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Datenbasis wirksame Maßnahmen

  • Das Conservation Evidence Journal ist eine open source ressource, die wissenschaftliche Studien über wirksame Agrarumwelt- und Naturschutzmaßnahmen bereitstellt.

Thema Agrarumwelt in den Medien

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Agrarumwelt- und Naturschutz in der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik

Die Gemeinsame EU-Agrarpolitik sieht den Umwelt-, Natur- und Klimaschutz als Querschnittsaufgabe an.

Daher sind entsprechende Maßnahmen und Auflagen sowohl in der 1. Säule (Direktzahlungen) als auch in der 2. Säule vorhanden.

1. Säule - Direktzahlungen: Basisumweltschutz mit Greening und Cross Complience

In der 1. Säule wird ein basaler Umwelt- und Naturschutz mit den einzuhaltenden Basisregeln (Cross Compliance und guter landwirtschaftlicher und ökologischer Flächenzustand) abgesichert.

1. Säule - Direktzahlungen: Kopplung der Prämie an das Greening

Darüber hinaus koppelt das Greening seit 2015 etwa ein Drittel der Direktzahlungsprämie an drei obligatorische Maßnahmen:

  1. Anbaudiversifizierung
  2. Erhalt von Dauergrünland
  3. Flächennutzung im Umweltinteresse (Ökologische Vorrangflächen)

2. Säule - ELER: Fördermaßnahmen

Agrarumwelt- und Naturschutz sind traditionell wichtige Ziele der 2. Säule der EU-Agrarpolitik. Zuletzt wurde ihre Bedeutung 2007 durch die Definition der "Neuen Herausforderungen der EU-Agrarpolitik" im Rahmen des sogenannten Health Checks der GAP erneut aufgewertet. 

Die Teilnahme an den Maßnahmen ist freiwillig und beruht auf einer Antragstellung. Der Agrarumweltschutz deckt dabei ein vielfältiges Zielspektrum ab:

  • Bodenschutz
  • Grundwasser- und Oberflächengewässerschutz
  • Biodiversitäts-, Natur-, Biotop- und Artenschutz
  • Schutz der genetischen Ressourcen (Agrobiodiversität, Sorten- und Rassenvielfalt)
  • Klimaschutz
  • Tierschutz
  • Erhaltung des Grünlands

Mit unterschieldichen Maßnahmen werden land- und forstwirtschaftliche Betriebe, Kommunen und Naturschutzakteure gefördert:

  • Agrarumweltmaßnahmen und Vertragsnaturschutz im Agrarbereich für Landnutzer und Landbewirtschafter (ELER-Artikel 28)
  • Maßnahmen des Tierschutzes (ELER-Artikel 30) und Förderung des Ökolandbaus (ELER-Artikel 29)
  • Investitionen und Projekte im Bereich des Naturschutzes in der Kulturlandschaft (Natürliches Erbe) für Betriebe, Körperschaften und Naturschutzakteure (ELER-Artikel 17 und 20, 35)
  • Ausgleichszahlungen für Landnutzer bei Naturschutz- oder Wasserschutzauflagen (ELER-Artikel 30)
  • Waldumweltmaßnahmen für Forstbesitzer (ELER-Artikel 34 und 25)
  • Informationsmaßnahmen und FFH- oder Naturschutzberatungen für Landnutzer (ELER-Artikel 14 und 15)

Weiterhin kann der Agrarumweltschutz im ELER einen Beitrag zu folgenden Zielen leisten:

  • Umsetzung der Natura-2000-/FFH-Richtlinie (vom Dezember 2011: Commission Staff Working Paper financing Natura 2000)
  • Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie
  • Umsetzung des Aktionsplans Pflanzenschutz, des integrierten Pflanzenschutzes
  • Umsetzung einer zukünftigen Eiweiß-/Futterpflanzenstrategie

Flankiert wird der Agrarnaturschutz durch den Begriff High Nature Value Farming (HNV): Landwirtschaft und landwirtschaftliche Flächen mit hohem Naturwert

Vernetzung der Umweltakteure im ELER

NABU-WWF-Projekt "EU-Naturschutzfinanzierung 2014-2020"

Projektziel war, sich 2013 bis 2015 über die Umsetzung der EU-Agrarreform und die Ausgestaltung der ELER-Programme auszutauschen. Die Abschlussveranstaltung fand am 18. März 2015 statt.

