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  • Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e.V. (ALR)
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Eine zukunftsweisende Methode im Umgang mit den Herausforderungen unserer Zeit

Torsten Sommer, Akademie für die ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e.V. (ALR); Bild: Privat

Interview mit Torsten Sommer von der Akademie für die ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e.V.

Herr Sommer, was ist das Besondere für Sie an Leader im Vergleich zu anderen Fördertöpfen?

In den Lokalen Aktionsgruppen (LAGs) begegnen sich private und öffentliche Akteure im Idealfall auf Augenhöhe. Durch die Arbeit und die Kultur des Miteinanders entstehen neue Partnerschaften: Menschen, die etwas bewegen wollen, finden zusammen, Grenzen werden über-, neue Wege beschritten. Dass die bewährte Methode in der Regionalentwicklung nun optional auch in anderen Fonds angeboten wird, zeigt: Leader ist ein erfolgreicher Ansatz, eine zukunftsweisende Methode für den Umgang mit den Herausforderungen unserer Zeit – nicht nur für ländliche Räume!

Was bewirkt Leader darüber hinaus?

Einen mir besonders wichtigen Aspekt möchte ich an einem Beispiel verdeutlichen: In der laufenden Förderperiode wurde ein großer Teil der ELER-Fördermittel über unseren landesweiten Leuchtturmwettbewerb vergeben. Vorsitzende und Regionalmanager aller 21 LAGs, in Schleswig-Holstein LAG AktivRegionen genannt, und Vertreter der Verwaltung wählten Projekte aus. Im Zeitraum 2009 bis 2012 wurden über 50 Vorhaben mit 23 Millionen Euro Fördermitteln unterstützt und 76 Millionen Euro Netto-Investitionen getätigt. Darüber hinaus ist das Bewusstsein für europäische Fördergelder gewachsen. Durch die Möglichkeiten mitzugestalten und mit zu entscheiden, entwickelte sich sowohl ein landesweites "Wir-Gefühl" als auch ein Verantwortungsgefühl für die Verwendung der Fördermittel. Ein langsamer, aber aus meiner Sicht äußerst wertvoller Prozess.

Was wäre denn ganz konkret ohne Leader in Schleswig-Holstein nicht passiert?

Ohne Leader gäbe es in Schleswig-Holstein keine AktivRegionen. Ohne sie keine Arbeitsebene für Regionalentwicklung. Ohne diese niemanden, der sich vor Ort mit einem regionalen Ansatz um die Herausforderungen der ländlichen Räume kümmert und gemeinsam mit engagierten Menschen Lösungsansätze und Projekte entwickelt. Die vielfältigen Wirkungen von zahlreichen Projekten – darunter wichtige innovative und zukunftsweisende Ansätze – wären ausgeblieben, vielfältige Entwicklungspotenziale von Dörfern, Regionen und Menschen ungenutzt geblieben.

Was wünschen Sie sich für die kommende Förderperiode?

Die Verordnungsentwürfe zeigen es: Die EU will Leader und die Bedeutung der Integrierten Entwicklungsstrategie nach dem Prinzip der Zielkonformität stärken sowie die Freiheiten der LAGs erhöhen. Der fondsübergreifende Ansatz mehrere Fonds zur Erreichung regionaler Entwicklungsziele zu bündeln, ist ebenfalls ein neuer und interessanter Impuls aus Brüssel. Mein Wunsch: Mögen möglichst viele dieser guten Ansätze bei den schleswig-holsteinischen AktivRegionen ankommen und möglichst wenige im Verwaltungstrichter auf Bundes- und Landesebene hängen bleiben. Diesbezüglich wäre ein Blick über die Ländergrenzen wünschenswert, zum Beispiel nach Österreich oder Finnland. "Abgucken" ist ja nicht wie in der Schule verboten, "voneinander lernen" ist das richtige Motto.

Was unterscheidet Leader in Schleswig-Holstein von anderen Bundesländern?

Beispielhaft für den schleswig-holsteinischen Weg der Leader-Umsetzung seien genannt: der flächendeckende Ansatz, die oben erwähnten Leuchtturmprojekte, das enge und gute Miteinander von Verwaltung und LAGs als auch Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit. Für "unser System" sehen wir aber auch Optimierungsbedarf. Seit Anfang 2012 arbeiten wir deshalb in einem Dialog auf Augenhöhe mit Vertretern der LAGs, des Ministeriums, der Bewilligungsstellen und des Gemeindetages an strategischen Überlegungen zur Förderung ländlicher Entwicklung in der nächsten EU-Förderperiode.

Das Gespräch führte Anke Wehmeyer.

Torsten Sommer ist seit 2005 für die Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e.V. (ALR) tätig und leitet die Geschäftsstelle in Flintbek. Der gebürtige Hesse arbeitet in seiner Wahlheimat seit 15 Jahren in der Dorf- und Regionalentwicklung. Unter anderem betreut er das Regionen-Netzwerk Schleswig-Holstein.


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