsamen Projektziele zu entwickeln. Die Netzwerkarbeit der "Regionalen Bildungsträger" ist besonders wertvoll, da dort pädagogisches und organisatorisches Wissen zusammenfließen und über Fortbildungen an Wirtschaftsakteure und pädagogische Mitarbeiter/innen weitervermittelt werden können. Die zentrale Koordinierung der Maßnahme liegt beim Bildungs- und Tagungszentrum Ostheide (BTO). Dieses führt die Einzelveranstaltungen zusammen, organisiert Fortbildungen für Multiplikatoren/innen und sorgt für gemeinsame Standards bei Pädagogik und praktischer Abwicklung der Angebote.

"Transparenz schaffen…" bietet vielfältige Erkundungsmöglichkeiten zum Anbau und zur Verarbeitung von Lebensmitteln an. Speziell für junge Lebensmittelkonsumenten werden Projekttage und spezielle Lerneinheiten vorbereitet, die an Alter, Schulform und individuelle Interessenschwerpunkte angepasst sind. Dabei werden die Zusammenhänge zwischen landwirtschaftlichem Anbau, Weiterverarbeitung der Rohstoffe und der Entwicklung der heimischen Kulturlandschaft deutlich.

Bei allen Bildungsangeboten geht es stets um aktives Handeln und das Miterleben der Produktion, sowie um den direkten Kontakt mit unterschiedlichen Menschen und Berufen aus der Landwirtschaft und dem Lebensmittelsektor. Die Herkunft und der Herstellungsweg von Lebensmitteln sollen sichtbar und verstehbar werden – in einer Perspektive, die vom fertigen Produkt ausgeht und dieses bis zu seinem Ausgangspunkt zurückverfolgt: von der Ladentheke bis zum Erzeuger.

Das Vorhaben vermittelt nicht nur Wissen, es fördert zugleich das gegenseitige Verständnis von landwirtschaftlicher und nicht-landwirtschaftlicher Bevölkerung im ländlichen Raum. Menschen aus der Land- und Lebensmittelwirtschaft sind, wo immer es möglich ist, als Experten und Anleitende in die Bildungsaktivitäten einbezogen.

Die im Projekt tätigen Landwirte und Landfrauen vermitteln ihre beruflichen Erfahrungen und ihr Fachwissen, und sie geben zugleich unmittelbare Einblicke in die Lebens- und Arbeitswelt der heutigen Landwirtschaft. Auf diese Weise trägt das Projekt dazu bei, den Kontakt zum Konsumenten und die Vermittlung von Wissen zu etablieren und diese Tätigkeiten auch als zusätzliche ökonomische Ressourcen der Landwirtschaft zu entwickeln. Der direkte Kontakt zwischen Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitern und jungen Verbrauchern bietet allen Beteiligten die Möglichkeit zu Austausch, Diskussion, neuen Erfahrungen und Denkanstößen. Ein Dialog, der für alle Beteiligten einen Gewinn darstellt und einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung von regionaler Identität leistet.

Zu einem verantwortlichen und selbst bestimmten Konsum gehört auch eine gesundheitsförderliche Ernährungsweise im Alltag, die z.B. bei gemeinsam zubereiteten Mahlzeiten der Teilnehmer thematisiert wird. Dem Leitgedanken einer Bildung für nachhaltige Entwicklung folgend, wird bei Hoferkundungen auch die Vernetztung ökonomischer, ökologischer, sozialer und kultureller Faktoren auf landwirtschaftlichen Familienbetrieben deutlich. Zugleich wird die eigene Rolle und Verantwortung als Konsument landwirtschaftlicher Produkte thematisiert.

Die reale Begegnung mit Menschen aus der regionalen Lebensmittelwirtschaft und das aktive Einbeziehen der Teilnehmer stehen stets im methodischen Mittelpunkt der Bildungsangebote. Die Bildungsangebote und Aktionstage von "Transparenz schaffen…" ermöglichen es den Teilnehmern, Sachverhalte vor Ort zu "begreifen" und somit eine persönliche Beziehung zur eigenen Region aufzubauen.

Ziele:

Mit der Maßnahme "Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger" sollen insbesondere Kinder und Jugendliche realistische Eindrücke bekommen, wie Landwirtschaft heute funktioniert. Dies geschieht durch Bildungs- und Informationsveranstaltungen, aber auch durch Netzwerkaktivitäten, die von ausgewählten regionalen Bildungsträgern durchgeführt werden.

Ziel ist es, dass Betriebe aus der Land­ und Ernährungswirtschaft in Kontakt mit den "Verbrauchern von morgen" kommen und ihre Produktionsweise und ihre Erzeugnisse bei Kindern­ und Jugendlichen sowie in ihrem regionalen Umfeld bekannt machen. So wird etwa Schulklassen ein Einblick in die Produktion von Lebensmitteln vor Ort ermöglicht. Darüber hinaus soll ein Dialog mit den Verbrauchern hergestellt werden. Dies bietet den teilnehmenden Betrieben die Möglichkeit, bessere Kenntnisse über Verbrauchererwartungen zu erhalten und neue Handlungskompetenzen zu entwickeln. Damit sollen auch neue Möglichkeiten der Diversifizierung landwirtschaftlicher Tätigkeiten aufgezeigt werden sowie Netzwerke zwischen den Akteuren geschaffen werden.

Besonderheiten:

Landesweit koordinieren und organisieren im Jahr 2019 50 regionale Bildungsträger aus Landwirtschaft und Umweltbildung verschiedenste Veranstaltungen und Programme für junge Menschen vom Kindergartenalter bis zur gymnasialen Oberstufe. Das Netzwerk aus Bildungsträgern, landwirtschaftlichen Betrieben und anderen außerschulischen Lernorten umfasst ganz Niedersachsen und Bremen

Perspektiven:

Landwirtschaftliche Themen werden mit den Zielen des Globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung verbunden. Somit werden die globalen Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft und Ernährung sowie Schutz und Nutzung der biologischen Vielfalt aufgezeigt. Zudem wird im Dialog zwischen teilnehmenden Betrieben und Verbrauchern die Möglichkeit geboten, bessere Kenntnisse über Verbrauchererwartungen zu erhalten und neue Handlungskompetenzen zu entwickeln. Damit sollen auch neue Möglichkeiten der Diversifizierung landwirtschaftlicher Tätigkeiten aufgezeigt werden.

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