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"Familienpolitik muss vor Ort gemacht werden" – Expertenkommission legt Bericht vor

23.07.2009 „Starke Familie - Solidarität, Subsidiarität und kleine Lebenskreise“ heißt der Bericht einer Expertenkommission der Robert-Bosch-Stiftung, der letzte Woche der Öffentlichkeit vorgelegt wurde. Als zentrale Ziele für Politik und Zivilgesellschaft fordert die Kommission die Förderung des Kindeswohls und die Teilhabe von Älteren am familiären Leben. Betont wird auch an verschiedenen Stellen des Berichts, dass Familienpolitik wegen der sich regional immer stärker differenzierenden Verhältnisse auf kommunaler Ebene gemacht werden müsse.

Die Expertenkommission „Familie und demographischer Wandel“, zu der auch der ehemalige sächsische Ministerpräsident Biedenkopf gehört, betont zudem die Bedeutung des unmittelbaren Umfelds von Familien für die Zivilgesellschaft. Es wird eine neue Definition von „Familie“ gefordert und die familienpolitische Stärkung der „kleinen Lebenskreise“. Der Bericht zeigt auf, wie Familien und die kleinen Lebenskreise in Nachbarschaft, Freundeskreis und Zivilgesellschaft gefördert werden können und welche Ansätze zur Nachahmung empfohlen werden. Als zentrale Ziele für Politik und Zivilgesellschaft fordert die Kommission die Förderung des Kindeswohls und die Teilhabe von Älteren am familiären Leben und familienähnlichen Gemeinschaften.

Neben verschiedenen Gastbeiträgen zu kommunaler Familienpolitik, neuen Entwicklungen in der gesellschaftlichen Teilhabe, persönlicher Solidarität und nachbarschaftlicher Hilfe stellt der Bericht außerdem Initiativen, Wohnmodelle, Patenschaften und Betreuungsangebote vor, die sich an Familien und deren unmittelbares Lebensumfeld richten.

Neben der sozialen wird auch die regionale Vielfalt ständig größer. Sowohl im gesamtstaatlichen Maßstab – zwischen auch in Zukunft wachsenden und schrumpfenden Regionen – als auch innerhalb von Städten wächst die Differenz. Deshalb ist eine der wichtigsten Forderungen der Autoren, dass eine angepasste Familienpolitik nicht zentralstaatlich, sondern stärker vor Ort gemacht werden müsse. Dazu müssten die Kommunen finanziell besser ausgestattet werden.

Im politischen Raum müsse Familienpolitik als Querschnittsaufgabe ernst genommen werden, mit einer „grundlegenden Erneuerung familienpolitisch relevanter staatlicher Aktivitäten“. Insgesamt sei das Ziel, so die Kommission, die „generelle ‚Neuerfindung‘ der Rollen der Familie, ihrer kleinen Lebenskreise und der kommunalen Zivilgesellschaft einerseits und des Sozialstaates und seiner spezifischen familienpolitischen Ausprägung andererseits“.

Download der Studie bei der Robert-Bosch-Stiftung

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