Zum Inhalt

Marginal-Spalte (weiterführende Informationen zum Thema)

Inhalt

Regionalentwicklung & Kooperation

Vor Ort wird es konkret - Projekte für die Zukunft

Zukunft_cover

Menschen, die mit ihren Projekten in Ostdeutschland neue Wege gehen, stehen im Mittelpunkt des Buches. Aus etwa 100 Projekten, die auf www.zukunft-ostdeutschland.de nachzulesen sind, wählten die Herausgeber 30 aus und machten dabei „die meisten Entdeckungen auf dem Land“. So erfahren die Leser, wie BürgerInnen Nahverkehr, lokale Energiekonzepte und Lebensmittelhandel organisieren, sie lesen von ungewöhnlichen Umnutzungsideen, von Belegschaftsinitiativen zur Übernahme von Betrieben und Ärztenetzwerken. An mehreren Beispielen wird deutlich, was Kulturprojekte für Öffentlichkeit und Gemeinschaft leisten können. Das Buch behandelt aber auch Arbeitgeberzusammenschlüsse zur gemeinsamen Personalpolitik und die Ansiedlung von Solarfabriken.

Eins ist allen Projekten gemeinsam: Menschen vor Ort beziehen sich auf konkrete lokale und regionale Bedingungen, sie „nehmen den Wandel selbst in die Hand und verändern damit das Leben oft nachhaltiger als die großen Player“. Das habe durchaus Vorbildfunktion, so die Autoren, die im Osten einen „Vorsprung beim Suchen nach Alternativen“ sehen. Das Buch zeigt außerdem neue Wege bei der Absicherung ehrenamtlicher Arbeit auf und will einen Beitrag zur Vernetzung lokaler Initiativen leisten.

Am Schluss plädieren die Herausgeber für eine „konkrete, passgenaue und flexible“ Förderpolitik, die bei Menschen ansetzt, die „mit eigenen Visionen und Handlungsstrategien Probleme vor Ort lösen wollen“.

Christoph Links, Kristina Volke (Hrsg.), 2009: Zukunft erfinden – Kreative Projekte in Ostdeutschland. Christoph Links Verlag, Berlin, 240 Seiten. ISBN: 978-3-86153-542-3


Mehrwert durch regionale Wertschöpfungskooperationen

Wertschoepfungskoop_cover

Die Stärkung der regionalen Wertschöpfung und Beschäftigung ist für viele Regionen eine der wichtigsten Überlebensfragen für die Zukunft. Eine Grundvoraussetzung hierfür ist der Aufbau regionaler Wertschöpfungspartnerschaften. Wie diese Netzwerke es schaffen, einen Beitrag zur Regionalentwicklung zu leisten, darauf wollen die Autoren des vorliegenden Readers Antworten geben. Dabei steht das Produkt Milch im Fokus der Untersuchung, was angesichts des Preisverfalls und der Debatten um die Milchquote sicher kein Zufall ist. Die Autoren wollen Wege aufzeigen, wie kleine und mittlere Unternehmen der Branche durch regionale Wertschöpfungskooperationen der Krise die Stirn bieten können.
Hierfür bietet die Studie eine Art Handreichung in drei Teilen: Der erste Teil liefert die theoretischen Grundlagen der Regionalentwicklung. Der zweite Teil widmet sich der Situation der Ernährungswirtschaft am Beispiel der Milchbranche und ihrer Wertschöpfungsstrukturen. Im dritten Teil werden Best-Practice-Beispiele wie die Bliesgau-Molkerei und das Cluster aus NRW und Bayern vorgestellt. Obwohl das Vorwort des Readers noch die „herausragende Bedeutung“ für die neuen Bundesländer hervorhebt, wird im dritten Teil allerdings kein ostdeutsches Praxisbeispiel vorgestellt. Dies ist besonders schade, da der Reader ansonsten eine gute Zusammenführung von Theorie, Situationsanalyse und Praxis von Wertschöpfungsketten in der Milchbranche bildet.

