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Agrarumweltmaßnahmen in den Niederlanden

Kooperationen im Agrarumweltschutz – was steckt dahinter?

Die niederländische Regierung hat beschlossen, dass Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen (AUKM) der 2. Säule (ELER Artikel 28) der GAP nur noch über gemeinsame Anträge in Anspruch genommen werden können. Diese Anträge werden von Zusammenschlüssen – so genannten Collectieven – gestellt. Einzelanträge von Landwirten sind nicht mehr möglich. In den Niederlanden steht jährlich ein Budget von ca. 65 Millionen Euro (ELER und Nationale Kofinanzierung) für Agrarumweltmaßnahmen zur Verfügung.

Video: Ministry of Economic Affairs (Niederlande)

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Warum haben sich die Niederlande für einen regionalen Ansatz mit Gruppenanträgen entschieden?

  • Die Wirksamkeit von AUKM soll verbessert werden, um dem Rückgang der Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen entgegenzuwirken. Das bisherige System, das im Jahr 2000 eingeführt wurde und unserem ähnelt, war wegen fehlender Wirksamkeit in Wissenschaft und Öffentlichkeit sehr strakt unter Druck geraten.
  • Den Landwirten und dem Naturschutz sollen mehr Flexibilität bei der Maßnahmengestaltung- und -umsetzung ermöglicht werden. Die Wirksamkeit soll bei Maßnahmen wieder in den Vordergrund und formale förder- und kontrolltechnische Regelungen in den Hintergrund treten.
  • Für die staatliche Verwaltung soll der Arbeitsaufwand schrumpfen - von etwa 13.500 auf 40 Förderanträge pro Jahr.
  • In den 1990er Jahren haben sich in den Niederlanden über 190 „landwirtschaftliche Naturvereine“ gegründet. In ihnen kümmern sich Landwirte und Bauerverbände um Naturschutzbelange in der Kultur- und Agrarlandschaft. Oft waren in diesen Naturvereinen auch weiteren Akteuren wie Kommunen und Naturschützern beteiligt. Diese "landwirtschatlichen Naturvereine" waren die institutionelle und personelle Basis für die Entwicklung und Einführung des neuen Systems.

Kurzübersicht zum AUKM-System in den Niederlanden

  • seit 2016 können Landwirte in den Niederlanden nur noch Agrarumweltmaßnahmen (AUKM) über Collective umsetzen (Volumen ca. 60 Mio. €/Jahr).
  • AUKM konzentriert sich seitdem auf die nationalen Biodiversitätsziele. Zielarten bestimmen, welche landwirtschaftlich beeinflussten Lebensräume gefördert werden sollen. Naturschutz und Wissenschaft legen die Ziele, Maßnahmenlisten und Förderkulissen anhand der Arten, Artenverbreitung und Lebensraumansprüchen fest.
  • Das System entspricht in Deutschland dem Modell Vertragsnaturschutz, der in Kulissen angeboten wird.
  • Es gibt 40 Collective, die mit den Verwaltungen die Ziele regional abstimmen und die Umsetzung durch landwirtschaftliche Betriebe organisieren. Sie bieten den Landwirten Beratung und übernehmen Beantragungs- und EU-konforme Dokumentationsaufgaben. Bis 20% der AUKM-Kosten werden für den Betrieb des Collectivs aufgewendet.
  •  Aufgrund der Änderung 2016 nehmen nur noch ca. 7000 statt vorher 13500 Landwirte an AUKM teil.
  • Die betriebliche Flexibilität konnte verbessert werden, die Zufriedenheit der teilnehmen Landwirte hat sich erhöht. Die Gesamtevaluation auch der Biodiversitätsziele wird erst 2020 durchgeführt.
  • Die Einführung des Systems wurde seit 2000 angestrebt und von 2011-2013 in konkreten Pilotvorhaben und in Abstimmung mit der EU-Kommission vorbereitet. Die Basis der Kollektive bildeten fast 200 seit den 1990 in den Niederlanden existierenden landwirtschaftliche Naturvereine.

Weitere Informationen auf Deutsch

 

 

Die Arbeit des landwirtschaftlichen Naturvereins VALA

VALA ist ein Beispiel für einen landwirtschaftlicher Naturverein: er übernimmt das Management aller Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen, die in der Region Achterhoek umgesetzt werden. Ihr Konzept berücksichtigt regionale Besonderheiten und Arten. Die Landwirte werden bei der Umsetzung von Beratern begleitet. Dadurch wird sichergestellt, dass die Maßnahmen naturschutzfachlich wirksam sind.

Weitere Links

  • ELER (niederländisch: nationale plattelandsontwikkelingsprogramma, POP3)

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