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Der Weg zu GAP und ELER nach 2013
Die Europäische Agrarpolitik (GAP) beruht in der Regel auf einem siebenjährigen Planungszeitraum. Damit sind auch die Programme für den ländlichen Raum (II. Säule der Agrarpolitik, ELER) 7-Jahres-Programme. Die gegenwärtige Programmperiode läuft von 2007-2013.
Auf europäischer und politischer Ebene laufen schon seit 2010 die Prozesse zur Erstellung der Rahmenbedingungen von GAP und ELER nach 2013 auf Hochtouren.
Auf den folgenden Seiten sind wichtige Schritte und Dokumente dieses Prozesses zusammengestellt.
Was steht in den Kommissionsentwürfen?
- "Die Gemeinsame Agrarpolitik ab 2014 (PDF-Datei)", kurzer Kommentar zum ELER-Vorschlag, LandInForm 4.2011
- "Was die EU-Kommissionsvorschläge für den Agrarumweltschutz bedeuten (PDF-Datei)" von Jürn Sanders & Karin Reiter (vTi), LandInForm 1.2012 (S.46-47).
- "Was ändert sich bei Leader nach 2013? (PDF-Datei), S. 45-46, LandInForm 4.2011
- "Was die GAP-Reform der ländlichen Entwicklung bringt (PDF-Datei)" von Regina Grajewski und Andreas Tietz (vTi), LandInForm 1.2012 (S.48-49)
Die wichtigsten Schritte
GAP/ELER - Verordnungen
- 12. Oktober 2011: die Kommissionlegt ihre Vorschläge zu den Rechtstexten für die Gemeinsame Marktordnung, Direktzahlungen, ELER, Horizontale Verordnung nach 2013 vor.
- Präsentation der Kommission dazu dazu.
- ELER Verordungsvorschlag der Kommission vom Oktober 2011
Mulitfonds/ Gemeinsamer Strategischer Rahmen (GSR)
- 14. März 2012: Kommission veröffentlicht ein Arbeitsdokument zum GSR:
"Wesentliche Aspekte eines Gemeinsamen Strategischen Rahmens, Teil 1" (PDF-Datei)
Anhänge, Teil 2 (nur in englisch)
- 6. Oktober 2011: die Kommission veröffentlicht ihre Vorschläge für die anderen Europäischen Fonds (Sozialfonds-ESF, Kohäsionsfonds, Regionalentwicklung - EFRE, u.a.).
- Verordungsvorschlag über die gemeinsamen Bestimmungen für die EU-Fonds (GSR) der Kommission von Oktober 2011.
- Disskussion über die Strukturfonds bei der GD Regio
- Dokumentation einer Tagung "Zukunft der EU-Regionalentwicklung" mit Vorträgen zu EFRE und ESF
- 29. Juni 2011: Vorschlag der Kommission zum nächsten mehrjährigen Finanzrahmen: Direktzahlungen und 1. Säule 2014-2020: 281,8 Mrd. € (2007-2013: 330 Mrd. €), 2.Säule 2014-2020: 89,9 Mrd. € (2007-2013: 83 Mrd. €).
Prozesse, die die Zukunft von GAP und ELER nach 2013 beeinflussen
Die Zukunft und Fortführung des ELER-Fonds und damit der Programme der ländlichen Räume werden maßgeblich von anderen Politiken beeinflusst, die den Rahmen für die ELER-Fortentwicklung abstecken.
Ebene 1: Entscheidungen die einen Rahmen abstecken
- finanzielle Vorausschau bzw. mehrjähriger Finanzrahmen legen das Gesamtbudget und die Budgetverteilung nach Aufgabengebieten für die EU fest.
- Europa Strategie 2020: strategische Grundsatz der EU für den Zeitraum 2011-2020 als Nachfolgerin der Lissabon-Strategie, die von 2000-2010 die EU zum führenden und innovativsten Wirtschaftsraum der Welt machen sollte.
- Diskussion innerhalb das Kohäsions- und der Strukturfonds (ELER, EFRE, ESF) über Erfolge, Wirksamkeit und Instrumente sowie über Abgrenzung und Synergien zwischen den Fonds.