RKW Kompetenzzentrum (Hrsg.), 2009: Innovative regionale Wertschöpfungskooperationen im ländlichen Raum. Erfolgsgeschichten – nicht nur aus der Milchwirtschaft. Eschborn, 76 Seiten.


Netzwerken leicht gemacht

Stefan Bauer-Wolf, Harald Payer, Günter Scheer (Hrsg.), 2008: Erfolgreich durch Netzwerkkompetenz: Handbuch für Regionalentwicklung

Wie und in welchem Ausmaß sich Regionen politisch und administrativ steuern lassen, ist eine der spannendsten Fragen in der Regionalentwicklung. Dabei verlangt die zunehmende Globalisierung von den Akteuren ein immer höheres Maß an Anpassungs- und Innovationsfähigkeit. „Netzwerke“ spielen deshalb eine immer größere Rolle. Mit ihnen rückt das Beziehungsgefüge von Personen und anderen sozialen Systemen, etwa Organisationen, in den Mittelpunkt. Allerdings geht es in Netzwerken in der Regel primär nicht um ein gemeinsames Ziel, sondern um die Möglichkeit, mit anderen Akteuren überhaupt in Verbindung zu treten. Wie aber lassen sich damit Entwicklungsprozesse wirksam gestalten?

Dieser Frage geht das Autorenteam des Handbuchs „Erfolgreich durch Netzwerkkompetenz“ nach. Die Publikation wendet sich in erster Linie an Praktiker der Regionalentwicklung und der Raumplanung in Verwaltung, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft.

Im ersten Teil des Buches entfalten die Autoren nach einer Klärung des oft diffusen Netzwerkbegriffs zunächst ihr Verständnis von „Netzwerkkompetenz“ als der Verbindung von Kooperationsfähigkeit, -management und Netzwerksteuerung. Sechs Fallstudien aus der Praxis der Regionalentwicklung illustrieren dann die ganze Bandbreite unterschiedlicher Typen regionaler Netzwerke. Abschließend findet der Leser eine Auswahl an nützlichen Gestaltungsinstrumenten für die eigene Netzwerkpraxis – wie Checklisten, Fragebögen, Moderationsanleitungen und Analyseinstrumente.

 

Stefan Bauer-Wolf, Harald Payer, Günter Scheer (Hrsg.), 2008: Erfolgreich durch Netzwerkkompetenz: Handbuch für Regionalentwicklung. Wien, Springer, 189 Seiten.                                                                  Bestellnummer: ISBN 978-3-211-73126-0


Effiziente Infrastruktur kein Allheilmittel

Timothy Moss, Matthias Naumann, Markus Wissen (Hrsg.) (2008): Infrastrukturnetze und Raumentwicklung: Zwischen Universalisierung und Differenzierung

Der ländliche Raum steht derzeit einer Vielzahl von Herausforderungen gegenüber: Globalisierung, demographischer Wandel und Entvölkerung sind einige davon. Der Aufbau einer effizienten Infrastruktur wurde in Deutschland jahrzehntelang als Voraussetzung für eine erfolgreiche Regionalentwicklung angesehen mit dem Ziel, zwischen den Regionen Chancengleichheit in Bezug auf ihre wirtschaftliche Entwicklung herzustellen.

Das Buch „Infrastrukturnetze und Raumentwicklung“ von Timothy Moss, Matthias Naumann und Markus Wissen beleuchtet die Wechselwirkungen zwischen Infrastrukturentwicklung und regionaler Gesamtentwicklung kritisch. Der Fokus liegt dabei auf der Wasserver- und Abwasserentsorgung. So sei zum Beispiel ein Hauptproblem in Regionen mit starker Abwanderung, dass hohe Investitionen in die Infrastruktur auf immer weniger Nutzer umgelegt werden müssen und damit deren anteilige Kosten steigen.

