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L(i)ebenswertes Dorf – wie Kunstfotografie aus dem Abseits für ländliche Dörfer wirbt: Bilder sagen mehr als 1000 Worte.

Ein Bild aus "abseits – aside – à l’écart", Bild: Claudio Hils, Rechte: LAG Oberschwaben

Name der Leader- oder ILE-Gruppe:

Leader-Region Oberschwaben

Bundesland:

Baden-Württemberg

Wettbewerbskategorie:

Dorfmitte mit Pfiff


Projektbeschreibung:

Die LAG Oberschwaben hat sich in den Jahren 2007 bis 2009 intensiv mit dem Thema "Dorfkernentwicklung" befasst. Das Projekt enstand vor dem Hintergrund des zunehmenden Flächenverbrauchs und der damit häufig verbundenen Entleerung der Ortskerne. Auch die Herausforderungen des demografischen Wandels spielten bei der Konzeption eine wichtige Rolle.

Lokale Arbeitskreise in den teilnehmenden Gemeinden stellten sich diesen Problemen. Das Ziel war es, das Dorf zu stärken, seine besondere Attraktivität lebenswert zu erhalten und Schwächen zu beseitigen. In dem Projekttitel "L(i)ebenswertes Dorf: in unserem Dorfkern leben, gemeinsam Gebäude aufwerten und Naturflächen schonen" sollte sich dieses Ziel widerspiegeln. Im Rahmen des Vorhabens wurden in 41 Dörfern umfassende Leerstandsanalysen durchgeführt. Gemeinsam mit Planungsbüros wurden in jedem Dorf individuell Strategien für die künftige Entwicklung erarbeitet. Und vielleicht das Wichtigste: Die Menschen vor Ort wurden aktiv in den Prozess mit einbezogen, denn es ging schließlich um das eigene Dorf, um den eigenen Besitz, um die Zukunft des Ortes und damit auch um die Zukunft der Jugend.

Die LAG begleitete die einzelnen Dorfprozesse, machte sie über ein Rahmenprojekt öffentlichkeitswirksam bekannt, evaluierte die Ergebnisse aus den einzelnen Prozessen und präsentierte sie in einer Abschlussveranstaltung. Die tatsächliche Umsetzung der Ergebnisse erfolgte im einzelnen Ort und war jeweils ein eigenes, individuell gestaltetes Projekt. Entwickelt wurden angepasste Strategien mit ganz unterschiedlichen Ansätzen: Von der Gestaltung und Organisation eines Dorfmarktes über den Einbau einer Goldschmiede samt Ferienwohnung bis hin zur Schaffung von innerörtlichen Freiflächen durch Abriss alter und leer stehender Bausubstanz.

In den Jahren 2010 und 2011 wurde nach allem systematischen Vorgehen anhand von Argumenten und Analysen versucht, die Menschen auch emotional zu erreichen. In der Europawoche 2012 wurde schließlich ein Bildband "abseits – aside – à l’écart" mit aufrüttelnden Bildern und Texten aus den ländlichen Dörfern des Aktionsgebietes herausgegeben. So wurde ein ganz neuer und spannender Weg der graphischen Aufarbeitung eines gelungenen interkommunalen Gemeindeprozesses beschritten.

Mit der eigens konzipierten Ausstellung der Bilder soll die Diskussion lebendig gehalten werden. Die Bilder rütteln auf und führen dazu, die sichtbaren Probleme in den Ortschaften gemeinsam zu beseitigen. Zielgruppen der Ausstellung, die in der Kreisgalerie im Schloss Meßkirch Premiere hatte, sind insbesondere die Entscheidungsträger aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft, aber besonders auch die Bevölkerung.

Attraktivität des Dorfes:

Wie wird mit Hilfe des Projektes die Attraktivität des Dorfes gesteigert?

Durch das Projekt – das Dorfentwicklungskonzept, die Bürgerbeteiligung oder die Herausgabe des Buches – findet zunächst noch keine sichtbare Attraktivitätssteigerung statt. Was wirkt dann? Einerseits ist es die einzelne umgesetzte Maßnahme, beispielsweise die in den ehemaligen Hühnerstall installierte Goldschmiedewerkstatt mit Ferienwohnungen, eine geschaffene Freifläche wo vorher noch halb zerfallene Häuser standen oder die mit barrierefreien Wohnungen ausgebaute Scheune. Andererseits ist es aber auch ein angestoßener Denkprozess bei Verantwortlichen und Bevölkerung, Veränderungen sind notwendig und Veränderungen beginnen im Kopf!

Aktive Dorfgemeinschaft:

Wurde bzw. wird das Gemeinschaftsgefühl gesteigert? Arbeiten für das Projekt verschiedene Akteursgruppen zusammen?

Im Rahmen des Projekts wurden viele gemeinsame Veranstaltungen mit den Kommunen, Bürgern und Verbänden initiiert. Beispielhaft erwähnt sei an dieser Stelle die Veranstaltung "Bürgerprozesse initiieren - konkrete Wege für mein Dorf" im Kloster Heiligkreuztal. Außerdem wurde in Reutlingendorf ein Wochenmarkt ins Leben gerufen, bei dem sich die Menschen zum Einkauf und Austausch treffen und in Rechtenstein ein Kulturprogramm für verschiedene Altersklassen gestartet, bei dem auch die Jugend mitmacht. Andere dörfliche Aktivitäten entstehen gerade.

Nachhaltiger Charakter:

Ist das Projekt so angelegt, dass es auch langfristig laufen und funktionieren wird? Könnte das Projekt auf andere Dörfer übertragen werden?

Das einzelne Dorfkonzept ist auf mittelfristige Umsetzung bezogen. Manchmal dauert es Jahre, bis ein Geflecht aus diversen Besitzverhältnissen zu einer Neustrukturierung geführt werden kann. So wird die Goldschmiede oder eine zu Wohnzwecken umgebaute Scheune langfristig Menschen und Aktivität ins Dorf bringen. Die Emotionen und Eindrücke, die über die Bilder entstehen, sind auf mittel- und langfristige Umsetzung im täglichen und planerischen Handeln der Verantwortlichen angelegt. Sowohl der Grundaufbau des Projektes – mit der zentralen Handlungsebene im Dorf und der begleitenden Koordination in der Region – als auch die Begleitmaßnahme mit den Bildern und Texten sind auf andere Dörfer, auf andere Regionen übertragbar.

Integrierte Ländliche Entwicklung:

Wie ist das Projekt bzw. sind die Projektträger in die Arbeit der ILE- oder Leader-Region eingebunden? Wie intensiv ist diese Zusammenarbeit?

Das Projekt ist Teil eines der zentralen Bausteine "Gestaltung zukunftsfähiger Kommunen" des regionalen Entwicklungskonzeptes der LAG. Die Begleitung durch die Leader-Geschäftsstelle erfolgt ausschließlich auf der überregionalen Ebene: im Bereich der übergemeindlichen Öffentlichkeitsarbeit, der wissenschaftlichen Begleitung und der Begleitmaßnahmen. Auf Ebene des Dorfes agieren die Gemeinden in Eigenregie und mit eigenen Planungsbüros.
Die Intensität der Zusammenarbeit der Kommunen innerhalb des Gebiets ist durch das Projekt deutlich gestärkt worden. Das Projekt bietet eine ganze Reihe von Kristallisationspunkten für weitere Initiativen, die auch über das Leader-Gebiet hinaus strahlen.

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