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Interview mit Dr. Sabine Theunert, Vorsitzende der LAG Vulkaneifel

Abendstimmung an einem Maar - charakteristische Natur in der Vulkaneifel<br>Foto: Klaus-Peter Kappest (Archiv Natur- u. Geopark Vulkaneifel)

Seit dem 30. März 2011 ist Dr. Sabine Theunert Vorsitzende der LAG Vulkaneifel.

Frau Dr. Theunert, Sie wurden im März 2011 einstimmig zur neuen Vorsitzenden der LAG Vulkaneifel gewählt. Was macht diese Funktion für Sie so spannend?

Seit ihrer Gründung arbeite ich in der LAG Vulkaneifel für den Förderzeitraum 2007-2013 mit. Das Leitbild der Leaderregion Vulkaneifel "Leben, Arbeiten und Erholen, wo die Natur Ereignis ist" sowie die drei Handlungsfelder – Werte der Vulkaneifel wahren & entwickeln – Arbeitschancen für die Vulkaneifel schaffen – Lebensräume der Vulkaneifel zukunftsfähig machen – verheißen einen nachhaltigen, verantwortungsvollen Umgang mit den kulturellen und natürlichen Ressourcen der Region, welches auch für mich beruflich wie privat ein großes Anliegen ist. Durch die Übernahme des Vorsitzes der LAG kann ich diese Ziele voranbringen, wobei es für mich faszinierend ist mitzuerleben, wie Bürgerinnen und Bürger innovative und beispielgebende Projekte von der ersten Idee bis hin zur Umsetzung entwickeln und begleiten.

An dieser Stelle möchte ich auch dem bisherigen Vorsitzenden, Herrn Landrat Onnertz, für die bisher geleistete Arbeit in der LAG ausdrücklich danken und freue mich, mit ihm in seiner Eigenschaft als Stellvertreter weiter im Leaderprozess arbeiten zu können.

Wo sehen Sie die größten Vorteile für die Region durch die Leader-Förderung?

Seit Beginn der Förderperiode 2007-2013 wurden 1,850 Mio. Euro Fördermittel, bestehend aus Leader- und Landesmitteln, für 33 Projekte im Leadergebiet Vulkaneifel bewilligt. Hinter dieser Fördersumme steht ein Investitionsvolumen von rd. 4,0 Mio. Euro, was in der Leaderregion zu einer hohen Wertschöpfung durch Aufträge an einheimische Unternehmungen führen wird. Somit verbleiben Geldmittel in der Region, es werden Ideen für ein  neues partnerschaftliches Miteinander im ländlichen Raum gefördert. Die LAG mit ihren Arbeitskreisen als Forum führt Menschen zusammen, die über Gebiets- und Gemeindegrenzen hinweg miteinander kooperieren. Ich hoffe, dass dieses auch in die Zukunft wirkt.

Diese positive Zwischenbilanz ist sicherlich ein Beleg dafür, dass Leader in der Region angekommen ist. Wie denken Sie mit dem Engpass umzugehen, wenn mehr Projektanträge eingehen als das Fördermittelkontingent zulässt?

Bei der LAG Vulkaneifel ist eine derartige Situation bereits eingetreten. Die Region benötigt mehr Geldmittel als ihr bisher zugestanden wurden, insbesondere das neueste marketingbezogene Folgeprojekt der "Gesundheitslandschaft Vulkaneifel", welches zusätzlichen Mittelbedarf erfordert. Dankenswerterweise hat Frau Staatsministerium Höfken vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten, Mainz, durch ihre Entscheidung über unseren Aufstockungsantrag Mitte 2011 der Region zusätzlich 800.000 Euro EU-Mittel zugewiesen.

Ausschlaggebend für diese erfreuliche Entscheidung war die Überzeugung und Anerkennung des Landes, dass das integrierte lokale Entwicklungskonzept der Leader-Region Vulkaneifel einen überdurchschnittlichen und beispielhaften Umsetzungsstand erreicht hat. Dies gibt Aufwind und Motivation für die verbleibende Leader-Periode.

Seit 2009 besteht auch die Möglichkeit der Förderung privater Vorhaben mit Leader-Mittel. Wie viele Anträge sind bisher bewilligt worden? Welche Projektideen konnten umgesetzt werden?

Private Projekte werden von nichtkommunalen Trägern umgesetzt, beispielsweise Firmen oder Privatpersonen. Die LAG Vulkaneifel betreut eine erfreuliche "Liste" mit 16 privaten Vorhaben mit innovativen Ideen, von denen bisher 14 mit einem Fördervolumen von rd. 0,285 Mio. Euro und Gesamtinvestitionen von 1,2 Mio. Euro bewilligt wurden. Die Projektliste beinhaltet umweltfreundliche und touristische Maßnahmen zur Erkundung der Landschaft der Vulkaneifel und des historischen Erbes, zum Erleben traditioneller Kunst, Handwerk, Landwirtschaft und Gesundheitstherapie sowie Gestaltung von auch barrierefreien Unterkünften für Familien.

Was haben Sie sich für die restliche Förderperiode bis 2013 noch vorgenommen?

Am Tage "X" möchte ich auf eine erfolgreiche Leaderperiode zurückblicken können, insbesondere wünsche ich mir, dass die projektmäßigen Zielvorgaben erreicht werden. Die Leaderregion ist gut aufgestellt, wir haben einen Großteil unserer Finanzmittel gebunden. Ein wichtiges Ziel für die Restförderperiode ist für mich die Begleitung der laufenden Projekte, Abbau von Hemmnissen und transparente Verfahrensabläufe, wobei ich die Belastung der ehrenamtlich Tätigen in der LAG sowie der Geschäftsstelle reduzieren möchte.

Wie können Interessierte ihre Ideen und Vorschläge auf den Weg bringen?

Für alle Interessenten ist zunächst Ansprechpartner die LAG-Geschäftsstelle bei der Kreisverwaltung Vulkaneifel, mit Frau Karin Kallweit (Telefon-Nr. 06592/933-347) und Alfred Bauer (Telefon-Nr. 06592/933-201). Sie hat als Hauptaufgabe die Information, Begleitung und Beratung von Projektträgern unter Auslotung der Fördermöglichkeiten.

Es ist die Zielsetzung von Leader, das die Entwicklung einer Leader-Region ein fortlaufendes und für alle Bürgerinnen und Bürger offenes Verfahren der Mitwirkung ist, sei es in den vier Arbeitskreisen oder in der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Die Leader-Idee lässt sich nur mit den Menschen vor Ort im konstruktiven Miteinander verwirklichen.

Weitere Informationen zur Leader-Region Vulkaneifel finden Sie unter www.leaderregion-vulkaneifel.de


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