Ansprechpartner


Video der EU: Umweltleistungen und ELER

Ergebnisorientierte Agrarumweltmaßnahmen

Positive Effekte von Agrarumweltmaßnahmen

http://blogs.ec.europa.eu/rbaps/

http://enrd.ec.europa.eu/

 

 

Collective Approach - die neue niederländische Umsetzung von Agrarumweltmaßnahmen

Seit Januar 2016 haben die Niederlande ein neues Agrarumweltsystem eingeführt. Es basiert auf 39 regionalen Gemeinschaften (Umweltkollektive), die mit den verantwortlichen Behörden (Provinzen) die Maßnahmen im Sinne von Zielvereinbarungen festlegen. Die Kollektive sind für die EU-konforme Abwicklung der Maßnahmen und die Akquise und Betreuung der Landwirte, die die Maßnahmen durchführen, verantwortlich. Gleichzeitig wurde bei der Reform der Fokus der Maßnahmen auf den Schutz der Biodiversität und das Wasser gelegt.

Informationen zum niederländischen Modell (nur auf Englisch):

Monitoring, wissenschaftliche und praktische Empfehlungen

Erfolgskontrollen zum bayerischen ­Vertragsnaturschutzprogramm

Wirkung von Vertragsnaturschutzmaßnahmen in NRW

Datenbasis über wirksame Maßnahmen

Das Conservation Evidence Journal ist eine Open-Source-Ressource, die wissenschaftliche Studien über wirksame Agrarumwelt- und Naturschutzmaßnahmen bereitstellt und Themenfelder mit Metaanalysen und Synopsen erschließt. Das Angebot ist nur auf Englisch verfügbar.

Spezielle Zusammenfassungen von 2012 beschäftigen sich mit:

Die Autoren sind namhafte und renommierte Wissenschaftler. Die Basis sind ausschließlich Studien, die ein peer-review (wissenschaftliche Qualitätssicherung) durchlaufen haben.

Wissenschaft über Vertragsnaturschutz

Vorrangflächen unverzichtbar

"GAP ab 2014: Für den Schutz der biologischen Vielfalt, unter den Bedingungen einer produktiven und ökonomisch leistungsfähigen Landwirtschaft, stellen die ökologischen Vorrangflächen einen unverzichtbaren Bestandteil von Agrarlandschaften dar." Wegen der Knappheit der Ressource landwirtschaftlicher Produktionsfläche sollten ökologische Vorrangflächen jedoch so ausgelegt sein, dass sie eine maximale Leistung für den Schutz und die Entwicklung der biologischen Vielfalt erbringen können. Da dabei oft eine bestimmte Bewirtschaftung notwendig ist, braucht es auch das grundsätzliche Eigeninteresse der Landbewirtschafter.

Im Artikel aus der Neuen Landwirtschaft 3/2012 (PDF-Datei) vom 15. März 2012 (Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH) wird eine Kombination, bestehend aus einer einfachen Pflichtstilllegung zur Flächenbereitstellung und einer freiwilligen und honorierten, naturschutzorientierten Bewirtschaftung dieser Flächen im Rahmen von Agrarumweltmaßnahmen (Top-up-Prämie), vorgeschlagen. Dabei sollten nach Einschätzung der Autoren besonders naturschutzwirksame Maßnahmen auch besonders honoriert werden. Dieses Konzept soll in die Diskusison eingebracht werden.

Die am ZALF in Müncheberg entwickelten "Naturschutzbrachen" (ehemals "Schlaginterne Segregation") sind so ausgelegt, dass sie als ökologische Vorrangflächen eine hohe Leistung erbringen können. Durch eine "intensive" naturschutzgerechte Bewirtschaftung und unter Berücksichtigung landwirtschaftlicher Erfordernisse (technologische Passfähigkeit, Maßnahmen zur Unkrautregulierung etc.) werden auf möglichst kleiner Fläche viele verschiedene Naturschutzziele verwirklicht. Es werden dabei hochwertige Lebensräume für die verschiedenen charakteristischen Pflanzen- und Tierarten der Agrarlandschaft geschaffen.

Aus dem Praxishandbuch "Naturschutzbrachen im Ackerbau" können Sie hier Beispielkapitel (PDF-Datei) herunterladen, Bestellung beim Verlag Natur und Text.


Veranstaltungen über Agrarumweltschutz in der GAP nach 2013

  • BfN-Tagung "GAP ab 2014 - Mehr Biodiversität im Ackerbau?", 2. bis 5. Mai 2012, Insel Vilm. Zum Programm
  • Agrarsoziale Gesellschaft, Bad Nauheim, 9. bis 11. Mai 2012: Die neue Agrar- und Strukturpolitik der EU nach 2013. Zur Dokumentation der Vorträge

Forschungsvorhaben zur Reform der GAP

Broschüre des BfN zur Ausgestaltung des Biodiversitäts- und Umweltschutzes im Rahmen der GAP

Das F&E Projekt "Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) 2013 und Erreichung der Biodiversitäts- und Umweltziele" wird durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des BMU gefördert.
Federführend: Institut für Agrarökologie und Biodiversität (R. Oppermann, J. Gelhausen), Mitautoren: Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung Müncheberg (B. Matzdorf, M. Reutter) und Hochschule für Forstwissenschaft Rottenburg (R. Luick, S. Stein).