- Am 6.Oktober 2011 hat die Kommission ihre Vorschläge für die anderen Europäischen Fonds (Sozialfonds-ESF, Kohäsionsfonds, Regionalentwicklung - EFRE, u.a.) veröffentlicht.
- Informationen zur Diskussion bei EFRE:
- Eckpunktepapier zum Strukturfonds der Landesregierung Berlin
- Forderungen der Landesregierung Thüringen
- Zentrale Forderungen Bayerns an die Strukturfonds nach 2013
- Informationen zur Diskussion bei ESF:
- Kommentar
- EU-Kommission zur ESF-Zukunft
Der Prozess dieser Ebene klärt, wie viel Geld in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) bereit steht und welche Aufgaben damit zu erfüllen sind.
Zeitplan und Dokumentation
- 3. März 2010: Vorlage des Entwurfs der Kommission zur Strategie 2020.
- Juni 2010: Verabschiedung der Strategie 2020 durch den Europäischen Rat.
- Sommer 2010: Bericht der EU-Kommission über die Überprüfung des Haushaltes 2008-2009 (GAP wird in der Kommunikation SEK(2010) 7000 endgültig auf Seiten 12 und 13 behandelt)
- 29.6.2011: Vorschlag der Kommission zum nächsten mehrjährigen Finanzrahmen: Direktzahlungen und 1. Säule 2014-2020: 281,8 Mrd.€ (2007-2013: 330 Mrd€), 2.Säule 2014-2020: 89,9 Mrd€(2007-2013: 83 Mrd€)
- News-Room Budget-reform (engl.)
- Am 6.Oktober 2011 hat die Kommission ihre Vorschläge für die anderen Europäischen Fonds (Sozialfonds-ESF, Kohäsionsfonds, Regionalentwicklung - EFRE, u.a.) veröffentlicht.
Ebene 2: Eckpunkte der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU
Sobald der Finanzrahmen absehbar ist, wird es um die Ausgestaltung der GAP gehen. Wie soll sich die erste Säule weiterentwickeln? Wie geht es weiter mit Direktzahlungen/ Flächenprämie, Entkopplung, Modulation und Marktmaßnahmen? Welche Aufgaben und Ziel bekommen welche Priorität (Einkommenssicherung/ Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, umweltgerechte Landwirtschaft, ländliche Entwicklung,...)? Welche Ziele soll die Ländliche Entwicklung/ELER verfolgen? Wie viele Achsen wird es geben?
Am Ende dieses Prozesses ist die Finanzmittel- und Aufgabenteilung innerhalb der Gemeinsamen Agrarpolitik zwischen der klassischen Agrarförderung (1.Säule) und den flankierenden Maßnahmen (2.Säule) geklärt und es liegt eine EU-Verordnung für das Nachfolgeprogramm des ELER vor.
Zeitplan und Dokumentation:
- Dez 2009: Orientierungsaussprache des EU-Agrarrats zur Weiterentwicklung der GAP
- April 2010: Abstimmung einer gemeinsamen Position der Bundesressorts
- April 2010: Abstimmung einer gemeinsamen Position von Bund und Ländern (Agrarministerkonferenz in Plön, 28-.30. April)
- April-Juni 2010: öffentliche Konsultation der EU-Kommission über die Zukunft der EU-Agrarpolitik im Rahmen eines Beteiligungsforums: "Bringen Sie sich ein!" wünschte sich Dacian Cioloş, EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung.
- Frühjahr/ Sommer 2010: Entschließung des Europäischen Parlaments (EP) (Berichterstatter George Lyon) zur GAP nach 2013. Das EP seit Inkrafttreten des Lissabon-Abkommens erstmals an der Gesetzgebung zu beteiligen.
