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Agrarumwelt- und Vertragsnaturschutz

Agrarumwelt- und Naturschutz sind traditionell wichtige Ziele der 2. Säule der EU-Agrarpolitik. Zuletzt wurde ihre Bedeutung durch die Definition der "Neuen Herausforderungen der EU-Agrarpolitik" erneut aufgewertet. 

Der Agrarumweltschutz deckt dabei ein sehr vielfältiges Zielspektrum ab:

  • Bodenschutz
  • Grundwasser und Oberflächengewässerschutz
  • Biodiversitäts-, Naturschutz, Biotopschutz, Artenschutz
  • Schutz der genetischen Ressourcen (Agrobiodiversität, Sorten und Rassenvielfalt)
  • Klimaschutz
  • Erhaltung des Grünlandes

Weiterhin kann der Agrarumweltschutz Beiträge zu folgenden Zielen leisten:

  • Umsetzung der NATURA2000/FFH-Richtlinie (Dez 2011: Commission Staff Working Paper financing Natura 2000)
  • Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie
  • Umsetzung des Aktionsplans Pflanzenschutz, des integrierten Pflanzenschutzes
  • Umsetzung einer zukünftigen Eiweiß-/Futterpflanzenstrategie

Bewertungen der Kommissionsvorschläge

Veranstaltungen über die Zukunft der GAP nach 2013

Um den Zugang zur Diskussion zu ermöglichen, weisen wir im Folgenden auf ausgewählte Veranstaltungen hin. Die dort dokumentierten Beiträge ermöglichen die Verfolgung der Diskussion.

Veranstaltungen zur EU-Agrarpolitik, Greening, Agrarumweltschutz

  • 3.-5. Feb. 2012, Loccumer Landwirtschaftstagung: Die Begrün(d)ung der Gemeinsamen Agrarpolitik - Die kommende Reform der GAP,
    weitere Informationen -->
  • IFLS-Tagung, 8. und 9. März 2012: Wächst die Gemeinsame Agrarpolitik an ihren Herausforderungen? Ein europäischer Meinungsaustausch.

noch bevorstehend

  • BfN-Tagung "GAP ab 2014 - Mehr Biodiversität im Ackerbau?", 2. - 5.Mai 2012, Insel Vilm.
  • 9. Mai 2012, Hamburg-Harburg, Grüne Lige: Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) – Wo bleibt der Gewässerschutz?
  • IALB-Tagung 2012: Unternehmen Landwirtschaft 2020: das internationales Treffen der BeraterInnen der Landwirtschaft. 17. bis 20. Juni 2012, Schloss Seggau - Steiermark.

Wissenschaftliche praktische Empfehlungen

Agrarökologie Göttingen, Arbeitsgruppe Prof. Tscharntke

Landschaftliche Struktur bestimmt Erfolg ökologischer Maßnahmen - Göttinger Agrarökologen fordern abgestimmtes Konzept zur Förderung der Artenvielfalt

In der Landwirtschaft können Maßnahmen zum Schutz der Umwelt finanziell durch die Europäische Union unterstützt werden. Deshalb stellen Landwirte im Rahmen von EU-Agrarumweltmaßnahmen auf ökologischen Landbau um oder legen Hecken und blütenreiche Ackerrandstreifen an. Laut einer Studie an der Universität Göttingen eignen sich diese Maßnahmen vor allem für artenarme Landschaften, die durch Ackerflächen geprägt sind. Landschaften, die ohnehin sehr artenreich sind – wie zum Beispiel Landschaften mit Wiesen, Waldrändern und Ackerbrachen in enger Nachbarschaft – profitieren kaum von weiteren kleinteiligen ökologischen Verbesserungen. Die Göttinger Forscher fordern nun einen differenzierten und aufeinander abgestimmten Einsatz von ökologischen Verbesserungen für artenreiche und artenarme Landschaften. Ihre Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Biological Reviews veröffentlicht.

