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  • Landesanstalt für die Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume (LEL)
    Arne Fiedler
    Telefon: 07171 / 917 - 111
    E-Mail: arne.fiedler@lel.bwl.de
    www.leader.baden-wuerttemberg.de

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Ein Instrument um unterschiedlichsten Bedürfnissen in den Regionen Rechnung zu tragen

Arne Fiedler, Landesanstalt für die Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume (LEL); Bild: Privat

Interview mit Arne Fiedler von der Landesanstalt für die Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume in Baden-Württemberg

Herr Fiedler, was ist das Besondere für Sie an Leader im Vergleich zu anderen Fördertöpfen?

Das Besondere ist für mich der Ansatz, den ganz eigenen Bedürfnissen der unterschiedlichsten Gebiete dadurch Rechnung zu tragen, dass sie mit finanziellen Mitteln unterstützt und gleichzeitig durch Vernetzung untereinander in der Umsetzung ihrer Ideen gestärkt werden. Das heißt umgekehrt: Der Auftrag an uns als Verwaltung ist es, den neuartigen Projektideen der Regionen in der Abwicklung von Leader Rechnung zu tragen.

Was bewirkt Leader darüber hinaus?

Der Hauptverdienst von Leader in allen bisherigen Förderperioden ist für mich, dass über die administrativen Grenzen hinaus die Menschen zusammenarbeiten können. Ich habe in all den Jahren die transnationale Zusammenarbeit besonders unterstützt und gleichzeitig festgestellt, dass schon die Zusammenarbeit zwischen benachbarten Kommunen und Landkreisen schwierig genug ist. Regionen brauchen unsere volle Unterstützung, wenn sie aus ihrem Kirchturmdenken rauskommen wollen. Europa wächst nur zusammen, wenn wir bei den kleinsten Einheiten anfangen und bereit sind, im gemeinsamen Interesse zu denken und zu handeln. Dazu gehört in erster Linie auch das "Aufeinanderzugehen". Genau das verstehe ich unter gebietsübergreifender Zusammenarbeit.

Was wäre denn ganz konkret ohne Leader in Baden-Württemberg nicht passiert?

Insbesondere die grenzübergreifende Zusammenarbeit, die Leader den Aktionsgebieten einräumt und zu der diese sich in ihren REKs verpflichtet haben, wurde durch Leader angestoßen. Die Regionen haben von diesem Austausch enorm profitiert und in vielen Leader-Gebieten haben sich dauerhafte Kooperationen mit unseren europäischen Nachbarn ergeben.

Was wünschen Sie sich für die kommende Förderperiode?

Goethe hat einmal gesagt: "Unsere Wünsche sind die Vorboten der Fähigkeiten, die in uns liegen." Für die kommende Förderperiode wünsche ich mir den Mut aller Akteure – also der Bürger, Vereine und Gemeinden im ländlichen Raum ebenso wie der Verwaltung und der Entscheidungsträger – dass unsere Wünsche die Grundlage der Strategien in den ländlichen Gebieten sind. Die sollten uns dann befähigen, diese Wünsche bestmöglich umzusetzen. Ich bin der festen Überzeugung, dass Leader dazu ein hervorragendes Instrument ist. Gleichzeitig müssen wir der Versuchung widerstehen, es als Finanzierungsprogramm liegen gebliebener Aufgaben zu missbrauchen.

Was unterscheidet Leader in Baden-Württemberg von anderen Bundesländern?

In Baden-Württemberg wird Leader seit vielen Jahren von einer Koordinierungsstelle begleitet. Das gibt es in anderen Bundesländern so nicht. Unsere Arbeit geschieht im Auftrag des Ministeriums als Verwaltungsbehörde, hat aber in erster Linie unterstützenden und vernetzenden Charakter. Davon profitieren die Initiativen in den einzelnen Leader-Gebieten, weil sie eine Kontaktstelle haben, die den Überblick über alle landesweiten Leader-Aktionen hat.

Der zweite Unterschied ist, dass Leader in Baden-Württemberg zu einem erheblichen Teil durch Landesmittel unterstützt wird, sodass in allen Förderperioden mehr Projekte umgesetzt werden konnten, als dies durch die reinen EU-Mitteln möglich gewesen wäre. Das hat Leader zu einem sehr großen Bekanntheitsgrad im Land verholfen. Allerdings ist es für den Wettbewerb um die besten Ideen hilfreich, wenn die Mittel knapp gehalten werden. Dies wird in der kommenden Förderperiode auf Grund der angespannten Haushaltslage auch bei uns der Fall sein.

Das Gespräch führte Anke Wehmeyer.

Arne Fiedler ist studierter Landwirt und arbeitet seit 14 Jahren in der Landesanstalt für die Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume (LEL), die die Leader-Arbeit in Baden-Württemberg koordiniert. Er hat Leader über drei Förderperioden begleitet und kennt viele der über 1.000 Leader-Projekte in den mittlerweile acht Aktionsgebieten des Landes.


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