- Sommer 2010: Konsultationen mit der EU-Kommission
- 19./20. Juni 2010 Konferenz der EU-Kommission "Post-2013-CAP"
- Ende 2010: Halbzeitberichte der Mitgliedstaaten zum ELER
- September 2011: Bericht des EU-Rechnungshofs zu den Agrarumweltmaßnahmen (Sonderbericht Nr. 7/2011)
- November 2010: Sonderbericht Nr. 5/2010 des EU-Rechnungshofes "Umsetzung des Leader-Konzepts zur Entwicklung des ländlichen Raums"
- 18. November 2010: Mitteilung der EU-Kommission zum zukünftigen Programm ländliche Räume (GAP nach 2013)
- 3. Mai 2011: Der Vorschlag für eine neue EU-Biodiversitätsstrategie 2020 definiert Eckpunkte für die GAP im Bezug auf den Schutz der Biodiversität: Ein Ziel mit 5 Maßnahmen zielt auf die stärkere Verankerung des Biodiversitätsschutzes in der neuen GAP (S.15f der Strategie)
- Mitentscheidung des Europäischen Parlaments
- 31. Mai 2011: Der vom Berichterstatter Alfred Deß (CSU) vorgestellte Bericht zur Mitteilung der Kommission wird nach umfangreichen Änderungen im Ausschuss verabschiedet.
- 23. Juni 2011: Beschluss im Plenum des Europaparlaments am zur GAP bis 2020.
- Am 12.Oktober 2011 hat die Europäische Kommission Vorschläge zu den Rechtstexten für die Gemeinsame Marktordnung, Direktzahlungen, ELER, Horizontale Verordnung nach 2013 vorgelegt.
- 2012: Verhandlungen zwischen EU-Kommission, Mitgliedstaaten und Europäischem Parlament
- Dokumente der EU-Ministerratssitzungen (in Englisch)
- Blickpunkt des EU-Parlaments mit deren Einschätzung
- Aktivitäten im Parlamentsausschuß für Landwirtschaft und Ländliche Räume, Verordnung Ländliche Entwicklung
- bis 2013: Abstimmung einer Verordnung zur Ländlichen Entwicklung mit den Mitgliedsstaaten (Europarat), dem Europa Parlament und den WiSo-Partnern
Ebene 3: nationale Umsetzung
Welche Prioritäten setzen die Bundesländer? Wie werden die einzelnen Teilziele (Wirtschaftlichkeit der Betriebe, Neue Herausforderungen, Umweltziele, ländliche Entwicklung) verwirklicht? Welche Instrumente und Maßnahmen sollen dazu eingesetzt werden? Wie werden die Mittel auf die Teilmaßnahmen verteilt? Wie sieht die konkrete Umsetzung in den Bundesländern aus? Wie funktioniert die Förderung konkret und im Detail?
Am Ende dieses Prozesses stehen dann in 2014 die neuen Programme der Bundesländer zur Entwicklung des ländlichen Raums.
Zeitplan und Dokumentation von Länderaktivitäten:
- seit 2011: Informationen und Beteiligungsverfahren in den Bundesländern zur Diskussion der Weiterentwicklung mit den Wirtschafts- und Sozialpartnern.
- 24.5.2012: Dresden, Sachsen: Verbändeinformation
(Vorher schon: 9. Dez. 2011: Dresden: zweite Informationsveranstaltung zur 2. Säule der GAP ab 2014 und 18. Mai 2011: Reinhardsgrimma: erste Informationsveranstaltung zur Weiterentwicklung der GAP nach 2013) - 15. Mai 2012: Hannover, Niedersachsen: Tagung "Zukunft von PROFIL - Förderperiode 2014 - 2020 (ELER)"
- 22. März 2012: Potsdam, Brandenburg: Akteursinformation zum Thema "Förderprogramm ELER ab 2014"
- 9. Feb 2012: Rottenburg Baislingen, Baden-Württemberg: 130 VertreterInnen des Ländlichen Raums diskutieren über die Förderperiode 2014 bis 2020
- Landwirtschaft in Bayern: Angesichts der großen Herausforderungen für die bayerische Landwirtschaft hatte Ministerpräsident Horst Seehofer eine "Zukunftskommission Landwirtschaft" eingerichtet, die vom ehemaligen EU-Agrarkommissar Dr. Franz Fischler geleitet wurde. Ergebnis ist der im Juni 2010 verabschiedete Bayernplan 2020.
- 24.5.2012: Dresden, Sachsen: Verbändeinformation
- seit 2011: Überlegungen der Bundesländer zur Nachfolgeverordnung in Folge der getroffenen Rahmensetzungen und der Vorschläge der EU-Kommission vom Oktober 2011.

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