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Greening

Durch die Einführung des Greenings - also der Verbindung der Direktzahlungen für landwirtschaftliche Flächen mit Umweltauflagen - gewinnen die Regelungen der 1. Säule eine gewisse Relevanz für die Agrarumweltförderung in der 2. Säule. Daher sollen hier die Eckpunkte des Greenings dargestellt werden und die Folgen für die 2. Säule, insbesondere für Agrarumweltmaßnahmen erläutert werden.

2014 wurden Landbewirtschafter in Deutschland mit 5,153 Milliarden Euro an Direktzahlungen gefördert.

Zur Umsetzung des mit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik für den Zeitraum ab 2015 geschaffenen neuen Systems der Direktzahlungen in Deutschland wurde das Direktzahlungen-Durchführungsgesetz (DirektZahlDurchfG) erlassen. An die Stelle der vorherigen Betriebsprämie treten dabei in Deutschland ab dem Jahr 2015 folgende Zahlungen:

  • eine Basisprämie
  • eine Zahlung für dem Klima- und Umweltschutz förderliche Landbewirtschaftungsmethoden (die sogenannte "Greeningprämie"),
  • eine Umverteilungsprämie (siehe oben),
  • eine Zahlung für Junglandwirte sowie
  • eine vereinfachte Zahlung für Kleinerzeuger.

Einen Überblick über die Direktzahlungen gibt das BMEL hier.

Fragen und Antworten zur Agrarreform und den Direktzahlungen bietet das BMEL hier.

Drei Greening-Elemente

Ab 2015 ist das Greening eine Voraussetzung für den Erhalt von Direktzahlungen. Öko-Betriebe und Kleinerzeuger sind davon freigestellt.
Die Greening-Anforderungen umfassen drei obligatorische Maßnahmen:

  1. Anbaudiversifizierung
  2. Dauergrünland-Erhalt
  3. Flächennutzung im Umweltinteresse (Ökologische Vorrangflächen)

In Deutschland wird dies im Direktzahlungen-Durchführungsgesetz und der zugehörigen Direktzahlungen-Durchführungsverordnung geregelt.

Anbaudiversifizierung

Für den Erhalt der Direktzahlung ist die Anbaudiversifizierung nicht erforderlich für Betriebe, die

  • bis zu zehn Hektar Ackerland bewirtschaften
  • mehr als 75 Prozent Anteil Grünland an ihrer landwirtschaftlichen Fläche oder mehr als 75 Prozent Ackergras/Stilllegung an der Ackerfläche bewirtschaften soweit die nicht auf diese Kulturen entfallende Fläche nicht mehr als 30 Hektar beträgt.

Betriebe bis 30 Hektar müssen mindestens zwei Kulturarten anbauen. Die Hauptkultur darf 75 Prozent nicht überschreiten. Betriebe ab 30 Hektar müssen mindestens drei Kulturarten anbauen, davon die Hauptkultur auf bis zu 75 Prozent der Fläche und die zwei größten Kulturen zusammen bis zu 95 Prozent.

Erhalt von Dauergrünland

In FFH-Gebieten gilt ein absolutes Dauergrünlandumbruch- und -umwandlungsverbot. Es schließt auch ein Pflügen zur Erneuerung des Grünlandes ein. Zur Verbesserung der Grasnarbe ist nur die Schlitzsaat erlaubt.

Außerhalb der FFH-Kulisse, ist ab dem 1. Januar 2015 ein Umbruch nur noch mit Genehmigung möglich, allerdings sind daran verschiedene Bedingungen geknüpft:

  • Anteil des Dauergrünlands (DGL) an der beantragten LF in 2015 darf in einem Bundesland nicht um mehr als fünf Prozent im Vergleich zum Referenzanteil abnehmen. Der Referenzanteil besteht aus dem beantragten DGL 2012.

Genehmigungen können erteilt werden für:

  • Dauergrünland, das im Rahmen von Agrarumweltmaßnahmen oder
  • DGL, das neu ab dem Jahr 2015 entstanden ist, wenn an anderer Stelle im gleichen Umfang Dauergrünland neu angelegt wird.
  • Vor einer Genehmigung ist zu prüfen, ob es Gründe/Rechtsvorschriften gibt, nach denen eine Umwandlung nicht zulässig ist.

Ökologische Vorrangflächen (ÖVF)

Betriebe ab 15 Hektar Ackerfläche müssen mindestens fünf Prozent davon als ökologische Vorrangflächen vorhalten. Bezugsgröße ist das Ackerland mit Landschaftselementen an oder auf Ackerland, ÖVF-Pufferstreifen, Kurzumtriebsplantagen und Aufforstungsflächen. Freigestellt sind Betriebe mit mehr als 75 Prozent Grünland an der landwirtschaftlchen Fläche oder 75 Prozent Ackergras/Stilllegung/Leguminosen an der Ackerfläche, soweit die nicht auf diese Kulturen entfallende Fläche maximal 30 Hektar beträgt.

Ökologische Vorrangflächen müssen im Umweltinteresse genutzt werden, etwa zum Erhalt von Hecken oder als Pufferstreifen zu Gewässern. Eine landwirtschaftlich produktive Nutzung bleibt unter bestimmten Bedingungen aber zulässig.

Dazu gehört der Anbau von Eiweißpflanzen, die den Stickstoff im Boden binden, oder der Anbau von Zwischenfrüchten. Die unterschiedliche ökologische Wertigkeit der verschiedenen Arten von ökologischen Vorrangflächen wird über von der Europäischen Kommission vorgegebene Gewichtungsfaktoren berücksichtigt. Das heißt beispielsweise, dass eine deutlich höhere Fläche mit Zwischenfrüchten bebaut werden muss, um diese als äquivalent zu einem Hektar ökologischer Vorrangflächen anzuerkennen. So beträgt der Gewichtungsfaktor für Zwischenfrüchte 0,3, dagegen beträgt der Gewichtungsfaktor für brachliegende Felder 1,0 und für die ökologisch besonders wertvollen Hecken gilt sogar ein Gewichtungsfaktor von 2,0. Mit einem Hektar Zwischenfrüchte erbringt ein Betrieb 0,3 Hektar Vorrangfläche, mit einem Hektar Hecken erbringt er zwei Hektar Vorrangfläche.

Veranstaltungen, Dokumentationen

12. Dezember 2014: Tagung Zwischenfrüchte und Biodiversität

Umsetzung des Greenings 2015

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