„Leider werden bei den finanziellen Anreizen für Agrarumweltmaßnahmen die jeweils spezifischen Landschaftsstrukturen nicht beachtet, obwohl sie größte Bedeutung für den ökologischen Erfolg haben“, sagt Prof. Dr. Teja Tscharntke, Leiter der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen. Da der lokale Artenreichtum entscheidend durch die Artenvielfalt in der umgebenden Landschaft beeinflusst wird, fordern die Forscher ergänzend zu den kleinteiligen ökologischen Verbesserungen ein Konzept für großflächigere Maßnahmen. „Beispielsweise ist es für den Erhalt einer großen Artenvielfalt sehr viel effektiver, artenreiche Brachen über alle Regionen in einem Bundesland zu streuen, anstatt sich auf nur eine Region zu beschränken“, so Prof. Tscharntke.

Im Gegensatz zu einer größeren Brachenfläche in einer Region, würden Brachen in sehr vielen Regionen auf insgesamt weniger Fläche mehr Arten schützen. „Eine hohe Artenvielfalt in unseren Kulturlandschaften wird nicht durch den hohen Artenreichtum an einem Ort bewirkt, sondern durch die mit steigender Distanz veränderte Artenzusammensetzung in den einzelnen Lebensräumen“, ergänzt Prof. Tscharntke.

--> Originalveröffentlichung: Teja Tscharntke et al. (2012): Landscape moderation of biodiversity patterns and processes – eight hypotheses. Biological Reviews. DOI: 10.1111/j.1469-185X.2011.00216.x (online).

--> Arbeitsgruppe Prof. Tscharntke

Gert Berger, Holger Pfeffer, ZALF Müncheberg

Vorrangflächen unverzichtbar

"GAP ab 2014: Für den Schutz der biologischen Vielfalt unter den Bedingungen einer produktiven und ökonomisch leistungsfähigen Landwirtschaft, stellen die ökologischen Vorrangflächen einen unverzichtbaren Bestandteil von Agrarlandschaften dar."
 
Wegen der Knappheit der Ressource landwirtschaftliche Produktionsfläche sollten ökologische Vorrangflächen jedoch so ausgelegt sein, dass sie eine maximale Leistung für den Schutz und die Entwicklung der biologischen Vielfalt erbringen können. Da dabei oft eine bestimmte Bewirtschaftung notwendig ist, braucht es auch das grundsätzliche Eigeninteresse der Landbewirtschafter.
 
In dem Artikel aus der Neuen Landwirtschaft 3/2012 vom 15.03.2012 (Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH) wird eine Kombination, bestehend aus einer einfachen Pflichtstilllegung zur Flächenbereitstellung und einer freiwilligen und honorierten, naturschutzorientierten Bewirtschaftung dieser Flächen im Rahmen von Agrarumweltmaßnahmen (top-up-Prämie), vorgeschlagen. Dabei sollten u.E. besonders naturschutzwirksame Maßnahmen auch besonders honoriert werden. Dieses Konzept möchten wir hiermit in die Diskusison einbringen.
 
Die am ZALF in Müncheberg entwickelten „Naturschutzbrachen“ (ehemals „Schlaginterne Segregation“) sind so ausgelegt, dass sie als ökologische Vorrangflächen eine hohe Leistung erbringen können. Durch eine „intensive“ naturschutzgerechte Bewirtschaftung und unter Berücksichtigung landwirtschaftlicher Erfordernisse (technologische Passfähigkeit, Maßnahmen zur Unkrautregulierung etc.) werden auf möglichst kleiner Fläche viele verschiedene Naturschutzziele verwirklicht. Es werden dabei hochwertige Lebensräume für die verschiedenen charakteristischen Pflanzen- und Tierarten der Agrarlandschaft geschaffen. Praxishandbuch „Naturschutzbrachen im Ackerbau“ (Beispielkapitel, Bestellung: Verlag Natur und Text).
 
--> Gert Berger und Holger Pfeffer, ZALF Müncheberg

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