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  • Leader-Region '4 mitten im Sauerland'
    Stefan Pletziger, Regionalmanagement
    Tel.: 02904 712 88 22
    Mail: info@leader-sauerland.de
  • www.leader-sauerland.de

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"LEADER gibt den Menschen das Gefühl, dass Europa ihnen etwas bringt"

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Interview mit Stefan Pletziger, Regionalmanager der LEADER-Region "4 mitten im Sauerland" (Nordrhein-Westfalen)

Herr Pletziger, was ist das Besondere für Sie an LEADER im Vergleich zu anderen Fördertöpfen?

Das Besondere an LEADER ist, dass die Akteure sehr viel kreativen Spielraum haben. Durch den relativ breiten Förderansatz ist es uns gelungen, Projekte aus den Bereichen Wirtschaft, Integration, Tourismus, Umwelt und Lebensqualität zu fördern. LEADER motiviert die Menschen, über ihre lokalen Grenzen hinaus zu denken. Viele Projekte sind nur gemeinschaftlich zu stemmen und LEADER trägt erheblich dazu bei, interkommunale Kooperationen zu stärken. LEADER-Projekte können außerdem große Themen auf Ortsebene herunterbrechen – bei uns zum Beispiel den Fachkräftemangel oder die demografische Entwicklung. Den Menschen wird durch diese Projekte deutlich, dass sie ganz aktiv mitarbeiten können und sogar müssen, um die Zukunft in ihrer Region weiter positiv zu gestalten.

Was bewirkt LEADER darüber hinaus?

Ich glaube, dass wenige EU-Förderprogramme so konsequent vermitteln, dass auch europäische Gelder direkt bei den Menschen ankommen. Die Menschen in den ländlichen Regionen fühlen sich ernst genommen und sehen, dass europäische Gelder nicht nur in großen undurchsichtigen Projekten verschwinden, sondern direkt bei ihnen ankommen. Das Tolle ist auch, dass viele kleine Projekte realisiert werden, die ohne die 50-Prozent-Förderung niemals möglich gewesen wären. Dieses Gefühl, dass Europa ihnen konkret "was bringt", ist nicht zu unterschätzen. Viele Deutsche tendieren ja sonst oft nur dazu, sich als "Melkkühe" der EU zu sehen.

Was wäre denn ganz konkret ohne LEADER in Ihrer Region nicht passiert?

Ein tolles Projekt war zum Beispiel das internationale Jugendworkcamp, das wir 2011 mit verschiedenen Partnern organisiert haben. Ziel war es, das Wanderwegenetz der Gemeinde Bestwig zu verbessern und gezielte Forstumweltmaßnahmen umzusetzen. Zu diesem Zweck haben wir den Bauhof der Gemeinde Bestwig, das Regionalforstamt Soest-Sauerland, den Sauerländer Gebirgsverein, die Sparkasse Hochsauerland, die Touristiker und viele ehrenamtliche Helfer zusammengebracht. Dieses Team hat mit 15 Jugendlichen, die aus der ganzen Welt für drei Wochen auf eigene Kosten nach Bestwig gekommen sind, zusammengearbeitet und Erstaunliches geleistet. Insgesamt etwa 19.000 Euro an LEADER-Förderung flossen in das Wanderwegenetz der Region. Ein Superprojekt, bei dem alle profitiert haben.

Was wünschen Sie sich für die kommende Förderperiode?

Erst mal würde ich mir grundsätzlich wünschen, dass LEADER überhaupt auf breiter Ebene und in ähnlicher Form fortgeführt wird. Wichtig ist, dass die Strukturen durchschaubar bleiben und die bürokratische Handhabung des Förderansatzes nicht weiter verkompliziert wird. Ein grundsätzlicher Wunsch von mir ist, dass private Kofinanzierung anerkannt wird. Deutschlandweit können sich viele Kommunen LEADER fast nicht mehr leisten. Im Gegensatz zu den Kommunen haben aber zum Beispiel viele Verkehrs- und Heimatvereine das Geld, kleine, aber feine Projekte für ihre Region umzusetzen. Wenn diese Mittel für die öffentliche Kofinanzierung eingesetzt werden dürften, wäre es möglich, das bürgerschaftliche Engagement weiter erheblich zu stärken.

Was unterscheidet Ihre LEADER-Region von anderen?

Das lässt sich schwer pauschal beantworten. Ich bin mir sicher, dass die meisten Kolleginnen und Kollegen einen Superjob machen. Allerdings vermisse ich bei vielen LEADER-Regionen, vor allem auf den jeweiligen Internetseiten, die Transparenz ihrer Arbeit. Auf unserer Homepage www.leader-sauerland.de finden Sie alle von der LAG genehmigten, alle laufenden und abgeschlossenen Projekte, den jeweiligen Stand der Dinge sowie die vorgesehene LEADER-Fördersumme. Mehr Transparenz geht nicht.

Das Gespräch führte Juliane Mante.

Stefan Pletziger ist seit Juli 2009 Regionalmanager der LEADER-Region "4 mitten im Sauerland".  Der 35-jährige Diplom-Volkswirt hat seine beruflichen Wurzeln in der Entwicklungszusammenarbeit. In den Jahren 2004 bis 2009 war er für die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) tätig, davon vier Jahre in Projekten der ländlichen Regionalentwicklung in Benin und Tansania. Seit 2009 brachte er mehr als 30 LEADER-Projekte auf den Weg.


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