Das Buch stellt eine gute Mischung aus theoretischen und empirischen Beiträgen zur Thematik dar. Es geht aus einem vom Leibnitz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) bearbeiteten sozial-ökologischen Forschungsprojekt hervor. Es richtet sich einerseits an die Wissenschaft, gibt aber auch Empfehlungen an Praktiker aus der Raumplanung, der Regional- und Infrastrukturpolitik sowie an Unternehmen im Bereich der Ver- und Entsorgung.

 

Timothy Moss, Matthias Naumann, Markus Wissen (Hrsg.) (2008): Infrastrukturnetze und Raumentwicklung: Zwischen Universalisierung und Differenzierung. München, oekom Verlag, 339 Seiten.                    Bestellnummer: ISBN 978-3-86581-117-2


Regionen Aktiv - ein Blick dahinter

Deckblatt: Michael Böcher, Max Krott, Sebastian Tränker (Hrsg.), 2008: Regional Governance und integrierte ländliche Entwicklung. Ergebnisse der Begleitforschung zum Modell- und Demonstrationsvorhaben „Regionen Aktiv“

„Regional Governance“  als Konzept gewinnt in der Diskussion über eine erfolgreiche Regionalpolitik immer mehr an Bedeutung: Merkmale des neuen Konzepts sind die Aufwertung der regionalen Selbstverantwortung, die intersektorale Kooperation durch regionale Netzwerke und Partnerschaften und die Anreizsteuerung durch Finanzen, Wettbewerb und Evaluation – Merkmale, die ebenfalls Teil des Leader-Ansatzes sind.

Auch bei dem Modellvorhaben des Bundes „Regionen Aktiv“ wurden die Aspekte der „Regional Governance“ eingesetzt. Die hier vorgestellte Publikation ist die überarbeitete Dokumentation einer Tagung, die im Rahmen der euregia 2006 stattfand. Ziel war es, die  Fortschritte in den Regionen kritisch zu hinterfragen und die Ergebnisse zu analysieren. Zu Beginn geht Sebastian Elbe auf den Steuerungsansatz und die Förderphilosophie ein, die dem Modellvorhaben zu Grunde lagen. Danach beleuchtet Anna Meinecke, wie regionale Netzwerke und die Durchführung von Leistungswettbewerben gesteuert werden können und welche unterschiedlichen Netzwerktypen es gibt. Michael Böcher und Sebastian Tränker erläutern, welche auf den politischen Umsetzungsprozess bezogenen Faktoren zum Erfolg führen. In wieweit der gewählte Ansatz auch ökonomisch tragfähig und sinnvoll ist, hinterfragt Katrin Weiß. Robert Lukesch, Harald Payer und Jutta Rabenau entwerfen zum Abschluss, wie das ideale Förderprogramm der Zukunft aussehen könnte.

 

Michael Böcher, Max Krott, Sebastian Tränker (Hrsg.), 2008: Regional Governance und integrierte ländliche Entwicklung. Ergebnisse der Begleitforschung zum Modell- und Demonstrationsvorhaben „Regionen Aktiv“. Wiesbaden, VS Verlag für Sozialwissenschaften, 205 Seiten. Bestellnummer: ISBN 978-3-53115-277-6


Zur Zukunft ländlicher Räume

Deckblatt: Reinhard F. Hüttl, Oliver Bens, Tobias Plieninger (Hrsg.), 2008: Zur Zukunft ländlicher Räume – Entwicklungen und Innovationen in peripheren Regionen Nordostdeutschlands.

Das 2008 erschienene Buch „Zur Zukunft ländlicher Räume“ will ein Gegengewicht zu der meist negativ geprägten Berichterstattung über periphere ländliche Räume setzen: Es beschreibt nicht nur die Veränderungen, denen ökologische und sozioökonomische Systeme in ländlichen Räumen unterworfen sind, sondern zeigt auch, wie zu einer dauerhaft umweltgerechten Entwicklung dieser Regionen beigetragen werden kann.

