Inhalt
Erneuerbare Energien
Die Kommune als Energieerzeuger

Deutschland hat die Energiewende beschlossen, bis 2022 soll der stufenweise Atomaustritt vollzogen sein. Um dieses Ziel erreichen zu können, muss die Nutzung der erneuerbaren Energieträger massiv ausgebaut werden. Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Kommunen und Bürger im ländlichen Raum. Damit der Weg zur eigenständigen Energieerzeugung erfolgreich wird, müssen die Gemeinden technische, organisatorische und planerische Einflussfaktoren und Anforderungen beachten. Diese erläutert der Autor Jürgen Staab in seinem Buch "Erneuerbare Energie in Kommunen".
In den einzelnen Kapiteln stellt Jürgen Staab die wichtigsten Etappen dar: von der ersten Idee in der Gemeinde bis zur Umsetzung der geplanten Projekte. Hierbei gibt er zahlreiche wertvolle Tipps, etwa zu Ressourcen- und Standortentscheidung, zu Rechtsform- und Technologiefragen sowie zur Art der Finanzierung und Förderung. Nach seiner Einschätzung ist besonders die Genossenschaft eine geeignete Rechtsform. Vorgestellte Praxisbeispiele untermauern diese Meinung. Das Buch ist als begleitende Lektüre zur Umsetzung von Energievorhaben sehr empfehlenswert.
Jürgen Staab, 2011: Erneuerbare Energie in Kommunen – Energiegenossenschaften gründen, führen und beraten. Gabler Verlag, Wiesbaden, 185 Seiten. ISBN: 978-3-8349-2989-1
Biogas rentabel erzeugen

Die Biogaserzeugung ist für viele landwirtschaftliche Betriebe zu einem wichtigen Standbein geworden. Die Frage, mit welcher Anlagenleistung und -ausgestaltung Biogas rentabel erzeugt werden kann, ist für diese Betriebe oft eine Überlebensfrage. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2009 ist im Vergleich zum EEG 2004 deutlich komplexer geworden, es bringt sowohl für neue als auch für alte Anlagen Änderungen mit sich.
Im ersten Kapitel der Broschüre „Rentabilität der Biogaserzeugung“ beschreibt der Autor detailliert, welche Neuerungen es gibt, welche Vergütungen unter welchen Voraussetzungen in Anspruch genommen werden können, was die Betriebe bei der Beantragung beachten müssen und welche Unsicherheiten bestehen. Neu sind nach EEG 2009 zum Beispiel Boni für einen Mindestanteil Gülle (Gülle-Bonus) sowie einen Mindestanteil an Landschaftspflegematerial (Landschaftspflege-Bonus) am Gesamtsubstratinput.
Im zweiten Kapitel erläutert der Autor, unter welchen Bedingungen Biogasanlagen mit unterschiedlicher Leistung wirtschaftlich betrieben werden können und veranschaulicht dies anhand von Musterkalkulationen. Sein Fazit: Wer unter den Rahmenbedingungen des EEG 2009 – bei mittelfristig zu erwartenden Substratpreissteigerungen – eine Biogasanlage erfolgreich betreiben will, braucht den Gülle-Bonus oder erhebliche Überschüsse aus einer effizienten Wärmenutzung; am besten beides. Insgesamt hätten sich die Rahmenbedingungen für die Biogaserzeugung aber verbessert.
Ulrich Keymer, 2009: Rentabilität der Biogaserzeugung. Erläuterungen, Übersichten und Musterkalkulationen zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Schriftenreihe des HLBS, Heft 183. HLBS-Verlag GmbH, 38 Seiten. ISBN: 978-3-89187-212-3
Erneuerbare Energien ausbauen!

Die Themen Klimaschutz und Energiepolitik haben derzeit Hochkonjunktur. So ist der Ausbau erneuerbarer Energien erklärtes Ziel der Bundesregierung: Bis 2020 sollen erneuerbare Energien in Deutschland 30 Prozent der Stromversorgung bestreiten. Dieses Ziel kann allerdings nur erreicht werden, wenn regionale Akteure erfolgreich einbezogen werden. Genau hier setzt das Buch „Erneuerbare Energien ausbauen – Erfahrungen und Perspektiven regionaler Akteure in Ost und West“ an. Diskutiert werden darin Forschungsergebnisse und Erfahrungen zum Ausbau erneuerbarer Energien aus ost- und westdeutschen sowie österreichischen Regionen, wobei die regionalen Akteure im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen. So werden im ersten Teil des Buches deren Handlungsmöglichkeiten und -restriktionen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Im zweiten Teil werden anhand von Fall- und Praxisbeispielen Möglichkeiten aufgezeigt, wie regionale Akteure besser aktiviert und mobilisiert werden können. Die Vorschläge reichen von Ausstellungen zu erneuerbaren Energieträgern über regionale Workshops bis hin zu einem Computersimulationsspiel für nachhaltige Energiepolitik.
Die Beiträge stellen zu einem großen Teil Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt „Energieregion Lausitz – neue Impulse für die Akzeptanz und Nutzung erneuerbarer Energien“ dar, das vom Zentrum für Technik und Gesellschaft (ZTG) der Technischen Universität Berlin durchgeführt und vom Bundesumweltministerium gefördert wurde.
Dorothee Keppler, Heike Walk, Eric Töpfer, Hans-Liudger Dienel (Hrsg.), 2009: Erneuerbare Energien ausbauen! Erfahrungen und Perspektiven regionaler Akteure in Ost und West, oekom-Verlag, 242 Seiten. Bestellnummer: ISBN 978-3-86581-123-3
