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Gesellschaft & Soziales

Nach dem Öl: Mobilität neu denken

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Seit dem weltweiten „Aufholen“ von Entwicklungs- und Schwellenländern beim automobilen Verkehr wird deutlich, dass die  – vermeintlich unbegrenzt verfügbaren – Ressourcen endlich sind. Die Autoren des vorliegenden Buches plädieren jedoch nicht nur dafür, die fossilen Brennstoffe zu ersetzen, sie fordern vielmehr einen Perspektivenwechsel: vom technisch begriffenen Verkehr zu einem umfassend verstandenen Mobilitätsbegriff.

Der Mensch mit seinen Bedürfnissen steht im Mittelpunkt; nicht nur die Ortsveränderung wird berücksichtigt, sondern sämtliche Formen, Motive und emotionalen Komponenten der Mobilität. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Situation entwickeln die Autoren „Leitplanken“ als Wegweiser zur postfossilen Mobilität. Diese sollen helfen eine neue „mentale Landkarte“ des Verkehrs zu zeichnen. Die Leitplanken berücksichtigen die energetischen und raumstrukturellen Aspekte sowie die globale Perspektive einer neuen Mobilität. Der Wegweiser zeigt auch die Notwendigkeit auf, sich körperlich zu betätigen und  neue Möglichkeiten zu kommunizieren. Die Forderung neue Formen der Mobilität „attraktiv und emotional ansprechend“ zu gestalten, ist für die Akzeptanz von Bedeutung.

Das spannend argumentierende Buch möchte ein „positives Bild“ zukünftiger Mobilität skizzieren, das dazu beiträgt, den global anstehenden Umbau des Verkehrs rechtzeitig zu beginnen, damit eine „harte Landung“ im postfossilen Zeitalter vermieden werden kann.

Jörg Schindler, Martin Held und Gerd Würdemann, 2009: Postfossile Mobilität. Wegweiser für die Zeit nach dem Peak Oil. Vas-Verlag für Akademische Schriften, Wiesbaden, 301 Seiten. ISBN: 978-3-88864-422-1


Deutsche Eiche made in China

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Abwanderung, Überalterung, Schließung von Schulen: Das sind nur einige Probleme, mit denen ländliche Räume zu kämpfen haben. Sie werden auch im Buch „Deutsche Eiche made in China“ thematisiert. Dennoch unterscheidet sich die Art der Analyse grundlegend von bisherigen Darstellungen. Auf der Basis von Gesprächen mit den Bewohnern seines saarländischen Heimatdorfes geht der Autor Klaus Brill der Frage nach, wie die Globalisierung in den verschiedenen Bereichen des dörflichen Lebens konkret sichtbar wird. Er zeigt deutlich, wie radikal die Globalisierung das Leben in ländlichen Räumen beeinflusst hat. Dabei sind die aus den technischen Neuerungen resultierenden weltweiten Verflechtungen in vielerlei Hinsicht eine willkommene Bereicherung des ländlichen Alltags. So erlauben es zum Beispiel die veränderten Reisemöglichkeiten auch Dorfbewohnern, Europa im Tagestrip zu erkunden. Gleichzeitig bestätigen die Gespräche, wie kritisch viele der eingetretenen Entwicklungen beurteilt werden müssen. Im Aufzeigen des Dualismus von Vor- und Nachteilen der Globalisierung liegt die Besonderheit dieses Buches.

Brill kann für den Umgang mit den bereits erfolgten oder anstehenden Veränderungen nur bedingt Lösungswege aufzeigen. Er macht jedoch deutlich, dass dem Wandel nur mit dorfspezifischen Strategien begegnet werden kann. Darüber hinaus ist es ihm hervorragend gelungen zu zeigen, wie die Dorfbewohner – bewusst oder unbewusst – ihren Beitrag zur weiteren Internationalisierung leisten.

Klaus Brill, 2009: Deutsche Eiche made in China. Die Globalisierung am Beispiel eines deutschen Dorfes. Karl Blessing Verlag, München, 352 Seiten. ISBN: 978-3-89667-374-9.


Professionelles Management von Ehrenamtlichen

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Ohne ehrenamtliches Engagement wäre auch ländliche Entwicklung nicht denkbar. Dabei wird die Bedeutung eines modernen Ehrenamtsmanagements oft unterschätzt, was angesichts sinkender Mitgliederzahlen in vielen Organisationen und des Wandels im Ehrenamt (etwa bei Motiven, Dauer und Ansprüchen an das Ehrenamt) verwunderlich ist. Bernd Wallraf beschreibt in seinem Buch, basierend auf Erkenntnissen der Ehrenamtsforschung (Kapitel 1) sowie auf eigenen empirischen Erhebungen und praktischen Erfahrungen (Kapitel 2), die Zusammenhänge zwischen Engagementbereitschaft und Erfolg. Am Beispiel von Greenpeace untersucht er die Erfolgskriterien ehrenamtlicher Arbeit in Nichtregierungsorganisationen und gibt Empfehlungen für ein professionelleres Ehrenamtsmanagement (Kapitel 3).

