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"Leader ist eine ungeheure Chance für den ländlichen Raum"

Mirko Klich, Regionalmanager der LAG Wartburgregion; Bild: RAG Leader Wartburgregion e.V.

Interview mit Mirko Klich, Regionalmanager der LAG Wartburgregion in Thüringen

Herr Klich, was ist das Besondere für Sie an Leader im Vergleich zu anderen Fördertöpfen?

Leader ist ja in dem Sinne kein Fördertopf, sondern eine Methode. Dazu gehören unter anderem eine Regionale Entwicklungsstrategie sowie die Menschen und Akteure der Region, die bei der Festlegung der Entwicklungsziele mitreden und vor Ort Themen und Projekte umsetzen. Auch eine Offenheit für neue Ansätze und Lösungen, die entwickelt und umgesetzt werden können, gehören dazu. Die Leader-Methode liegt damit quer zu den herkömmlichen sektoralen Fördertöpfen. Bei uns werden Projekte dann hoch bewertet, wenn sie möglichst viele Ziele und Themen der Entwicklungsstrategie aufgreifen und so einen wahrhaft regional oder lokal integrierten Ansatz verfolgen.

Was bewirkt Leader darüber hinaus?

Mit dem flächendeckenden Leader-Ansatz in Thüringen wurde eine Struktur geschaffen, mit der wir alle Institutionen und Akteure, die im und für den ländlichen Raum aktiv sind, zusammenbringen und vernetzen können. Das ist eine ungeheure Chance für die inhaltliche Arbeit, aber auch für die Lobbyarbeit für den ländlichen Raum.

Was wäre ganz konkret ohne Leader in Ihrer Region nicht passiert?

Oh, wenn ich all das aufzählen würde, wären vermutlich mehrere Seiten ihres Heftes gefüllt. Ohne Leader würden wir nicht derart abgestimmt, institutions-, sektor- und fördertopfübergreifend Regionalentwicklung für die Wartburgregion machen können. Wir hätten nicht solche neuen Projekte wie den "Kreativen Landurlaub in Thüringen", ein Kooperationsprojekt von sechs RAGn, oder den Wettbewerb "Dörfer in Aktion", ein gemeinsames Projekt der drei Südwestthüringer RAGn. Allein in der Wartburgregion hätten wir noch keinen Flächenpool im Aufbau, kulturelle Highlights wie den "Rhönpaulus – das Musical" nicht stabilisiert, den berühmten Sächsischen Hof in Dermbach, in dem Ernest Hemingway und Johnnie Walker als leidenschaftliche Fliegenfischer zu Gast waren, nicht kurz vor der Wiedereröffnung. Viele kommunale, bürgerschaftliche aber auch private Initiativen zur Sanierung und Neunutzung historischer Bausubstanz in den Ortsinnenbereichen hätten wir ohne Leader nicht unterstützen können. Der Leader-Ansatz hilft den regionalen Akteuren aber auch, Förderrichtlinien, Behörden und Banken für neue Trägerstrukturen und Formen der Mobilisierung regionaler Ressourcen zu öffnen.

Was wünschen Sie sich für die kommende Förderperiode?

Dass wir als RAG unbürokratischer und damit effizienter sowie innovationsoffener engagierte Menschen und ihre zukunftsorientierten Ideen zur ländlichen Entwicklung unterstützen können – mit Ermutigung, Beratung, Begleitung und auch Förderung. Das heißt, die Instrumente beziehungsweise Förderungen müssen für eine weitere erfolgreiche Anwendung der Leader-Methode auf EU-, Bundes- und Landesebene – gerade auch angesichts weniger werdender Mittel – im Hinblick auf ihren bedarfs- und strategiegerechten Einsatz in den verschiedenen Regionen flexibilisiert werden.

Was unterscheidet Ihre Leader-Region von anderen?

Das kann ich nicht sagen. Was ich in unserer Leaderregion als äußerst motivierend empfinde: Dass – bis jetzt – immer wieder Menschen mit immer wieder neuen Ideen, einer hohen Begeisterungsfähigkeit und viel Engagement zusammenkommen und so oft für unmöglich gehaltene Dinge gemeinsam möglich machen.

Das Gespräch führte Anke Wehmeyer.

Mirko Klich ist seit 2008 Regionalmanager der Regionalen Aktionsgruppe (RAG) Leader Wartburgregion. Der Diplom-Sozialwissenschaftler untersuchte zuvor altindustrielle Regionen und ihren Wandel im internationalen Vergleich, regionale Innovationsnetzwerke und intermediäre Strukturbildungsprozesse in der Regionalentwicklung. Seit 2007 arbeitet er als angestellter wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Ingenieurbüro für Planung und Umwelt in Erfurt, ist Mitinitiator des Aufrufs zur Gründung einer deutschen Dorfbewegung und Vorsitzender des Vereins LandNetz Thüringen.


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