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  • LAG Mecklenburger Schaalseeregion - Biosphärenreservatsregion
    Madeleine Kusche
    Leader-Managerin
    Tel.: 03 88 72 / 929 - 16
    Mail: regionalentwicklung@rehna.de
    www.leader-schaalsee.de

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"Leader ist nicht nur ein Fördertopf, sondern ein Prozess"

Madeleine Kusche, Leader-Managerin in der Mecklenburger Schaalseeregion; Bild: privat

Interview mit Madeleine Kusche, Leader-Managerin der Mecklenburger Schaalseeregion in Mecklenburg-Vorpommern

Frau Kusche, was ist das Besondere für Sie an Leader im Vergleich zu anderen Fördertöpfen?

Mit Leader werden die Entscheidungen gemeinsam vor Ort mit den Akteuren im ländlichen Raum getroffen und abgestimmt. Leader ist nicht einfach nur ein Fördertopf, sondern eigentlich als ein Prozess zu verstehen. Öffentliche Akteure und Partner aus dem Wirtschafts- und Sozialbereich gestalten den Entwicklungsprozess zusammen. Leader bedeutet damit immer Netzwerkarbeit, Kommunikation sowie Partizipation und praktische Mitwirkung der Bevölkerung an der regionalen Entwicklung. Das ist für mich der wesentliche Unterschied zu vielen anderen Förderverfahren.

Was bedeutet Leader darüber hinaus?

Bei meiner Arbeit treffe ich unglaublich viele enthusiastische Menschen, die tolle Ideen für die Gestaltung und Entwicklung unserer Region haben. Durch Leader wird ihre aktive Mitwirkung am Prozess und der Umsetzung regionaler Projekte oftmals erst möglich. Transparente Entscheidungswege sorgen dafür, dass Leader als Förderinstrument der EU in der Region anerkannt ist. Die Bürger erhalten das Gefühl, das europäische Fördermittel einen positiven Beitrag zur Verbesserung ihrer Lebensqualität oder Lebenssituation leisten.

Was wäre ganz konkret ohne Leader in Ihrer Region nicht passiert?

Dazu könnte ich hier sicherlich eine Vielzahl an Projekten nennen, die wir in den letzten Jahren umgesetzt haben. Für viele Maßnahmen wäre es schwierig gewesen, ihnen ohne Leader zum Erfolg zu verhelfen. Ganz konkret fallen mir hier zwei Umweltbildungsprojekte ein. Ohne Leader-Gelder würde derzeit nicht das Treibhaus der Zukunft wachsen. Ab 2013 wird in einer ehemaligen Scheunenruine ein interdisziplinäres Bildungskonzept zu den Themen ökologische Landwirtschaft, gesunde Ernährung und Denkmalschutz umgesetzt. Außerdem gibt es seit Anfang des Jahres unsere H2Ohr-Umweltbildungstätte, die in einem überdimensional großen, umgekippten Wassereimer untergebracht ist. Aber der Mehrwert von Leader sind ja nicht nur die Projekte, sondern die Vernetzung und die regionale Zusammenarbeit. Diese konnte in der laufenden Förderperiode gefestigt und unsere Netzwerke konnten gestärkt werden.

Was wünschen Sie sich für die kommende Förderperiode?

Ohne zunächst die fördertechnischen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, wünsche ich mir, dass wir die partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Lokalen Aktionsgruppe weiterführen. Erfreulich wäre aus meiner Sicht, wenn die Fördermöglichkeiten für private Ideengeber erleichtert werden und sich unser Land an der nationalen Kofinanzierung aller Projekte beteiligt. Außerdem befürworte ich den Multifondsansatz, also die stärkere Verzahnung der EU-Fördertöpfe, in den bisherigen Verordnungsentwürfen. Die Option, im Rahmen der Leader-Entwicklungsstrategie Projekte oder Projektteile aus den verschiedenen EU-Fonds zu fördern, entspricht dem integrierten Ansatz von Leader und aus meiner Sicht dem Bedarf der Leader-Regionen.

Was unterscheidet Ihre Leader-Region von anderen?

Kern und Namensgeber der Region ist das Biosphärenreservat Schaalsee, das etwa ein Drittel der Fläche der Leader-Region einnimmt. Der internationale Status als UNESCO Biosphärenreservat, die Lage an der ehemaligen innerdeutschen Grenze in Verbindung mit der umgebenden Natur, die aus vielfältigen Wasserlandschaften mit wilder Artenvielfalt besteht, und der dementsprechend beeindruckende Ruhe- und Erholungsraum unmittelbar an einem der größten Ballungszentren Deutschlands sind die Alleinstellungsmerkmale unserer Leader-Region.

Das Gespräch führte Anke Wehmeyer.

Die Diplom-Geografin Madeleine Kusche hat von 2004 bis 2008 im Regionalen Planungsverband Westmecklenburg die Regionalentwicklung gestaltet und an der Fortschreibung des Raumentwicklungsprogrammes mitgewirkt. Seit 2008 ist sie Leader-Managerin in der Mecklenburger Schaalseeregion. Mit fast 50 umgesetzten Projekten und der Verantwortung für dreieinhalb Millionen Euro Fördergelder schöpft sie aus einem reichen Erfahrungsschatz.


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