Dafür werden exemplarisch drei dünn besiedelte Landkreise in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern unter die Lupe genommen: Barnim, Uckermark und Uecker-Randow. Sie stellen aus naturräumlicher und aus sozioökonomischer Sicht Extremfälle dar und zeigen damit die Chancen und Probleme ländlicher Räume in Mitteleuropa in ihrer ganzen Schärfe.

Das Buch gliedert sich in fünf Teile: Nach einer Einleitung befasst sich der zweite Teil mit den Strukturen der nordostdeutschen Untersuchungsregionen und deren Wandel. Das dritte Kapitel beschreibt die grundlegenden, überregionalen Landnutzungstendenzen, das vierte analysiert vertiefend fünf Entwicklungsoptionen ländlicher Räume. Im letzten Teil schließlich erhalten Akteure aus Politik und Verwaltung, Kommunen, Verbänden und Initiativen sowie Einzelpersonen zehn Kernempfehlungen für eine zukunftsorientierte Nutzung ländlicher Räume.

Das Buch ist Ergebnis der dreijährigen Arbeit der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Zukunftsorientierte Nutzung Ländlicher Räume (LandInnovation) der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

 

Reinhard F. Hüttl, Oliver Bens, Tobias Plieninger (Hrsg.), 2008: Zur Zukunft ländlicher Räume – Entwicklungen und Innovationen in peripheren Regionen Nordostdeutschlands. Berlin, Akademie Verlag, 441 Seiten.    Bestellnummer: ISBN 978-3-05004-485-9

 


Was macht ländliche Räume erfolgreich?

Deckblatt: Rainer Friedel, Edmund A. Spindler (Hrsg.), 2009: Nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume. Chancenverbesserung durch Innovation und Traditionspflege

Während sich einige Regionen erfolgreich im Wettbewerb behaupten, verlieren andere ihre Anziehungskraft für die Einwohner: Sie entleeren sich, die Arbeitslosigkeit schnellt nach oben und die Zukunft der Region wird in Frage gestellt. Das Erstaunliche ist, dass sich bei den meisten Regionen die rechtlichen Rahmenbedingungen ähneln, die abfallenden Regionen unter förderrechtlichen Aspekten sogar oft besser ausgestattet sind. Wieso gibt es also diesen Differenzierungsprozess zwischen erfolgreichen und desolaten Regionen in Europa?

Dieser Frage geht auch die hier vorgestellte Publikation nach – mit dem Ziel, das Auseinanderlaufen der Prozesse zu beleuchten und so besser zu verstehen. Das Besondere an dieser Veröffentlichung ist die Vielfalt der hier zusammengetragenen Meinungen und Erfahrungen. Zu Beginn werden die Positionen der Parteien im Deutschen Bundestag einander gegenüber gestellt. Im Anschluss gehen 13 Beiträge aus Politik und Forschung auf  die Politik für ländliche Räume, ihren Reformbedarf  bzw. die noch versteckten Potenziale ein. Die europäischen Erfahrungen bestimmen den dritten Abschnitt: Beispiele aus Rumänien, Österreich und Polen und das Thema Vernetzung/Zusammenarbeit spielen hier eine Rolle. Im letzten Abschnitt werden dann konkret 17 erfolgreiche Praxisbeispiele von Landwirtschaftsbetrieben, Verbänden, Behörden oder Dienstleistern erläutert.

Das Einzige, was diesen sehr umfassenden und gelungenen Sammelband noch vervollständigen könnte, wäre eine stärkere Gegenüberstellung der verschiedenen sektoralen Ansätze und Ziele.

 

Rainer Friedel, Edmund A. Spindler (Hrsg.), 2009: Nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume. Chancenverbesserung durch Innovation und Traditionspflege. Wiesbaden, VS Verlag für Sozialwissenschaften, 487 Seiten.                                                                                            Bestellnummer: ISBN 978-3-53116-542-4


Navigations-Bereich

Hauptnavigation

Service-Navigation