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Ehrenamt zwar allen Beteiligten Vorteile bringt, für die Organisationen aber nicht zum Nulltarif zu haben ist. Dabei lohnen sich umfassende Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote für die Organisationen doppelt: Sie gewährleisten einerseits die notwendige Qualität der sich immer stärker spezialisierenden ehrenamtlichen Tätigkeiten. Andererseits fördern sie die Motivation der Ehrenamtlichen, sich regelmäßig und dauerhaft zu engagieren. Möglichst viel Raum für Mitgestaltung, aber auch emotionale Bindungen und flexibles Handeln von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen werden als weitere Erfolgsfaktoren genannt.

Bernd Wallraff, 2010: Professionelles Management von Ehrenamtlichen – Eine empirische Studie am Beispiel von Greenpeace Deutschland. Budrich UniPress, Opladen & Farmington Hills MI, 234 Seiten. ISBN: 978-3-940755-40-7.


Das Alter als Herausforderung

Deckblatt: Reichert, Monika; Gösken, Eva; Ehlers, Anja (Hrsg.) (2008): Was bedeutet der demografische Wandel für die Gesellschaft? Perspektiven für eine alternde Gesellschaft

Die Herausforderungen, aber auch die Chancen des demografischen Wandels beleuchtet das Buch „Was bedeutet der demografische Wandel für unsere Gesellschaft?". Dabei werden die Beiträge der verschiedenen Autoren in vier Themenfelder unterteilt: Sozialpolitische Aufgabe, Kontexte des Alterns, Aspekte der Gestaltung der Lebensphase Alter und Pflege als neue gesellschaftliche Aufgabe.

Mirko Sporket beispielsweise beschäftigt sich mit der „stärkeren und längeren Integration der Älteren in das Erwerbsleben“ und diskutiert dabei, welche Hindernisse älteren Beschäftigten heute im Weg stehen. In seinem Fazit stellt er Ansätze für ein betriebliches Altersmanagement vor. Nicole Burzan zeigt, wie ältere Menschen ihren Alltag gestalten. Interessant ist hierbei der Zusammenhang zwischen ehrenamtlicher Arbeit und der Biografie und sozialen Lage der Menschen. Mit dem Thema „Altern der Gefühle“ beschäftigt sich Friedrich Stallberg. Dabei geht er auf die Veränderungen der Gefühlserfahrungen, Gefühlslagen und -kulturen ein.

Der demografische Wandel mit seinen Konsequenzen zieht sich durch alle Lebens- und Arbeitsbereiche. Dieses Buch zeigt dabei neue wissenschaftliche Erkenntnisse und ermöglicht dem Leser so, die Veränderungen, aber vor allem die Auswirkungen auf das eigene (Arbeits-) Umfeld schnell zu erfassen.

 

Reichert, Monika; Gösken, Eva; Ehlers, Anja (Hrsg.) (2008): Was bedeutet der demografische Wandel für die Gesellschaft? Perspektiven für eine alternde Gesellschaft. Dortmund, Lit-Verlag, 213 Seiten.                                                                                          Bestellnummer: ISBN 978-3-82580-178-6


Web 2.0 im kommunalen Alltag

Deckblatt: Franz-Reinhard Habbel, Andreas Huber (Hrsg.), 2008: Web. 2.0 für Kommunen und Kommunalpolitik. Neue Formen der Öffentlichkeit und der Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Bürger

Unsere geschäftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Aktivitäten sind ohne das World Wide Web nicht mehr denkbar. Diese Entwicklung greift auch in Politik und Verwaltung ein. Als Netz des Mitmachens beschleunigt die so genannte zweite Generation der Internet-Nutzung, das Web 2.0, diesen Prozess. Für Kommunen ist diese Entstehung einer neuen Öffentlichkeit und ihre Einbindung in die Arbeitsabläufe eine Chance. Die herkömmlichen Beteiligungsformen lassen sich kostengünstiger und effizienter gestalten; neue Handlungsfelder wie die Diskussion der Bürgerhaushalte über Online-Tools können entwickelt werden.

Die hier vorgestellte Publikation möchte Kommunen dazu anregen, Web-2.0-Angebote stärker in den Verwaltungshaushalt einzubinden. Im ersten Kapitel werden in mehreren Beiträgen Beispiele für das Web 2.0 als neue Form der politischen Kommunikation vorgestellt. Im zweiten Kapitel dreht sich dann alles um Chancen und Grenzen und die Frage, wie sichergestellt werden kann, dass jeder auf das Internet und die damit verbundenen Angebote zugreifen kann. Um Nutzungspotenziale für ausgewählte kommunale Handlungsfelder wie Haushaltsberatungen, Kulturmanagement oder Immobilienmanagement und deren Innovations- und Modernisierungspotenziale geht es in den Kapiteln drei und vier.

Kurze Einleitungen zu Beginn der Beiträge erleichtern das Lesen und geben auf die Schnelle einen Einblick in den Inhalt. Das Glossar am Ende hilft beim Verstehen des multimedialen Fachjargons.

Das Werk vermittelt einen kurzweiligen Überblick über die Möglichkeiten eines kommunalen Web 2.0 und hilft beim Einstieg in die Materie.

 

Franz-Reinhard Habbel, Andreas Huber (Hrsg.), 2008: Web. 2.0 für Kommunen und Kommunalpolitik. Neue Formen der Öffentlichkeit und der Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Bürger. Boizenburg, Verlag Werner Hülsbusch, 170 Seiten.                                      Bestellnummer: ISBN 978-3-94031-736-0


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