Landlife-Projekt

Das von der Europäischen Kommission finanzierte LandLife-Projekt 2011 bis 2014, gefördert durch Programm LIFE+) besteht aus Parntern aus Spanien, Frankreich und Italien und will aufzeigen, welchen Beitrag die Landespflege zur Erhaltung von Natur und Artenvielfalt leisten kann.

Etappen: Handbuch 2013 und Kongress 2014

Nach drei regionalen Workshops und der Publikation des Handbuchs Caring together for nature: A manual on land stewardship as a tool to promote social involvement with the natural environment in Europe (nur auf Englisch verfügbar) mit vielen Beispielen, fand vom 5. bis 7. November 2014 im Naturwissenschaftsmuseum Cosmocaixa in Barcelona der erste europäische Landespflegekongress statt.


Farmpath: regionale Nachhaltigkeit der Landwirtschaft

EU-gefördertes Forschungsvorhaben (2011-2014) über die Zukunft der regionalen nachhaltigen Landnutzung, gefördert im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms mit Parntnern aus Bulgarien, Griechenland, Großbritannien, Deutschland (ifls Frankfurt), Frankreich, Protugal.

Zu den Projektseiten


CLAIM

CLAIM - Die Wertsteigerung von Landschaften und die Rolle der Gemeinsamen Agrarpolitik: Wissensbasierte Systeme über den Beitrag des Landschaftsmanagements für die ländliche Ökonomie

Das übergeordnete Ziel des EU-Projekts CLAIM (7. Forschungsrahmenprogramm, 2012 bis 2015, zehn europäische Parnter) ist die Generierung und Bereitstellung von Wissen, das die GAP im Hinblick auf eine effektive Ausgestaltung des Landschaftsmanagements unterstützt.

Designing RDPs fit for the environment

Die Broschüre bietet Mitgliedsstaaten Unterstützung bei und Beispiele für die naturschutzgerechte Programmierung der ELER-Programme für den ländlichen Raum ab 2014 an. Leider nur in englischer Sprache verfügbar.

Agrarökologie Göttingen

Landschaftliche Struktur bestimmt Erfolg ökologischer Maßnahmen Göttinger Agrarökologen fordern abgestimmtes Konzept zur Förderung der Artenvielfalt

In der Landwirtschaft können Maßnahmen zum Schutz der Umwelt finanziell durch die Europäische Union unterstützt werden. Deshalb stellen Landwirte im Rahmen von EU-Agrarumweltmaßnahmen auf ökologischen Landbau um oder legen Hecken und blütenreiche Ackerrandstreifen an. Laut einer Studie an der Universität Göttingen eignen sich diese Maßnahmen vor allem für artenarme Landschaften, die durch Ackerflächen geprägt sind. Landschaften, die ohnehin sehr artenreich sind – wie beispielsweise Landschaften mit Wiesen, Waldrändern und Ackerbrachen in enger Nachbarschaft – profitieren kaum von weiteren kleinteiligen ökologischen Verbesserungen. Die Göttinger Forscher fordern nun einen differenzierten und aufeinander abgestimmten Einsatz von ökologischen Verbesserungen für artenreiche und artenarme Landschaften. Ihre Ergebnisse wurden in der Zeitschrift "Biological Reviews" veröffentlicht.

"Leider werden bei den finanziellen Anreizen für Agrarumweltmaßnahmen die jeweils spezifischen Landschaftsstrukturen nicht beachtet, obwohl sie größte Bedeutung für den ökologischen Erfolg haben", sagte Prof. Dr. Teja Tscharntke, Leiter der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen. Da der lokale Artenreichtum entscheidend durch die Artenvielfalt in der umgebenden Landschaft beeinflusst wird, fordern die Forscher ergänzend zu den kleinteiligen ökologischen Verbesserungen ein Konzept für großflächigere Maßnahmen. "Beispielsweise ist es für den Erhalt einer großen Artenvielfalt sehr viel effektiver, artenreiche Brachen über alle Regionen in einem Bundesland zu streuen, anstatt sich auf nur eine Region zu beschränken", so Tscharntke.

Im Gegensatz zu einer größeren Brachenfläche in einer Region würden Brachen in sehr vielen Regionen auf insgesamt weniger Fläche mehr Arten schützen. "Eine hohe Artenvielfalt in unseren Kulturlandschaften wird nicht durch den hohen Artenreichtum an einem Ort bewirkt, sondern durch die mit steigender Distanz veränderte Artenzusammensetzung in den einzelnen Lebensräumen", ergänzte Tscharntke.

Originalveröffentlichung: Teja Tscharntke et al. (2012): Landscape moderation of biodiversity patterns and processes – eight hypotheses. Biological Reviews. DOI: 10.1111/j.1469-185X.2011.00216.x (online).

Zur Arbeitsgruppe von Prof. Tscharntke

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